- Details
- Kategorie: Zambia 21
Heute ist es soweit, der letzte Gamedrive in Zambia, endlich noch Löwen?
Zum letzten Mal hiess es heute früh aufstehen, der Wecker ging um 04:45 los und ich ging möglichst schnell unter die Dusche. Wir wollten wieder zeitig losfahren, um möglichst viel Zeit im Park zu haben. Und vielleicht zum Abschluss der Reise doch noch Löwen zu sehen.

In meinem Badezimmer, das nur überdacht, aber sonst offen war, richtete sich eine grosse Spinne ein. Diese machte sich ganz flach wenn sie an der Mauer sass. Das Ding misst etwa 6 cm im Durchmesser. Ich liess sie in Ruhe, als ich am Abend zurück kam, war sie verschwunden.

Diesmal hat alles geklappt, der Kaffee war bereit, das Essen ebenso. Und wir waren vor der Kälte am frühen Morgen gewarnt und entsprechend ausgerüstet. Brigitta und Dulani nahmen ihre Schlafsäcke aufs Boot, wir anderen waren mit wärmenden und Wind-abhaltenden Jacken gut ausgerüstet.

Morgenrot und leichter Frühnebel über dem Wasser begleiteten uns auf dem Weg zum Nationalpark-Eingang. Das Wasser war einmal mehr spiegelglatt. Ich mass während unserer gestrigen Bootsfahrt die Fliessgeschwindigkeit des Zambesi und kam auf einen Wert von knapp 5 km/h. Dies bei einer Breite des Flusses von meist etwas mehr als 1 km und einer durchschnittlichen Tiefe von 4 m. Das ergibt gigantische Wassermengen, die hier durchfliessen!

Bereits von der Sonne aufgewärmt posieren wir drei Europäer hier vor einem der ganz grossen Baobab im Park. Die richtig dicken Jacken legten wir schon ab. Ich las, dass dieser Baum wohl weit älter als 1000 Jahre sein soll. Einige Jahrzehnte mehr oder weniger spielen bei diesem Riesen keine Rolle, auf jeden Fall war er sehr beeindruckend. Unser Guide meinte, sie hätten ihn schon mit einer Reise-Gruppe umschlungen und dabei 15 Personen gebraucht. Mit uns hätte dies nicht gereicht.

Eine Gruppe von anderen Primaten geniesst ebenfalls die Morgensonne und übt sich nicht gerade in Social Distancing. Masken tragen sie auch keine!

Etwa 80 Büffel hatte diese Herde, welche gerade an den Fluss zum Trinken wollte, als wir hinzu kamen. Sie beobachteten uns aufmerksam aus sicherer Distanz.

Ihre Hörner verleihen ihnen ein imposantes Aussehen. Ihre Kleinen stehen immer inmitten der Herde, damit sie von potentiellen Fressfeinden bestmöglich geschützt sind.

Schliesslich wurden wir nach etlichen Minuten als ungefährlich taxiert und die Herde wagte sich zum Fluss, um ihren Durst zu stillen.
Dann muss ich noch von einer überraschenden Begegnung berichten. Wir standen mit unserem Fahrer unschlüssig auf einer Ebene um nach Löwen zu horchen, als ein anderes Fahrzeug mit einer Nummer aus Namibia anhielt. Die Fahrer unterhielten sich und plötzlich meinte eine Frau, sie höre schweizerdeutsch. Ich sagte ja, da käme ich her. Viel Zeit für einen Austausch blieb nicht, da beide Fahrer weiter wollten. Wir wünschten uns gegenseitig eine gute Reise und fuhren unserer Wege.
Mir kam die Dame im Nachhinein bekannt vor, ich meinte, sie schon einmal gesehen zu haben. Am Flughafen Lusaka klärte.sich die Sache schliesslich auf: Dieselbe Dame kam auf mich zu und fragte mich: bist du nicht Willy? Das Ehepaar ist Mitglied der Freunde der Serengeti (Klick mich!) und ich traf beide schon an gemeinsamen Anlässen. Klein ist die Welt, kaum Touristen und dann erst noch noch Bekannte.

Auch Riesen müssen sich ab und zu nach ihrem bevorzugten Futter strecken. Dieser Elefantenbulle scheint die Blätter dieses Baumes jedenfalls zu schätzen. Er verdrehte seine Hinterbeine, um noch besser an sein Essen zu gelangen.

Als er genug gefressen hatte und wir immer noch nahe bei ihm standen, kam er etwas näher zum Auto. Ich konnte eine gute Detail-Aufnahme seiner Füsse und des Rüssels machen.

Schliesslich näherte er sich aber noch näher dem Auto. Er stand noch knapp 2 m entfernt, als unser Fahrer meinte, wir sollten einfach ruhig sein, uns nicht bewegen und er würde schon wieder abziehen. Den Motor des Landcruisers liess er während der ganzen Szene laufen, um im Notfall schnell losfahren zu können. Unsere Herzen schlugen etwas schneller, als er uns in die Augen sah. Doch bald schon war der Gwunder des Riesen gestillt und er drehte sich um. Wir nahmen schnell Reissaus.

Auch Paviane essen gerne Salat, vor allem wenn er so im Überfluss in Angebot ist. Im Gegensatz zu uns brauchen sie dazu keine Sauce, offenbar eine menschliche Kulturleistung.

Der Elipsen-Wasserbock, auch Common Waterbuck genannt, hatte uns ganz genau im Visier und taxierte uns als ungefährlich. Ob es wohl derselbe war, den wir vorgestern mit der Schlinge um den Hals sahen?

Auch für ein Hippo ist das Leben endlich und so liegen die schwer verdaulichen Knochen noch lange in der Landschaft. Dieser Unterkiefer war nur ein Teil des Ersatzteil-Lagers an diesem Ort. Hüftknochen, Rippen, Wirbel und andere weissen Knochen zeugen noch von der einstigen Grösse des Tieres.

Zum Schluss des Gamedrives sahen wir doch noch einen Löwen. Auf diesem Bild ist ein kleines, etwa einen Monat altes Löwenbaby zu sehen, welches von seiner Mutter in diesem Dickicht zurück gelassen wurde, während sie auf Jagd ging. Der gelbe Streifen in der Bildmitte ist ein Teil des Fells, welches von der Sonne beschienen wurde. Mit dem Feldstecher konnte ich sogar ein Auge und ein Ohr ausmachen, fotografieren liess sich aber davon nichts. Man ist ja mit wenig zufrieden!

Knapp 200 m vom Gate entfernt hörte ich ein Geräusch wie „Pffff“ und dann einen Ausruf: „Guancha“ des Fahrers. Wir hatten kurz vor Schluss noch einen Plattfuss eingefangen! Das Rad, welches wir gestern zurück zur Lodge brachten, kam heute morgen wieder mit aufs Boot und hatte nun schon wieder einen Einsatz! In knapp 10 Minuten war das Rad gewechselt und wir verliessen den Park.
