- Details
- Kategorie: Transatlantik mit Queen Mary 2 18
Transatlantik - Cruise Queen Mary 2, 1. - 10. September 2018
Am Samstag, 1. September 2018 flogen Ruth und ich am frühen Morgen nach London-Gatwick und mieteten dort ein Auto. Unser Ziel hiess Southampton, der Hafen an Englands Südküste, von wo aus wir am Sonntag, 2. September 2018 mit der Queen Mary 2 in Richtung New York ablegen sollten.
Eigentlich wollten wir auf dem Weg noch Stonehenge besuchen, da wir aber unser Auto erst sehr spät erhielten - es war kein Automat verfügbar, obwohl ich dies bestellt hatte - entschlossen wir uns, direkt nach Southampton zu fahren. Die Stadtbesichtigung an diesem arbeitsfreien Samstag war sehr spannend, Parkplätze waren gut zu finden.

In der Nähe des Hafens trafen wir auf dieses Restaurant, dessen Name uns etwas seltsam anmutete. Zumal das Schiff gleichen Namens auf unserer Route liegen sollte. Allerdings etwa 146 Meilen nördlich und auf dem Meeresgrund. Hoffentlich kein schlechtes Omen!

Am Sonntag fuhren wir schon zeitig los, um doch noch nach Stonehenge zu kommen. Auch hier hatte es noch nicht allzu viele Leute, so dass ich die Anlage gut fotografieren konnte.

Gegen Ende unseres Besuches zogen dunkle Wolken auf, welche dem Monument einen mystischen Anstrich verliehen. Es regnete aber während der ganzen Zeit nicht. In Richtung Osten, zurück nach Southampton besserte sich das Wetter wieder.

Zurück in Southampton brachten wir unser Mietauto zurück und machten uns per Uber auf den Weg zum Schiff. Der erste Anblick des grossen Ozean-Riesen ist jedesmal beeindruckend!

In dieser grossen Halle werden die Passagiere von Taxis, Privatautos und auch Reisecars ausgeladen. Hier mussten wir zuerst mal eine gute Stunde anstehen, bis wir zu den Check-In Schaltern kamen. Da die weitaus meisten der 3'000 Passagiere hier zustiegen, dauerte es sehr lange. Wir hatten jedoch genügend Zeit, da wir rechtzeitig am Hafen waren.

Kaum waren wir auf dem Schiff, packten wir in der Kabine unsere Koffer aus und gingen an Bord, um das Schiff zu erkunden. Noch waren wenig Leute unterwegs, was sich aber bald ändern sollte. Der ikonische Schriftzug mit den grossen Buchstaben sorgt dafür, dass die QM2 auch von weitem gut erkannt wird.

Auf Deck 13 gibt es eine grosse Freifläche, wo heute zur Begrüssung der Gäste eine Bar aufgebaut war. Diese habe ich jedoch nicht fotografiert. Die grossen Satelliten-Antennen und übrigen Kommunikationseinrichtungen faszinierten mich mehr.

Bald schon hiess es "Leinen los!" und wir nahmen Abschied von England. Nach uns fuhr noch ein weiteres Schiff vom Hafen aus. Das schöne Wetter lockte zudem viele private Bootsfahrer aufs Wasser, alle grüssten uns zur Ausfahrt. Viele der Passagiere waren zu diesem Zeitpunkt auf Deck.

Von Deck 6 gab es einen schönen Blick zurück auf die oberen Decks, wo viele Passagiere die Sonne genossen und noch einen letzten Blick aufs Land warfen. Dies sollte für die nächten 7 Tage der letzte Anblick von Festland sein. Dann lange nur noch Wasser ...

Dieses Teil möchte man nicht benutzen müssen. Im kalten Wasser des Atlantiks wäre es wohl auch eher nutzlos. Immerhin wüsste ein Retter, von welchem Schiff der Passagier stammt.
Am ersten ganzen Tag auf See war das Meer unruhig, wir entschlossen uns deshalb, je ein Anti-Kotzpflaster hinter das Ohr zu kleben. Damit war das sehr gut auszuhalten. Im Laufe des Nachmittages sahen wir einige Wale in der Nähe des Schiffes, für die Kamera waren sie aber zu weit weg.

- An einem Tag während der Überfahrt konnten wir einen Teil der Küche besuchen. Hier wurden die Vorspeisen, Salate und Desserts vorbereitet. Insgesamt 150 Köche und 80 weitere Mitarbeiter sorgen hier für das körperliche Wohl der Gäste.
Dazu noch einige Zahlen, was das Essen betrifft. Während der 7-Tages Atlantik-Überquerung werden diese Lebensmittel von den 3'000 Passagieren und 1'800 Crew-Mitgliedern konsumiert:
- 12 t Fleisch
- 8 t Geflügel
- 13 t Fisch und Meerestiere
- 55 t Früchte und Gemüse
- 4 t Mehl
- 2 t Käse
- 2 t Reis
- 2 t Zucker
- 2 t Käse und Milchprodukte
- 20'000 l Milch
- 2'800 l Bouillon
- 32 t frische Eier

Die ganze Küche ist makellos sauber, alles aus Chromstahl und die Böden sind geplättelt. Tageslicht gibt es nicht. Ich stelle mir lieber nicht vor, wie es sich hier unten bei starkem Seegang arbeitet.

Draussen auf Deck scheint an diesem Tag die Sonne, das Meer ist angenehm ruhig. Viele Passagiere nutzen die Zeit zum Baden in einem der vielen Pools. Einige liegen auch ganz einfach in den Liegestühlen. Andere wiederum joggen auf Deck 7, wo das ganze Schiff durchgehend zugänglich ist. Eine Runde sind 550 m. An manchen Tagen ging ich die Strecke ebenfalls mehrfach ab.
Am ersten Abend assen wir am Buffet und nicht im bedienten Teil des Restaurants. Unser Tisch war für 18 Uhr reserviert, viel zu früh, da wir noch das Schiff erkunden wollten. Auch am Buffet ass es sich hervorragend! Die übrigen Abende assen wir dann im Restaurant. An unserem Tisch waren zwei zusammen reisende Frauen sowie ein Paar aus Deutschland. Die eine Frau litt ebenso wie ich an MS, so ein Zufall!
Am Mittwoch "musste" ich Ruth an einen typisch englische Nachmittagstee begleiten, immerhin blieb mir das Getränk erspart, die dazu servierten Sandwiches und sonstigen Knabbereien waren sehr gut!
Am Donnerstag Abend um 22 Uhr war es soweit: Wir waren der Titanic am nähesten: 146 Meilen nördlich von uns lag sie auf Grund, 3.8 km unter der Meeresoberfläche.

Ganz vorne auf Deck 7 gibt es einen Bereich, der nur bei schönem Wetter zugänglich ist, dort führt die QM2 sechs Ersatzblätter für die Propeller mit, welche bei Bedarf ausgetauscht werden könnten. Vermutlich aber nur in einem Hafen, und auch dort nur, wenn die richtigen Einrichtunge- vorhanden sind. Die übermannsgrossen Teile sind auf jeden Fall beeindruckend.

Selbstverständlich fehlt auch auf der QM2 das Spielkasino nicht. Offenbar gibt es Passagiere, welche ohne diese Idiotensteuer-Geräte nicht auskommen. Bei meiner letzten Reise 2014 war dies jedoch noch viel grösser. Bei der Generalüberholung 2016 wurde hier zurückgebaut.

Am sehr frühen Sonntagmorgen, bereits um 04:45 näherten wir uns dem Festland. Im strömenden Regen kam die Verazzano-Narrows-Brücke in Sicht und kurze Zeit später fuhren wir darunter im Hafen von New York ein. Leider war von der Stadt noch nichts zu sehen.

Unsere Anlegestelle in Brooklyn, wo wir um kurz nach 06:00 anlegten. Um 08:00 verliessen Ruth und ich das Schiff, noch bevor die meisten Leute von Bord gingen. So verliefen das Ausschiffen und die Passkontrolle problemlos und sehr schnell.

Bevor wir uns ins Taxi setzten, schoss ich noch eine letzte Aufnahme des Schiffes, unserem temporären Heim der letzten 7 Nächte. Einmal mehr eine interessante und schöne Reise.
Ein letztes Bild auf der QM 2 zeigt den Effekt des vielen Essens auf die Linie.
Eine Galerie mit mehr Bildern ist hier (Klick mich!).
