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- Kategorie: Zambia 21
Lange Fahrt vom North Luangwa NP in den Kafue NP
Nach dem Frühstück hiess es zuerst einmal abbrechen der Zelte. Dann fuhren wir in zwei Tagesetappen in den Kafue Nationalpark. Einmal zelteten wir in der Höhe und die zweite Nacht verbrachten wir in einem Guesthouse unterwegs. Drei lange Tag mit viel fahren auf stark befahrenen Hauptstrassen mit sehr viel Lastwagen-Verkehr. Die Trucks waren von Walfish-Bay in Namibia unterwegs in den Norden von Zambia und in den Kongo zu den Kupferminen. Auf der Fahrt in den Norden hatten viele Trucks Schwefel geladen, welcher in den Kupferminen eingesetzt wird. Andere wiederum transportierten Güter des täglichen Bedarfs, welche über den Tiefseehafen von Walsfish-Bay eingeführt werden. Auf dem Rückweg transportierten viele Sattelschlepper je etwa 30 t Kupferplatten. Kupfer ist ein wichtiges Exportgut Zambias. Teile der Minen wurden kürzlich verstaatlicht, was auf dem internationalen Parkett nicht gut ankam.
Es gibt kaum Gelegenheiten, die lange Fahrstrecke anders zu unterbrechen, Hotels oder Lodges in unserem Standard sind sehr selten.

Im Zelt hatten wir auf den Feldbetten selbst-aufblasbare Matten, welche wir vor der Abreise jeweils wieder einrollen mussten. Zu zweit ging dies bei Brigitta und Kurt besser, alleine ist dies eine eher mühsame Angelegenheit.

Die nächste Aktion war dann das Übersetzen über den Fluss, diesmal aber mit Anhänger. Beide Fahrzeuge passten nicht zusammen auf den Pontoon, zuerst fuhr der Landcruiser auf den Pontoon, dann wurde der Anhänger abgekuppelt. Der Landcruiser setzte dann nur mit dem Fahrer über, die Fähre kam leer mit Dulani zurück und anschliessend wurde der Anhänger auf den Pontoon bugsiert und schliesslich ebenfalls auf die andere Seite gezogen. Das tönt relativ einfach, brauchte aber knappe 2 Stunden, bis beide Fahrzeuge auf der anderen Seite waren und die Fahrt weiter gehen konnte. Der Anhänger enthielt all unser Gepäck, die Zelte sowie die Kochausrüstung.

Das Abkuppeln des Anhängers gelang nur mit dem grossen Wagenheber, der aber zuerst wieder in Stand gesetzt werden musste. Der Mechanismus war irgendwie verklemmt, mit einem gemeinsamen Effort unserer beiden Fahrer sowie den Parkmitarbeitern konnte das Problem aber behoben werden.
Der Verlad des Anhängers war sehr aufwändig. Ohne Zugfahrzeug musste das schwere Teil mit Manneskraft auf den Pontoon geladen werden. Der Film zeigt, wie schwierig das war. Sobald der Trailer ins Rollen kam, musste er manuell gebremst werden, damit er nicht in den Fluss rollte.
Als der Anhänger schliesslich ebenfalls auf dem Pontoon war, konnte es losgehen. Wir stellten uns neben den Anhänger und hielten uns daran fest, während der Matrose seine anstrengende Arbeit tat.
Eine "Brücke" mit einem Motor mit einer Mannstärke! Ein angemessenes Trinkgeld war den Helfern gewiss.

Die beiden Knebel, mit welchen der Pontoon am Drahtseil über den Fluss gezogen wurde. Beide sind wohl schon lange im Einsatz, dienen aber Immer noch Ihrem Zweck.

Vor dem Parkausgang bemerkte ich dieses Schild, es warnt vor einer Schwelle, welche wohl die Geschwindigkeit der Fahrer bremsen soll. Allzu schnell wird hier aber ohnehin nicht gefahren, dazu ist die Piste viel zu ruppig und auch viel zu staubig.

Der Blick zurück den den Park zeigt die Piste, welche quer durch den Park führt. Während der ganzen Zeit, welche wir im Park verbrachten, sahen wir kaum andere Autos. Touristen gibt es zur Zeit nur sehr wenige.

Unserer erstes Camp schlugen wir auf etwa 1500 m.ü.M. auf, hier gab es viele Aloe, welche gerade in Vollblüte waren. Schöne Pflanzen! Die Nacht war recht kalt, die mitgebrachten Schlafsäcke leisteten sehr gute Dienste!
Kurt und Dulani machten sich schon am frühen Morgen vor der Morgendämmerung auf, um von einem grossen Granitfelsen aus ins Tal des Luangwa hinunter zu sehen. Brigitta und ich zogen den warmen Schlafsack vor. Zum Frühstück waren die beiden auch wieder bei uns.

Der Fluss staut sich hier auf natürliche Weise, einige grosse Granitfelsen versperren ihm den Weg und ich nutzte die Gelegenheit, um meine beiden Begleiter Brigitta und Kurt sowie unseren Fahrer Dulani zu portraitieren.

Brigitta liess sich von Dulani auf dem Stausee in einem Kanu ausfahren.

Bereits am Vorabend bei der Hinfahrt zum Camp fielen mir die weissen Blüten am Rand der Piste auf, bei der Rückfahrt am nächsten Morgen bat ich Dulani, kurz anzuhalten, um die Pflanzen genauer ansehen zu können. Es sind wunderschöne Protea, die hier der freien Natur wachsen.

Im August stehen in Zambia Präsidentschaft-Wahlen an, an vielen Orten machen die Kandidaten mit riesigen Plakaten auf sich aufmerksam. Der Kandidat der Linken hat eher schlechte Chancen, der amtierende Präsident verpflastert ganze Ortschaften mit seinen Bildern, die wohl aus der Staatskasse finanziert werden.
Am späteren Nachmittag des dritten Tages erreichten wir schliesslich unsere Campsite im Kafue NP, wo wir nach dem Aufstellen der Zelte und einem kühlen Gin-Tonic ein wunderbares Nachtessen von Mitto geniessen konnten.
