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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 2. Etappe Cuba
Sylvester in Baracoa
Von Santiago de Cuba führen zwei Weg nach Baracoa: Eine Option führt entlang der Küste vorbei an der östlichsten Spitze Kubas, der Punta de Maisi. Sämtliche konsultierten Personen rieten uns jedoch davon ab, die Strasse sei besonders nach grösseren Regenfällen über weite Strecken sehr schlecht. Zwar eine schöne Fahrt, aber auch sehr gefährlich. Wir entschieden uns deshalb für die Route über die Bergkette mit einem Pass bei etwas über 600 m. Eine schöne Strecke durch Regenwald und immer wieder schönen Aussichten.

Zuerst jedoch führt die Strasse im Osten von Santiago de Cuba noch an einem US-amerikanischen Problem vorbei. Die Ortschaft Guantànamo liegt etwas vom Meer entfernt, erhielt jedoch 2001 nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York traurige Berühmtheit, als sich die Administration Bush entschloss, ihre in Afghanistan und Irak gefangenen echten und vermeintlichen Terroristen auf ihrem hiesigen Stützpunkt ohne Anklage und ohne Prozess auf unbestimmte Zeit zu internieren. Noch immer sind mehr als 120 Moslems hier inhaftiert, sie werden völkerrechtswidrig hier festgehalten. Eine Lösung des die USA immer wieder in grosse Argumentationsnot bringenden Problems ist in weiter Sicht, zumal Obama nichts ausrichten kann und sich seine Gegner zu keinerlei Kompromissen bewegen lassen. Dieses Lager hat dem internationalen Ruf der Amerikaner schwer geschadet und richtet weiterhin grossen Schaden an. Für die Kubaner ist Guantànamo eine Stadt mit nobler Herkunft, leider hat der Name international mittlerweile einen äusserst schlechten Ruf. Dies ohne dass Kuba etwas dafür könnte.

Die Bucht von Guantànamo wird seit 1903 von den USA beansprucht. Damals unterzeichnete deren Präsident Roosewelt einen Vertrag mit Kuba, wonach Kuba das Land den USA vermietet, dies für einen jährlichen Zins vom 2’000 Goldmünzen, damals etwa 4’100 US$. Obwohl die USA jedes Jahr den Check senden, hat das Regime unter Fidel Castro noch nie einen eingelöst. Man will kein Präjudiz schaffen, welches als Einverständnis mit dem Vertrag ausgelegt werden könne. Auf der linken Seite der Bucht liegt die amerikanische Stadt, welche angeblich über alle Annehmlichkeiten einer Kleinstadt verfügt inklusive McDonalds, Starbucks und Autos. Überquellende Supermärkte natürlich eingeschlossen. Heute ist keine nähere Zufahrt zur Basis mehr möglich, so bleibt lediglich ein Blick aus der Ferne. Auch das sicher exzellente WiFi kann aus der Distanz leider nicht empfangen werden.

Immer wieder stehen an der Strasse diese Schilder, welche auf die hohe Verteidigungsbereitschaft hinweisen. Die Amerikaner sind für die Kubaner jedoch schon lange keine Gefahr mehr, sie werden kaum militärisch angreifen. Vielversprechender wäre sicher der ökonomische Angriff, welchem das Regime nichts entgegen setzen kann. Ein Angriff nicht mittels einer noch strengeren Blockaden, sondern mit der vollständigen Öffnung der wirtschaftlichen Grenzen für jede Form von ausländischem Kapital und Gütern. Auch der Export von kubanischen Produkten sollte legalisiert werden: Zigarren werden heute in den USA nur auf dem Schwarzmarkt zu hohen Preisen angeboten, viele Amerikaner machen sich strafbar, wenn sie mit ihren geschmuggelten Cohibas aus Mexiko in die USA einreisen. Die Rauchbomben selber werden selbstverständlich konfisziert und zerstört. Zucker und tropische Früchte gedeihen in Kuba an vielen Stellen, diese liessen sich problemlos in grossen Mengen in die Welt exportieren. Die Insel verfügt über sehr viel Arbeitskraft, die zudem auf viel Erfahrung mit der Produktion von Gütern unter erschwerten Bedingungen zählen kann.

Die Südküste östlich von Guantànamo wird von langen Küstenabschnitten ohne Sandstrände gesäumt. Schroffe Felsenküsten laden nicht sonderlich zum Baden ein. Immerhin ergeben sich ab und zu schöne Bilder des türkisfarbigen Meeres und den dahinter liegenden Bergketten.

Auch viele Kakteen schmücken die Küste. Sobald etwas Sand am Strand liegt, erscheint das Meer richtig kitschig hellblau.

Sobald die Strasse vom Meer aus ansteigt, liegen die Küstenberge bald schon tief unten. Auf über 500 m steigt die Strasse in vielen Serpentinen an, bevor der Pass auf knapp 600 m in Richtung Baracoa weiter führt. Die Hügel sind von dichten Wäldern und Gestrüpp überzogen, Ohne Strasse wäre hier ein Durchkommen praktisch unmöglich. Bevor die Passstrasse eröffnet wurde, war Baracoa fast nur über das Meer erreichbar, zumal die Strasse entlang des Meeres in sehr schlechtem Zustand war.
Baracoa war die erste Stadt, welche Diego Velázquez 1511 für die Spanier in Kuba gründete. Bereits im November 1492 soll Kolumbus hier an Land haben und ein Kreuz in den Boden gerammt haben. Dieses Kreuz soll in einer Kirche in der Stadt ausgestellt sein. Wir werden uns dieses morgen ansehen.
Unser heutiges Nachtessen im Hotel war eines Sylvesters eher unwürdig: Ein bescheidenes Buffet mit einigen Fleischsorten (Schwein, Truthahn und Poulet), einfache Salate und ganz wenige Früchte. Dafür dann nachher zur Feier des Abends noch einen Espresso an der Poolbar zusammen mit einem Rum, um doch noch etwas Feststimmung aufkommen zu lassen. Kurz nach 11 Uhr brach dann noch ein starker Regen los, so als wollte er das alte Jahr wegspülen.

Zuerst jedoch führt die Strasse im Osten von Santiago de Cuba noch an einem US-amerikanischen Problem vorbei. Die Ortschaft Guantànamo liegt etwas vom Meer entfernt, erhielt jedoch 2001 nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York traurige Berühmtheit, als sich die Administration Bush entschloss, ihre in Afghanistan und Irak gefangenen echten und vermeintlichen Terroristen auf ihrem hiesigen Stützpunkt ohne Anklage und ohne Prozess auf unbestimmte Zeit zu internieren. Noch immer sind mehr als 120 Moslems hier inhaftiert, sie werden völkerrechtswidrig hier festgehalten. Eine Lösung des die USA immer wieder in grosse Argumentationsnot bringenden Problems ist in weiter Sicht, zumal Obama nichts ausrichten kann und sich seine Gegner zu keinerlei Kompromissen bewegen lassen. Dieses Lager hat dem internationalen Ruf der Amerikaner schwer geschadet und richtet weiterhin grossen Schaden an. Für die Kubaner ist Guantànamo eine Stadt mit nobler Herkunft, leider hat der Name international mittlerweile einen äusserst schlechten Ruf. Dies ohne dass Kuba etwas dafür könnte.

Die Bucht von Guantànamo wird seit 1903 von den USA beansprucht. Damals unterzeichnete deren Präsident Roosewelt einen Vertrag mit Kuba, wonach Kuba das Land den USA vermietet, dies für einen jährlichen Zins vom 2’000 Goldmünzen, damals etwa 4’100 US$. Obwohl die USA jedes Jahr den Check senden, hat das Regime unter Fidel Castro noch nie einen eingelöst. Man will kein Präjudiz schaffen, welches als Einverständnis mit dem Vertrag ausgelegt werden könne. Auf der linken Seite der Bucht liegt die amerikanische Stadt, welche angeblich über alle Annehmlichkeiten einer Kleinstadt verfügt inklusive McDonalds, Starbucks und Autos. Überquellende Supermärkte natürlich eingeschlossen. Heute ist keine nähere Zufahrt zur Basis mehr möglich, so bleibt lediglich ein Blick aus der Ferne. Auch das sicher exzellente WiFi kann aus der Distanz leider nicht empfangen werden.

Immer wieder stehen an der Strasse diese Schilder, welche auf die hohe Verteidigungsbereitschaft hinweisen. Die Amerikaner sind für die Kubaner jedoch schon lange keine Gefahr mehr, sie werden kaum militärisch angreifen. Vielversprechender wäre sicher der ökonomische Angriff, welchem das Regime nichts entgegen setzen kann. Ein Angriff nicht mittels einer noch strengeren Blockaden, sondern mit der vollständigen Öffnung der wirtschaftlichen Grenzen für jede Form von ausländischem Kapital und Gütern. Auch der Export von kubanischen Produkten sollte legalisiert werden: Zigarren werden heute in den USA nur auf dem Schwarzmarkt zu hohen Preisen angeboten, viele Amerikaner machen sich strafbar, wenn sie mit ihren geschmuggelten Cohibas aus Mexiko in die USA einreisen. Die Rauchbomben selber werden selbstverständlich konfisziert und zerstört. Zucker und tropische Früchte gedeihen in Kuba an vielen Stellen, diese liessen sich problemlos in grossen Mengen in die Welt exportieren. Die Insel verfügt über sehr viel Arbeitskraft, die zudem auf viel Erfahrung mit der Produktion von Gütern unter erschwerten Bedingungen zählen kann.

Die Südküste östlich von Guantànamo wird von langen Küstenabschnitten ohne Sandstrände gesäumt. Schroffe Felsenküsten laden nicht sonderlich zum Baden ein. Immerhin ergeben sich ab und zu schöne Bilder des türkisfarbigen Meeres und den dahinter liegenden Bergketten.

Auch viele Kakteen schmücken die Küste. Sobald etwas Sand am Strand liegt, erscheint das Meer richtig kitschig hellblau.

Sobald die Strasse vom Meer aus ansteigt, liegen die Küstenberge bald schon tief unten. Auf über 500 m steigt die Strasse in vielen Serpentinen an, bevor der Pass auf knapp 600 m in Richtung Baracoa weiter führt. Die Hügel sind von dichten Wäldern und Gestrüpp überzogen, Ohne Strasse wäre hier ein Durchkommen praktisch unmöglich. Bevor die Passstrasse eröffnet wurde, war Baracoa fast nur über das Meer erreichbar, zumal die Strasse entlang des Meeres in sehr schlechtem Zustand war.
Baracoa war die erste Stadt, welche Diego Velázquez 1511 für die Spanier in Kuba gründete. Bereits im November 1492 soll Kolumbus hier an Land haben und ein Kreuz in den Boden gerammt haben. Dieses Kreuz soll in einer Kirche in der Stadt ausgestellt sein. Wir werden uns dieses morgen ansehen.
Unser heutiges Nachtessen im Hotel war eines Sylvesters eher unwürdig: Ein bescheidenes Buffet mit einigen Fleischsorten (Schwein, Truthahn und Poulet), einfache Salate und ganz wenige Früchte. Dafür dann nachher zur Feier des Abends noch einen Espresso an der Poolbar zusammen mit einem Rum, um doch noch etwas Feststimmung aufkommen zu lassen. Kurz nach 11 Uhr brach dann noch ein starker Regen los, so als wollte er das alte Jahr wegspülen.
