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Noch mehr Industrie-Geschichte in Schweden
Der Morgen begann auch heute mit Regen, wir liessen uns jedoch nicht von einem Ausflug zum südlichen Ende des Sees abhalten. Auf dem Weg nach Jönköping am südlichsten Punkt des Sees machten wir Halt bei der sehr alten Kirche von Norra Fågelås. Diese wird zum ersten mal 1225 schriftlich erwähnt.

Vom ursprünglichen Gebäude steht nicht mehr viel, die Kirche wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und der Zeit Und deren jeweiligem Geschmack angepasst. Sie liegt abseits der Touristenrouten und ohne unseren Reiseführer Tommie wären wir hier sicherlich nicht vorbei gekommen.

Im Inneren hängen viele Wappen der lokalen Adligen und Grossgrundbesitzer. Da diese alle zum Bau der Kirche beitrugen, dürfen ihre Wappen hier hängen und verleihen den Familien so den göttlichen Segen. Ob wohl der Wunsch nach dem ewigen Leben auch erfüllt wurde?

Die Kanzel verfügt über ein interessantes Detail, welches ich noch keiner Kirche sah: Ein Stundenglas, auch Sanduhr genannt. Dieses sollen den Pfaffen wohl von allzu ausschweifenden Predigten abhalten. Irgendwann ist es gut und er kann wieder von der Kanzel heruntersteigen. Wozu es wohl vier unterschiedlicher Gläser bedarf?

Einen ersten Halt an einem interessanten Ort der schwedischen Industriegeschichte machten wir in Jönköping. Hier stand die erste Fabrik für Zündhölzer, die den Ruf der schwedischen Zündhölzer begründete. Hier wurden die Sicherheitszündhölzer erfunden, welche nicht mehr auf Phosphor beruhten und damit sehr viel sicherer waren. Die Phosphor-Hölzer entzündeten sich einfach an allen Oberflächen. Die neuen Hölzer brauchten eine spezielle raue Oberfläche für den Zündvorgang. Auch die Herstellung der neuen Hölzer war sicherer und weniger gesundheitsschädlich.

Ein Email-Schild wies auf die Aktiengesellschaft der Jönköping Tändsticksfabriks hin, welche weltweit für die Sicherheits-Zündhölzer Made in Sweden bekannt war. Die Ausstellung zeigt neben dess Herstellunsprozesses der Zündhölzer auch die Problematik rund um die Herstellung: Kinderarbeit und die hohe gesundheitliche Belastung der Arbeiter.

Mit dieser Maschine wurden die dünnen Holzbretter in die einzelnen Zündhölzer zugeschnitten. Die Holzbretter wurden mit einer speziellen Maschine vom runden Baumstamm abgeschält. Im Behälter links der Maschine liegen die Zündholz-Stäbe, welche anschliessend mit dem Zünd-Kopf versehen wurden.

In Husqvarna steht eine weitere Ikone der schwedischen Industrie: Husqvarna. Dieses Unternehmen wurde bereits 1689 gegründet und stellte zuerst Macheten her. Später kamen Motorräder, Gartengeräte, Motorsägen und viele weitere Geräte dazu. Husqvarna ist noch heute sehr bekannt. Gardena ist eine weitere Marke dieser Firmengruppe. Gardena stellt allerlei Gartengeräte und Bewässerungsanlagen her.

In diesem Fabrikgelände begann die mehr als 300 jährige Geschichte der Firma. Ein viel Wasser führender Bach diente schon früh als Energielieferant für allerhand mechanische Maschinen.
