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- Kategorie: Transatlantik mit Queen Mary 2 18
Kurzaufenthalt in New York
Nach unserer Überfahrt von Southampton nach New York verbrachten Ruth und ich noch eine Nacht in New York. Da wir schon am frühen Sonntag-Morgen ankamen und erst am späteren Montag-Nachmittag wieder abflogen, blieb uns doch etwas Zeit, die Stadt zu erkunden.

Leider liess der Regen während der ganzen Zeit nicht nach, mal etwas mehr, mal etwas weniger Wasser fiel aus den dunklen Wolken. Immerhin spiegelten sich so die Lichtreklamen am Times-Square auf dem nassen Asphalt.

Am frühen Sonntagmorgen waren noch nicht viele Personen unterwegs, die meisten dachten beim Erwachen wohl, sie könnten ebenso gut den Tag im warmen Bett verbringen. Wir wollten aber jede Minute nutzen und machten uns unmittelbar auf den Weg.

Auch die berühmte Carnegie-Hall sähe im Sonnenschein besser aus, musikalische Vorstellungen gab es während unseres Besuches leider keine. So begnügten wir uns mit dem Anblick des Gebäudes. Hier noch eine schlechte Nachricht: Viele Besucher der Stadt kannten vermutlich das Carnegie-Deli, welches auf der anderen Strassenseite während vieler Jahre berühmte Sandwiches und andere Speisen im Angebot hatte. Ich war schon mehrfach dort zu Gast und habe nur gute Erinnerungen. Leider gab die Gaststätte Ende 2016 ihr Geschäft auf! Es soll ein Nachfolge-Lokal beim Madison-Square Garden geben. Wir hatten jedoch keine Zeit, dieses zu suchen.

Ruth und ich wollten eigenlich mit einem Hopp-On-Hopp-Off Bus eine Stadtrundfahrt machen, um so einfach an die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu kommen. Der Regen hielt uns aber von unserem Vorhaben ab, mit einem Plastik-Mantel macht das definitiv keinen Spass! Diese Busse wird es bei unserem nächsten Besuch in der Stadt sicher noch geben.

Auch Christoph Kolumbus wünschte sich auf seiner Säule am gleichnamigen Platz sicher schöneres Wetter. Doch sogar der offizielle Entdecker des Kontinents kann das Wetter nicht beeinflussen. Was sollen wohl zwei kleine Schweizer dagegen unternehmen?

Auch die berühmte 5th Avenue sah nicht viele Leute. Einzig die Regenschirme brachten etwas Farbe ins überwiegende Grau.

Eine typische Sicht in New York sind solche dampfenden Säulen. Viele Gebäude in der Stadt werden mit Dampf geheizt und ab und zu tritt eben solcher aus den Leitungen aus und sorgt dann für die langen Dampffahnen.

Sogar das Weitwinkel-Objektiv des iPhones kann viele der Häuser nicht vollständig erfassen. Das Rockefeller-Center sorgt auch beim menschlichen Betrachter für Nackenstarre, ständig geht der Blick nach oben. Am heutigen Tag war dies doppelt unangenehm, da die Brille immer wieder voll Wasser war!

Die Grand Central-Station, einer der wichtigsten Bahnhöfe der Stadt sorgte für einmal für einige trockene Momente. Hier herrscht immer viel Fussgängerverkehr, gehen doch von hier auf zwei Etagen mit gesamt 44 Perrons die Züge auf total 67 Gleisen ab! Damit ist dies der Bahnhof mit den meisten Geleisen weltweit. Auf der einen Seite des Bahnhofes, gerade in meinem Rücken, ist einer der grössten Apple-Shops in New York.

Ein weiterer Grund für die Genickstarre ist das Empire State Building, auf welchem eine wunderbare Aussichtsplattform liegt. Diese war für uns heute auch nicht besonders einladend. Wir begnügten uns mit dem Anblick des Gebäudes von aussen.

Im Süden der Halbinsel Manhattan ist die berühmte Wall-Street mit der New York Stock Exchange. Der wichtigsten Börse weltweit. Auch wenn heute der meiste Aktienhandel nicht mehr am Ring stattfindet, ist das Gebäude immer noch beeindruckend.

Trump regt sich immer auf, dass die Ausländer billige Waren in die USA liefern. Dass aber sogar die Dohlendeckel bei der Wall-Street aus Indien kommen, hat sogar mich überrascht.

Dieses Becken ist eine Erinnerung an die wohl grösste Katastrophe New Yorks, den Anschlag auf die beiden Türme des World-Trade-Centers am 11. September 2001. Wir besuchten den Ort am 10. September 2018, einen Tag vor dem 17. Jahrestag des Anschlags. Anstelle der beiden Türme sind hier zwei grosse Becken entstanden, der Platz wird aus Pietät nicht mehr bebaut.

Auch anstelle des zweiten Turms ist heute ein grosser Brunnen entstanden. Die Namen der Opfer in den Türmen sind auf der Brüstung eingraviert. Mit Ausnahme der beiden grossen Brunnen ist sonst nichts mehr von den Anschlägen zu bemerken.

Das Nachfolge-Gebäude wurde in der Nähe erstellt. Es heisst offiziell One World-Trade Center, wird aber häufig auch Freedom Tower genannt. Bei unserem Besuch waren die obersten Stockwerke von dichtem Nebel verhüllt.

Die neue Metro-Station beim World-Trade-Center wurde vom Architekten Calatrava entworfen, der auch in der Schweiz einige Beispiele seines Könnens hinterliess. Rund um den Bau kam es zu vielen Polemiken, mehr dazu gibt es auf Wikipedia (Klick mich!).
Die Fahrt vom Hotel zum Flughafen war noch ziemlich stressig: Unser Taxi-Fahrer, den das Hotel organisierte, hatte offensichtlich keine Ahnung von der Stadt. Zuerst fuhr er von der Nähe des Times-Square fast an die Südspitze von Manhattan. Dort stellte er sich an den Strassenrand und begann auf seinem Tablett herum zu tippen. Ich fragte ihn dann, ob er wisse, wo er sei. Er meinte, er hätte sich wohl verfahren und ob ich ihm helfen könnte. Glücklicherweise hatte ich in meinem iPhone meine Navi-App mit der richtigen Karte und konnte ihn zum Flughafen lotsen. Statt der normalen 45 Minuten brauchten wir schlussendlich fast zwei Stunden bis zum Flughafen. Den Flieger erreichten wir aber noch rechtzeitig.
Eine Galerie mit mehr Bildern ist hier (Klick mich!).
Schliesslich gibt es noch einen Bericht zu unserem Nachtessen am Abend des Sonntages, dieser ist hier (Klick mich!).
