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- Kategorie: Cruise rund um Island und Grönland 23
Stadtspaziergang in Reykjavik
Als ich heute morgen aus dem Hotel ging nahm ich mir meine Fliessjacke mit. Ich erwartete kühles Wetter. Zu Beginn war es auch nicht sehr warm, im Laufe des Tages stieg die Temperatur dann aber auf mehr als 20 Grad. Zumindest in der Sonne. Der Himmel war blau mit einigen kleinen Schlierenwolken.

Mein Hotel liegt etwa 2.5 km vom Stadtzentrum entfernt, damit aber noch in Gehdistanz, zumal bei schönem Wetter. Am heutigen Sonntag gab es zudem nur sehr wenig Verkehr.

Auf dem Weg zum Stadtzentrum war eine offene Baugrube. Hier zeigt sich der Untergrund der Insel: Nur ganz wenig Humus und darunter sofort Basalt, welcher auf den vulkanischen Ursprung der Insel hinweist. Davon sollte ich im Lauf des Abends noch mehr mitbekommen.

Die Isländer scheinen starke Farben zu schätzen. Diese Eisdiele war am Morgen allerdings noch geschlossen. Später am Tag war sie dann aber gut besucht.

Ein modernes Wahrzeichen der Stadt ist die Hallgrímskirkj. Die Betonsäulen sollen auch an den allgegenwärtigen Basalt erinnern. Mit ihren 70 m Höhe ist sie eine beeindruckende Erscheinung. Sie wurde 1986 eingeweiht.

Vor der Kirche steht eine Skulptur von Leifur Eiriksson, dieser soll um das Jahr 1000 als erster Europäer seinen Fuss auf Neufundland und damit Nordamerika gesetzt habenund dort eine Siedlung errichtet haben. Die USA haben diese Statue 1930 den Isländer geschenkt. Interessant ist, dass er der Kirche den Rücken zukehrt …

Ein Ansicht des Kirchturms von der Seite. Von hier aus sind die Basalt-Säulen noch besser zu erkennen.

Das Innere der Betonkirche ist schmucklos, erinnert mit seiner Höhe aber an gotische Kirchen des Mittelalters im übrigen Europa.

Im Zentrum gibt es noch viele ältere Häuser, welche gut unterhalten sind. Die Fenster sind meist recht einfach und selten mit gutem Isolierglas versehen. Das ist auch nicht notwendig, da die Heizungen fast ausschliesslich mit Erwärme erfolgen. Und diese ist hier nahezu gratis.

Einige Häuser im Zentrum sind moderneren Datums und beherbergen Kaufhäuser und andere Geschäfte.

Das städtische Kunstmuseum wollte ich heute nicht besuchen, dafür war mir das Wetter zu schön. Von aussen sieht es aber interessant aus.

Schon in den 1920-er Jahren wurde das Art-Deco Gebäude des Nationaltheaters gebaut.

Auch beim Konzertgebäude Harpa wird das Thema Basalt aufgenommen. Die Fenster sollen einerseits an diese Säulen erinnern, anderseits aber auch wie Fischschuppen aussehen. Mir gefällt die Idee des Basalt besser.

Auch im Foyer sind die 6-eckigen Strukturen überall zu sehen. 1800 Besucher sollen im Konzertsaal Platz finden. Der 2011 fertiggestellte Bau schaut auf eine bewegte Geschichte zurück, da er zu Zeiten des grossen Booms begonnen wurde. Als dann aber die Bankenkrise in Island eine tiefe Rezession auslöste, wurde der Bau gestoppt. Schliesslich rafften sich die Stadt und die Bevölkerung auf und sprachen die Mittel, um den 200 Mio. € Bau doch noch zu vollenden. Es hat sich gelohnt.

Mitten im Zentrum steht die Dómkirkjan, welche um 1796 als Bischofssitz für Island erbaut wurde. Davor liegt ein Park, welcher am heutigen Sonntag von vielen Bewohnern als Sonnenliege genutzt wurde.

Diese Skulptur heisst treffenderweise der Kopflose Beamte. Er weist auf die Nähe des Rathauses hin. Auch in Reykjavik scheinen dort viele solcher Typen zu finden sein. Betonkopf wäre ebenfalls eine gute Beschreibung eines Beamten.

Das Rathaus, in dem diese Kopflosen arbeiten, ist ebenfalls sehr modern. Die von Moos überwachsene Wand gibt ihm ein interessantes Aussehen. Zwischen den beiden Gebäuden ist die Hallgrímskirkj auf dem Hügel zu sehen.

In einem Raum des Rathauses gibt es ein Modell im Massstab 1:50’000 von Island.

Um 22:22 schien noch die Sonne und gerade als ich ins Bett wollte, gab es ein 5.1Erdbeben. Das hat ganz. ordentlich geschüttelt! Beunruhigt war jedoch niemand, das scheint hier normal zu sein. Bis heute morgen zeigt die Seite des Erdbebendienstes gerade mal 46 Meldungen aus dem Publikum!