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- Kategorie: Down Under 09/10 - New Zealand
Lake Waikaremoana und eine Überraschung
Lake Waikaremoana und eine Überraschung
Am ersten schulfreien Tag war für uns ein Ganztages-Ausflug auf dem Programm. Im Norden von Napier liegt in einem Nationalpark der Lake Waikaremoana (ein Maori-Name, deshalb für uns mehr eine Anordnung von Buchstaben ohne weiteren Sinn).

Vom See aus führt eine lange Staubstrasse bis in die Gegend von Taupo, von wo aus uns dann wieder Teer zurückbegleitete. Die Fahrt durch den Nationalpark war nur schon wegen der Vegetation sehr interessant. Der Wald gilt als Regenwald, hat aber wenig mit der gängigen Vorstellung eines Jungles zu tun. Die meisten Bäume sind stark mit Bromelien überwachsen, zwischen den Stämmen stehen übergrosse Farnbäume, wie sie auf der Nordinsel sehr häufig sind.

Ab und zu stürzt ein Wasserfall über bizarre Gesteinsformationen.

In der Nähe von Taupo fiel uns ein Kühlturm auf, wie wir sie in der Schweiz auch antreffen. Der erste Gedanke war natürlich, dass hier ein AKW seine Dampffahne in den Himmel bläst. Dann aber erinnerten wir uns, dass New Zealand seit langer Zeit (genauer seit der Versenkung der Rainbow Warrier durch Frankreich in Auckland) schon auf jeglichen Einsatz der Nukleartechnologie verzichtet. Wozu also dieser Turm, der erst noch aktiv zu sein scheint?

Das Rätsel löste sich einige Strassenkehren weiter unten als ein Abweiger zu einem Geothermie-Projekt wies. Besucher waren sehr willkommen und wurden zwischen den immensen Rohren zu einem Aussichtspunkt geleitet, von wo aus die Anlage schön übersichtlich zu sehen war.


Etwa 60 aktive Bohrlöcher fördern heissen Dampf aus bis zu 2'000 m Tiefe, welcher über lange Leitungen zum Kraftwerk mit dem Kühlturm geleitet wird. Die erzeugte Energie ist abgesehen von den Anlagekosten kostenfrei und unerschöpflich, Langzeitrisiken mit der Endlagerung der Abfälle entstehen ebenfalls keine. Leider steht uns in der Schweiz keine solche Energiequelle zur Verfügung!
Von Taupo aus geniesst man eine schönen Blick auf die höchsten Berge der Nord-Insel, mit 2'797 m überragt der Mt. Ruapehu alles, auch Mitten im Hochsommer ist er immer noch schneebedeckt. Für uns eine gewohnte Ansicht, für Hiesigen eher ungewohnt.

