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- Kategorie: Cruise rund um Island und Grönland 23
Sightseeing auf der Golden Circle Tour
Ich entschloss mich gegen die Automiete und buchte stattdessen eine geführte Tour. Um 8 Uhr wurde ich im Hotel abgeholt und nach 15 Uhr war ich wieder zurück. Die Golden Circle Tour ist die beliebteste Tour in Island, sie führt an einigen bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei. Und für einmal nicht selber zu fahren war auch ganz angenehm.

Aus Fenster des Busses ergaben sich immer wieder interessante Blicke auf die Landschaft. Sobald wir Reykjavik hinter uns gelassen hatten, dünnte die Besiedlung aus. Von den 300’000 Einwohnern Islands leben 230’000 in Reykjavik, der Rest verteilt sich auf das ganze Land. Entsprechend dünn besiedelt ist alles ausserhalb der Hauptstadt.

Unser erster Halt galt dem Thingvellir National Park, Dort fanden zwischen 930 bis 1798 alljährlich die Alping genannten Versammlungen statt. Diese waren eine Art Parlament, wo Gesetzte erlassen und auch Streitigkeiten gelöst wurden. Dieses Alping gilt als das älteste Parlament der Welt. Der Nationalpark liegt zudem auf dem mittelatlantischen Grabenbruch, welcher die Amerikanische Platte von der Eurasischen Platte trennt. Jedes Jahr entfernt sich hier die Amerikanische Platte um einige Millimeter von Europa.

Von den einstigen Einrichtungen des Parlaments ist fast nichts erhalten. Es soll noch einige Steinmauern geben, welche aber weitgehend unter Gras verborgen liegen.

Die schroffen Wände entlang des Grabenbruchs zeugen einmal mehr von der vulkanischen Natur des Landes.

Teile des Grabenbruchs dienen heute als Wanderweg vom Parkplatz hinunter zum Parlaments-Gelände.

Am anderen Ufers des Sees zeigen sich die ersten Dampfsäulen, welche ihrerseits auf den überall existierenden Vulkanismus hinweisen. Der See selber soll maximal 2° C warm sein. Trotzdem gilt er als Paradies für Taucher, da das Gletscherwasser sehr klar sein soll. Es fliesst vom Gletscher unterirdisch zum See und wird so im Untergrund gereinigt. Dies im Gegensatz zu einem anderen Fluss, davon jedoch später.

Auf der Weiterfahrt waren viele Gebiete auf beiden Seiten der Strasse mit Moos bewachsen. Ab und zu waren einige Schafe zu sehen. Diese werden offenbar im Frühjahr auf den Feldern losgelassen und bleiben dann bis im Herbst im Freien. Sie können sich während des Sommers frei im ganzen Land bewegen. Im Herbst werden sie zusammengetrieben und gemäss ihren Markierungen an die jeweiligen Besitzer verteilt. Diese Aktion ist jeweils ein grosser Anlass, an dem viele freiwillige Helfer beteiligt sind. Nach dem erfolgreichen Abschluss wird offenbar heftig gefeiert mit Lammfleisch und genügend Flüssigem.

Auch Kühe gibt es viele auf Island. Viele Bauern nutzen die kurze Vegetationszeit für das Anlegen von Heuvorräten für den langen Winter. Diese Ballen werden später zum Hof gebracht und dort eingelagert.
Es gibt auf Island kaum mehr Wald, schon die frühen Siedler haben die Bäume gefällt, um damit Häuser und Schiffe zu bauen. Meist gibt es heute Büsche und ganz wenige Bäume. Ein isländischer Spruch meint: "Wenn du dich im Wald verirrt hast, steht auf!". In den letzten Jahren werden offenbar viele Bäume gepflanzt und in 50 Jahren soll es in Island wieder richtige Wälder geben. Weiter gibt es in Island auch keine Stechmücken und keine Reptilien wie Frösche, Echsen und Schlagen. Fliegen hingegen zur Genüge.

Der nächste Halt galt dem Geysir Geothermalgebiet. Dort brodelt und blubbert es überall. Und stinkt nach Schwefel.

An einigen Stellen gibt es Löcher mit ganz klarem Wasser, welches aus dem Untergrund hochsteigt. Baden ist hier nicht angesagt, die Temperatur liegt zwischen 80 und 95° C!

Der eigentliche Star des Feldes ist ein aktiver Geysir, der von allen Touristen bestaunt wird. Er ist zwischen 5 und 12 Minuten aktiv und alle warten mit gezückten Handys auf den nächsten Ausbruch. Wichtig ist es, nicht in der Windrichtung zu stehen, sonst wird es nass!

Ein erstes Bild des aktiven Geysir. Geysir ist übrigens ein Isländisches Wort, welches seinen Weg von hier aus in die ganze Welt gefunden hat. Der grösste der Geysire in diesem Feld ist seit 2016 nicht mehr aktiv, er bricht allenfalls aus, wenn ein Vulkanausbruch erfolgt.
Ich habe den Geysir gefilmt (16 MB), interessant ist es, wie das Wasser zuerst eine Blase macht und erst dann die Wasser-Fontäne erscheint.

Der Gullfoss Waterfall (Goldener Wasserfall) war der letzte Punkt auf unserer Fahrt. Der Hvita-Fluss stürzt über 32 m über zwei Stufen hinunter und kreiert so einen der grössten Wasserfälle in Island. Bei schönen Wetter, wie wir es heute hatten, ist die Vorführung spektakulär! Die Farbe des Wassers rührt daher, dass der Fluss das Schmelzwasser eines grossen Gletschers abführt. Dieses fliesst oberflächlich ab. Den Weg hinunter zum Fall liess ich aus, einerseits war es recht weit und andererseits war die Dusche auf der Terrasse inbegriffen. Mir genügte die Sicht auf den Fall von oben.
Auch hier ein Film (12 MB) mit entsprechender Geräuschkulisse.