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- Kategorie: Winterreise 12 / 13 - Sri Lanka
Anuradhapura - Sri Lankas erste Hauptstadt
Bereits vor unserer Zeitrechnung war Anuradhapura besiedelt, erste Spuren wurde auf das 6. bis 7. Jhdt. BC datiert. Könige siedelten gerne in dieser Gegend, da hier das Klima - angeblich - angenehm sein soll. Die vielen Einwohner brauchten ebenso viel Wasser, so dass bereits in den ersten Anfängen grosse Bewässerungsanlagen angelegt wurden. Auch riesige Stauseen waren Teil des System. Einer dieser Seen misst beeindruckende 1668 ha, sicher einer der grössen Stauseen seiner Zeit. Angesichts des jetzigen Wetters können wir uns kaum vorstellen, dass hier Bewässerungsanlagen notwendig sind.

Selbstverständlich gehören auch viele Tempel zu den Anlagen. Buddhisten verehren sie noch heute. Auch heute waren ganze Völkerwanderungen unterwegs, wir eingeschlossen.

In dieser Anlage sind riesige Granit Monolithen eingearbeitet, alle Pilger besteigen die Brocken, um von dort eine gute Übersicht über die Gegend zu erhalten. Links ist eine typische weisse Dagoba leicht hinter einem Haus versteckt. In Sri Lanka heissen diese Strukturen Dagobas, in Thailand That anderswo auch Chedis. Immer sind sie Teil einer Tempelanlage.

In vielen Tempelanlagen leben Affen, sie kennen, wie diese hier, keinen Respekt vor religiösen Figuren. Buddha-Köpfe sind gute Sitzgelegenheiten, da sie den Überblick gewährleisten! Pilger bringen häufig Lotus-Blüten als Opfergaben mit, die Affen fressen auch diese hemmungslos. Ab und zu werden sie von Wächtern mit Steinschleudern verscheucht, umgehend sind sie aber wieder am alten Ort.

Da hier eigentlich eine der trockensten Regionen Sri Lankas ist und der Monsun normalerweise nicht bis hier hin kommt, bot sich uns heute ein eher seltenes Bild. Den ganzen Tag über goss es aus Kübeln, vergleichbar mit einem gigantischen Sommergewitter in der Schweiz. Aber eben während des ganzen Tages und nicht nur während einer Stunde! Das Wasser blieb auf den Felder einfach liegen, bis es abfliesst, dauert es sicher noch einige Zeit. Zumal es immer weiter pisst und sich das Wetter auch die nächsten Tage nicht gross ändern soll. Machen wir das Beste aus der Situation und geniessen wir den untypischen Regen und freuen uns an der frisch gewaschenen Natur.

Bei einer anderen Tempelanlage schoss das Wasser in dicken Bächen aus den Abläufen, die grossen Bäume geniessen den Regen selbstverständlich. Die Luftwurzeln könnten schon bald das Regenwasser aufnehmen!

Eine andere Dagoba ist vollständig aus gebrannten Bachsteinen gebaut. Innen sind diese Strukturen nicht hohl, sondern massiv gebaut.

Das grösste Heiligtum in dieser Gegend ist dieser Maha-Bodhi-Baum (Ficus religiosa). Er ist ein Schössling jenes Baumes in Indien, unter welchem der Legende nach Buddha seine Erleuchtung hatte. Hier hätte er heute wohl keine solche gehabt, da der Regen jedes noch so kleine Feuer ausgelöscht hätte. Vermutlich auch das himmlische.

Eine typische Strassenszene in Anuradhapura aus dem fahrenden Auto heraus fotografiert. Glücklicherweise bleib auch beim Dauerregen die Temperatur immer über 25 Grad, so dass die feuchten Kleider und nassen Schuhe gut zu ertragen waren.
Unser Fahrer ist an sich gut ortskundig; Heute aber verfuhr er sich jämmerlich. Die schmalen Strassen sehen aber auch alle gleich aus und im strömenden Regen ist die Orientierung noch viel schwieriger. Zum Glück kennt mein Navi keine solchen Probleme: Die Frau im Garmin führte uns problemlos aus dem Wirrwarr zurück auf die richtige Strasse, so dass wir noch rechtzeitig zurück fanden.
