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- Kategorie: Down Under 09/10 - Australia - Adelaide Kununurra
Nach gut 17'000 km in Australien ein Teilziel erreicht
Das gestrige Abendrot hat Wort gehalten. Ein wolkenloser Himmel und Temperaturen weit über 30 Grad während des ganzen Tages für unsere lange Fahrt von Port Hedland nach Broome. Auf den ganzen gut 600 km gibt es ganze zwei Roadhouses, wo Benzin und Diesel erhältlich sind. Sonst keinerlei Ortschaft, Gebäude oder Menschenansammlungen. Einfach Landschaft, Landschaft und nochmals Landschaft.

Ausgangs Port Hedland überquert die Strasse noch einige Bahnlinien, auf denen Erz in Richtung Hafen transportiert wird. Kaum war der Zug vorbei und wir durften weiterfahren, war nichts mehr, nur noch die endlose Weite.
Die Strasse führt durch eine Vegetationszone, wo nur flache Büsche und Gras wachsen, kaum mal ein kleiner Baum. Hier stösst die Great Sandy Desert aus dem Inneren des Kontinentes bis fast ans Meer vor. Alles in Allem ist die Vegetation aber trotzdem recht dicht und grün, dies hat sicher mit den starken Regenfällen in dieser Gegend vor einigen Monaten zu tun. Von Regen ist jetzt aber nichts mehr zu sehen, ab und zu eine kleine Pfütze mit etwas Restwasser ist alles, was bleibt.

Unterwegs zeigte sich über einer grossen Ebene eine niedrige Bergkette, beim Näherkommen entpuppte sie sich leider als Fata Morgana, lediglich eine mickrig kleine Düne statt eines stattlichen Bergzuges!

Dann, unterwegs auf einsamer Flur kommt uns plötzlich ein anderes Fahrzeug entgegen! Fast schon Panik ob des riesigen Gegenverkehrs! Glücklicherweise verschwand diese Erscheinung schnell im Rückspiegel und die Welt gehörte wieder uns allein. Zeitweise erfasst mich nun schon Panik, wenn in einem Roadhouse mehr als 3 Leute gleichzeitig anwesend sind. Mit Grausen denke ich an unseren Aufenthalt in Bangkok in einigen Wochen, dort leben viermal soviel Leute in der Stadt wie hier auf 2.5 Mio. km2!

Unser erstes Teilziel erreichten wir bei einem einsamen Roadhouse: Der erste Baobab, hier Boab getauft. Eine Adansonia gregorii wurde hier als Zierpflanze gesetzt. Mehr Exemplare werden wir auf unserer Weiterreise im Norden treffen. Weltweit existieren nur gerade acht Arten von Baobab, Adansonia gregorii hier in Australien, Adansonia digitata in Afrika und beide Arten sowie sechs weitere in Madagaskar. Uns haben die Baobab seit unserer ersten Afrikareise fasziniert, auch in Madagaskar trafen wir auf einige Vertreter. Die australische Art zu sehen war eines der Ziele dieser Reise.
Ein weiteres Abendrot mit den dazu gehörenden Sonnenuntergang bewunderten wir beim Gantheaume Point Leuchtturm mit einer freien Sicht auf den Indischen Ozean.
