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- Kategorie: Winter 19 / 20: Cruise ums Kap Horn
Erster Landgang - Puerto Montt
Nach der Ausfahrt aus San Antonio waren wir einen ganzen Tag auf hoher See, meist etliche dutzend Kilometer vom Ufer entfernt. Zu sehen gab es ausser Wellen und einigem Regen nicht viel.
Dafür blieb viel Zeit, das Schiff zu erkunden. Wie auf allen grossen Schiffen gibt es auch auf der Eclipse ein Casino, wo immer viele Passagiere ihr Glück versuchen. Allerlei Luxus-Geschäfte von Uhren über Schnaps bis zu exklusiven Handtaschen und mehrere Diamanten-Händler wollen ihre Sachen loswerden.

Auch eine sogenannte Kunstgalerie befindet sich an Bord. Die Bilder, von denen dieses nur ein kleines Beispiel ist, werden offenbar von den Amis gekauft. Na ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten.

Am Morgen des dritten Tages machten wir schon zu ersten Mal Bekanntschaft mit den Rettungsbooten. In Puerto Montt konnte unser grosses Schiff nicht direkt anlegen, sondern musste in der Bucht vor Anker gehen. Die Passagiere wurden mit den Rettungsbooten ans Ufer befördert und auch wieder von dort abgeholt. Die Stadt Puerto Montt stellt keinen Tender-Service zur Verfügung, wie dies offenbar sonst üblich ist.
Ruth und ich wollten keinen der organisierten Ausflüge mit einem Car mitmachen, stattdessen erkundeten wir die Stadt zu Fuss. Die organisierten Touren beinhalten immer auch ein Mittagessen und fahren zuerst während einer Stunde zum Zielort und nach einer Stunde am Ort geht es wieder zurück. Die Stadt selber kannte ich von meinem letzten Aufenthalt hier und wollte Ruth einige Sachen zeigen.

In allen Häfen, in denen Kreuzfahrtschiffe anlegen, werden allerhand Souvenirs verkauft. Auf der ganzen Welt dasselbe, meist jedoch mit einem kleinen lokalen Touch. In Puerto Montt war das anders. Zwar gab es einige Geschäfte, in welchen die Pullover, Schals und Mützen mit Inka-Mustern verkauft wurden, viele Lokale verkauften jedoch lokale Spezialitäten. Käse, Gemüse und als Besonderheit Seegras welches in der lokalen Küche verwendet wird. Offenbar verkehren hier auch viele Einheimische, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Schiffspassagier Seegras mitnimmt.

Über den Lebensmittelläden gab es viele Restaurants, die gut besucht waren. Die Karten warben für Fisch, Muscheln und auch Hummer.

Auch Puerto Montt wurde von den Unruhen nicht verschont. Das Gebäude der Provinzverwaltung wurde mit Farbe beschmiert und die meisten Fenster im Untergeschoss wurden eingeschlagen. An vielen Orten in der Stadt sind immer noch alle Fenster mit Brettern oder Blechen verkleidet.

Auch die Iglesia Jesuita aus dem Jahr 1872 war bei unserem Besuch vergittert und nicht zugänglich. Der Turm soll ganz aus Holz bestehen und ohne Nägel errichtet worden sein.

Das Colegio San Javier ist eine von Jesuiten geführte Schule, welche aber ebenfalls nicht zugänglich war. Das tiefe Blau hat besonders Ruth gut gefallen.

Mehr auf meiner Linie war dieses Geschäft. Zu kaufen gab es heute allerdings nichts, nicht einmal das Angebot war sichtbar. Bretter und Gitter versperrten den Blick auf das Sortiment.

Unser Schiff lag wie schon erwähnt weit vor der Küste vor Anker. Die Fahrt mit dem kleinen Rettungsboot war viel unruhiger als wenn das grosse Schiff im selben Wellengang unterwegs war. Zum Glück war die Fahrt nur knapp 10 Minuten lang.

Als wir zurück auf dem Schiff waren, klarte der Himmel auf und die beiden Vulkane zeigten sich. Den rechten der beiden kenne ich nicht. Links schaut hinter dem Horizont ein kleiner, weisser Gupf hervor, dies ist der Osorno, mit 2’652 m und einer nahezu perfekten Pyramidenform ein Musterbeispiel eines Vulkans. Als wir am Morgen auf dem Land ankamen, war der Himmel bedeckt und wir entschlossen uns, nicht hinzufahren. Es hätte sich aber gelohnt!
