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- Kategorie: Bretagne 23
Überfahrt nach Belle-Île en mer und ein Treffen
Der erste Tag in Quiberon empfing uns mit schönstem Wetter und ruhiger See. Das sollte später noch wichtig werden.

Was macht der moderne Touriste? Er fotografiert mit seinem Handy und wenn es zwei sind, fotografieren beide. So auch Kurt und Willy. Wir schossen Bilder der Bucht während der Ebbe. Die Flut bringt hier gegen 5m mehr Wasser, so dass dann grössere Teile des Strandes unter Wasser liegen.

Diese alte französische Kanone würden sogar wir Schweizer in die Ukraine liefern, da sie kaum mehr als Kriegsmaterial gelten kann. Andererseits würden wir sicher auch hier eine dumme Ausrede finden. Auch ein verstopftes Rohr kann noch Menschen töten oder so.

Die Fähre kam pünktlich im Hafen an und wir konnten sowohl Auto als auch die Passagiere rechtzeitig verladen. Die Überfahrt sollte 45 Minuten dauern.

Die Einfahrt in den Hafen von Quiberon mit den beiden kleinen Leuchttürmen links und rechts. Der rechte Turm zeigt dem Kapitän mit seiner grünen Farbe die Steuerbord-Seite an, der linke und rote Turm zeigt die linke Seite. Die Fähre fährt vorwärts ein und anschliessend rückwärts wieder aus.

Als wir uns vom Festland entfernten, gab es noch ein letztes Bild von Quiberon und der obligatorischen, im Wind flatternden französischen Tricolore. Das Schlauchboot brauchten wir glücklicherweise nicht.

Ein Franzose ohne Gauloise? Gahts no? Der Kapitän darf im Steuerhaus nicht rauchen, falls die Zigarette aber weit genug aus dem Fenster gehalten wird, ist die Gauloise offenbar auch hier möglich.

An die Hafeneinfahrt in Le Palais, der kleinen Hauptstadt von Belle-Île erinnere ich mich noch gut. Mein letzter Besuch hier liegt ja erst 47 Jahre zurück. Es gibt auf der Insel viele Festungsanlagen, welche einerseits von Vauban, dem Baumeister von Louis XIV, aber auch von den Deutschen während des 2. Weltkriegs erbaut wurden. Das Fort bei der Hafeneinfahrt stammt auch der Vauban Zeit. Die Flagge am Bug der Fähre ist die lokale Flagge der Bretagne.

Diese Papiertüten sah ich erst kurz vor dem Aussteigen und bin froh, dass das Meer heute ausgenommen ruhig war, so dass deren Einsatz nicht notwendig war und wir vom Mal de Mer verschont blieben.

Am Hafen von Le Palais wurden wir schon von Gérard erwartet. Unser Gastgeber für die kommenden drei Tage trug einen blauen Faserpelz sowie gelbe Shorts. Ein vollkommenen anderer Aufzug als zu den gemeinsamen Business-Zeiten.

Die Westküste der Insel ist als Côte sauvage - wilde Küste - bekannt. Viele Felsen prägen das Bild, Sandstrände sind selten. Hier knallt der Atlantik ungebremst auf die Insel. Zur richtigen Zeit auch mit gigantischen Wellen. Heute war alles ruhig.

Ein Bild von uns dreien: Links Kurt aus Wien, in der Mitte Gérard aus Paris und rechts Willy aus Oberwil-Lieli.

Die Insel besteht weitgehend aus sogenannter „Schiste“, zu Deutsch einer speziellen Schieferart. Hier sind die einzelnen Lagen sehr gut zu sehen.

Am ersten Abend liess Gérard eine gute Bekannte für uns kochen. Sie servierte als ersten Gang sogenannte Araignée de Mer, eine Meerspinne. Ich war sehr froh, dass uns Gérard zeigte, wie diese gegessen wird. Das Fleisch ist sehr schmackhaft und erinnert an eine Krabbe. Sie werden oft auch Krabben genannt, da die Unwissenden keine Spinnen essen wollen.
