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Ein regnerischer Samstag bei der Landwirtschaft und noch etwas Industrie

Der Samstag begann mit starkem Regen, wir liessen uns aber nicht davon abhalten, eine Rundfahrt doch das landschaftlich interessante Gebiet in unserer Umgebung zu machen. Anlässlich der Kaffeepause in einem kleinen Lokal bemerkte ich viele geschnitzte Figuren auf allen Fenstersims in und übrigen ebenen Flächen. Offenbar hat ein lokaler Schumacher in seinen letzten Lebensjahren mit seinen Schuster-Werkzeugen sehr viele solche Personen geschnitzt, die heute hier ausgestellt sind.

Eines der vielen typischen Bauerngehöfte in dieser Gegend. Wie fast immer auch hier rote Hauswände und weisse Fenster- sowie Türrahmen. Dazu die wehende Schweden-Flagge unter dem wolkenverhangenen Himmel.

Mitten in einem reifen Kornfeld ist hier ein Hügel mit einem viereckigen Loch zu sehen. Tommie erklärte uns, dass diese Hügel früher hier auf dem Land als Aufbewahrungsort für Lebensmittel gebraucht wurden. Ohne Kühlschränke war die Frischhaltung sehr schwierig, in den Erdlöchern blieben die Gemüse aber durchaus einige Monate haltbar. Heute sind diese Installation nicht mehr notwendig, jeder Haushalt verfügt über einen modernen Kühlschrank.

Zur Abwechslung waren wir einmal auf einer Anhöhe, von wo aus der Blick über die weitere Landschaft schweifen konnte. Dieser Teil Schwedens ist eher flach, die höchsten Erhebungen sind nur etwas mehr als 200 m.ü.M.

Nachdem wir bereits gestern einige Kraniche sahen, fuhren wir heute zu einem See, an dessen Ufern viele dieser schönen Vögel auf ihren Migrationen einen Zwischenstopp einlegen. Heute waren sie jedoch noch nicht oder nicht mehr hier, auf jeden Fall waren wir zur falschen Zeit am falschen Ort. Wir sahen aber immerhin einige Oyster-Catcher, welche ich jedoch mangels richtiger Linse nicht fotografieren konnte. Die Aussicht auf den See genossen wir aber trotzdem. Diese Gegend ist ein Nationalpark, der mit einige Beobachtungs-Türmen eingerichtet ist.

Ein weiteres rotes Haus mit weissen Fenster- und Türrahmen diente nicht als Wohnhaus, sondern als Getreidespeicher. Es stand auf steinernen Säulen, welche oberhalb jeweils mit Steinplatten abgedeckt waren. Offenbar werden hier dieselben Methoden wie bei uns angewandt, um Mäuse und Ratten vor dem Eindringen in die Speicher abzuhalten. Die Treppe scheint jedoch nicht viel Widerstand zu leisten!

Den Abschluss des Tages machte ein Besuch bei einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Gegend. In Skovde, der einzigen grösseren Stadt im weiteren Umfeld gründete John G. Gronvall 1868 eine mechanische Fabrik, welche in späteren Jahren als Motorenfabrik im Volvo-Konzern aufging. Seine Statue erinnert noch heute an den für die Stadt wichtigen Mann. Volvo produziert in Skovde ausschliesslich Motoren für PVs, Lastwagen sowie unter dem Namen Volvo-Penta auch Schiffsmotoren. Das Werk für die PVs hat Volvo heute in Göteborg, knappe 200 km weiter westlich von hier.
