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- Kategorie: Paris 22
Stadtwanderung Paris, Tag 2 - Es „Bögelet“
Der heutige Höhepunkt war ein Lunch mit meinem ehemaligen Chef in der französischen Firma, der schon ein Jahr vor mir ausschied. Gérard hatte keine Lust auf die Zusammenarbeit mit der englischen Nachfolge-Firma und veräusserte deshalb seine Aktien kurz nach dem Merger. Seitdem geniest er das Leben und malt schöne Bilder. Zwei davon hängen in meinem Haus in Lieli.
Wir verabredeten uns um 13 Uhr in einem Restaurant bei den Champs-Élysées. Ruth und ich nutzten den Vormittag für einen längeren Spaziergang vom Louvre durch den Jardin des Tuileries und entlang der Prachtstrasse.

Der Louvre ist das grösste Museum weltweit, es ist im ehemaligen Königspalast eingerichtet. Im Innenhof wurde eine Glaspyramide gebaut, welche heute den Haupteingang zum Museum darstellt. 380’000 Kunstgegenstände gehören zur Sammlung, etwa 35’000 davon sind ausgestellt. Die übrigen „hat“ man einfach. Viele davon wurden während der Feldzüge von Napoleon und anderen Herrschern im Ausland zusammen geklaut. 1519 gelangte auch der Nachlass von Leonardo da Vinci in die Hände des französischen Königs, darunter auch die Mona Lisa, bis heute eines der am meisten angesehenen Bilder. Wir besuchten das Museum heute nicht.

Im Jardin des Tuileries steht ein weiterer Triumphbogen, der Arc de Triomphe du Carrousel. Dieser wurde von Napoleon in Auftrag gegeben, er soll an dessen siegreichen Feldzüge erinnern.
Wenn man davor steht und mit den richtigen Augen gewappnet ist, sieht man durch den Bogen den Obelisken auf der Place de la Concorde und dahinter die Champs-Élysées, die am grösseren Arc de Triomphe enden. Mit dem iPhone lässt sich das nicht fotografieren.

Die Jardin des Tuileries sind eine allgemein zugängliche Parkanlage, welche ursprünglich lediglich für die königliche Familie zugänglich war. Als jene allerdings auf dem Schafott um einen Kopf kürzer gemacht wurde, öffnete die neue Regierung die Anlagen.

Japanische Kirschbäume sind aktuell gerade in voller Blüte, auch sonst ist die Natur schon weiter als bei uns zu Hause.

Einmal mehr eine grosse Baustelle beim Obelisken an der Place de la Concorde. Während der Revolution hiess dieser Platz auch mal Place de la Revolution und genau hier wurden Louis VI und Marie Antoinette entsorgt. Auch der Revoluzzer Maximilien Robespierre erlitt hier dasselbe Schicksal, nachdem er sich mit seinen Mitstreitern überworfen hatte. Insgesamt 1´119 mal sauste das Beil auf einen Hals. Der Obelisk im Zentrum stammt aus Luxor, wo er einer von zwei Obelisken am Eingang des dortigen Tempels war. Im 19. Jhdt. schenkte die ägyptische Regierung ihn den Franzosen. Na sowas.

Noch ein weiterer Bogen steht in Paris und auch dieser in derselben Achse Louvre - Arc de Triomphe du Carrousel - Champs Élysées - Arc de Triomphe - Avenue de la Grande Armee - Grand Arche de la Defense. 1989 eröffnet soll er an das 200-jährige Jubiläum der Französischen Revolution erinnern. Heute ist er das Zentrum eines neuen Stadtteils mit vielen Hochhäusern und vielen internationalen Firmen.

Zwischen den Hochhäusern steht aktuell ein Holzhaus, welches wohl für eine Ausstellung dort errichtet wurde. Sonst sähe man dort in der Ferne den Arc de Triomphe.

Den Daumen des Bildhauers César Baldaccini gibt es in verschiedenen Grössen und Materialen als Kunstwerk an unterschiedlichen Orten auf der Welt. Diese Variante in Paris ist aus Stahl und misst als grösste 12 m und wiegt 18 t.

Ruth’s Daumen im Vergleich zur Plastik. Auch recht beeindruckend.

Schliesslich besuchten wir noch die Place Vendôme mit der Siegessäule, welche an die erfolgreiche Schlacht von Austerlitz erinnert. Die Kanonen, welche dort erbeutet wurden, sollen eingeschmolzen worden sein und damit soll die Säule verkleidet worden sein. Zuoberst eine Statue von Napoleon.
