- Details
- Kategorie: Atlantik, USA und Mexico 14 - Teil 1 Transatlantik mit der Queen Mary
Einige Technische Daten zur Queen Mary 2
Länge 345 m
Breite 45 m
Kabinen 1’310
Passagiere 2’800
Crew 1’250
Gesamtgewicht etwa 150’000 t
Zwischen gestern und heute Mittag legten wir 484 nm zurück, was 896 km entspricht. 37.3 km / Stunde sind auf dem Land zwar langsam, auf dem Wasser hingegen eine bemerkenswerte Geschwindigkeit. Und in 24 Stunden ununterbrochener Fahrt legen wir doch eine grosse Distanz zurück.
Noch bleiben uns 2’770 km bis ans Ziel, gemäss dem Kapitän sind wir gut auf Kurs. Ohne Navigationsinstrumente ist eine Einschätzung für mich absolut unmöglich, rund um das Schiff sieht alles gleich aus. Das Auge findet keinerlei Anhaltspunkte im unendlichen Meer. Auch mein Navigationsgerät ist eher unnütz.

Am heutigen Morgen war war der Himmel relativ klar und der Wind liess über Nacht etwas nach. Damit war es wieder möglich, sich auf dem ganzen Schiff und auf allen Aussendecks zu bewegen. Der Bug der QM 2 sieht vom Vordeck beeindruckend aus, zuoberst ist die Brücke, wo die Crew das Riesending steuert.

Auf dem vorderen Deck sind 8 Ersatz-Blätter für die Propeller gelagert, die nahezu 2 m hohen Edelstahl-Blätter wären sehr schnell einsatzbereit. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, wie diese bei einem Notfall auf hoher See eingesetzt würden. Vermutlich müssten wir dazu zuerst einen Hafen anlaufen, was mitten im Atlantik nicht gut möglich wäre. Ich hoffe einfach, dass ein solcher Notfall nicht eintritt.
Die insgesamt vier Propeller werden elektrisch angetrieben, der notwendige Strom wird von vier grossen Dieselmotoren erzeugt, zusätzlich befinden sich noch zwei Gasturbinen an Bord. Insgesamt wird soviel Strom erzeugt, wie eine Stadt mit 240’000 Einwohnern verbraucht!

Die Rettungsböötli werden zum Glück nicht gebraucht. Trotzdem werden sie laufend gereinigt und gewartet. Laufend sind Mitglieder des Personals am Malen, Putzen, Schleifen von Einrichtungsgegenständen an Bord. Bereits beim ersten Tageslicht ist die Mannschaft auf Deck und erst bei kompletter Dunkelheit zieht sie sich zurück. Da die QM 2 nahezu pausenlos auf See ist, müssen die meisten Arbeiten auch auf See ausgeführt werden. Somit können längere Standzeiten vermieden werden und die Auslastung des Schiffes kann hoch gehalten werden. Damit natürlich auch die Rendite, das Schiff kostete vor 10 Jahren immerhin die stolze Summe von 1 Mia. US$.

Das oberste Deck ist in wärmeren Gefilden mit Liegestühlen vollgestellt. Hier im Nordatlantik ist dies leider nicht notwendig, da die Lufttemperatur nur gerade 12 Grad beträgt. Und bei diesen Werten sind nicht einmal die Engländer am sonnenbaden.

Ein Blick auf die Brücke, von wo das Schiff gesteuert wird. Ausser der Crew darf sich hier niemand aufhalten, doch durch eine Glaswand lässt sich das Geschehen verfolgen. Viel passiert allerdings nicht. Die meiste Arbeit erledigt auch bei diesem Giganten der Meere der Computer.

Im Laufe des Vormittages zogen dann wieder Wolken auf und bald schon begann ein starker Regen. In der Bibliothek des Schiffes gibt es einige Sitzplätze, von wo aus das vorausliegende Meer gut zu sehen ist. Der Horizont war heute kaum mehr sichtbar, ein leichter Nebel liess ihn mit dem Meer verschmelzen.
