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- Kategorie: Winter 18 / 19: 6. Etappe Vietnam und Kambodscha mit Ruth
Nochmals zwei Pagödeli und dazwischen etwas Stadtluft
Der erste Halt auf unserer heutigen Stadttour galt der Giác Lâm Pagoda, einer der ältesten Pagoden von Sài Gòn. Sie wurde bereits 1744 erbaut.

Von aussen ist sie eher unscheinbar und von dieser Seite auch nicht zugänglich. Der Eingang liegt etwas versteckt auf der Seite des Gebäudes. Dieser Haupteingang wird offenbar nur während grösseren Zeremonien geöffnet.

Im angrenzenden Friedhof gibt es die unterschiedlichsten Grabmale, neben vielen anderen auch dieses mit der für unsere Augen eher seltsamen Verzierung. Im Buddhismus gilt dieses Symbol hingegen als Glücksbringer.

Im Innern der Pagode gibt es unzählige Erinnerungstafeln für Verstorbene, teilweise mit Bildern, meist aber nur mit Sprüchen.

Gerade als wir in der Pagoda waren, setzten sich Mönche und Nonnen zum Mittagessen an den Tisch. Zu frommen Gesängen des einen Mönchs warteten die Klosterfrauen und -männer, bis sie die Erlaubnis für das Essen erhielten.

Sobald die Gesänge aufhörten, begann das Essen. Mönche sind traditionell in gelben Gewändern gekleidet, die Nonnen in grauen Röcken.

Diese Statue erinnert stark an den ehemals starken Mann von Vietnam. Allerdings macht es aber wohl wenig Sinn, den Atheisten Ho-Chi-Minh im Tempel zu verehren?

Im Garten der Pagode gibt es viele Bäume, neben dem traditionellen Bodhi-Baum auch einen Cannon Ball Tree (Couroupita guianensis), welcher gerade wunderbare Blüten hatte.

Die 7-geschossige Stupa im Park soll irgendwelche Körperteile Buddhas als Reliquien enthalten, vermutlich einen Teil eines Fingernagels oder sonst ein kleines Körperteil.

Anschliessend fuhren wir nochmals ins moderne Stadtzentrum, um die berühmte Einkaufsstrasse zu besichtigen. Die Dong Khoi führt vom Fluss aus bis zur französischen Kathedrale. An ihr liegen alle internationalen Luxusgeschäfte sowie einige der besten Hotels der Stadt. Dieses Haus ist eher seltsam, aus jedem Loch in der Aussenwand wächst Grünzeug!

Im Vordergrund ein Haus aus der französischen Kolonialzeit, im Hintergrund der Bitexco Financial Tower mit der Aussichtsplattform, welche wir vor zwei Tagen besuchten. Ein herrliches Durcheinander von Alt und Neu!

Neben den vielen Luxushotels und teuren Restaurants an der Strasse gibt es auch günstigere Kaffee-Gelegenheiten. Hinten auf einem Roller ist in einer Kiste eine mobile Kaffeebar installiert, für wenig Geld gibt es hier Eiskaffe und Milchkaffee.

Wir machten eine Pause in der Rooftop-Bar des Rex-Hotels, eines 5*-Hotels im Zentrum. Von hier aus gibt es einen guten Rundblick über Teile der Innenstadt. Zur Zeit wird in Zusammenarbeit mit Japan hier die U-Bahn gebaut, welche im 2020 fertig sein soll.
Ein Espresso, ein Mango-Smoothie sowie ein Passionsfrucht-Saft schlugen mit fast so vielen Dong zu Buche wie ein Nachtessen in einem Einheimischen-Restaurant. Bei letzterem ist aber die Sicht nicht so gut.

In die andere Richtung geht der Blick zum Sitz des Volkskomitees mit der Statue von Ho-Chi-Minh im Vordergrund.

Die letzte Station heute galt der Pagode des Jade-Kaisers, oder Chùa Ngọc Hoàng, wie sie hier heisst. Diese taoistische Pagode wurde von chinesischen Einwohnern 1909 erbaut.

Der Jade-Kaiser ist im Taoismus offenbar der Türwächter, welcher über den Zugang zum Himmel befindet. Entsprechend wird ihm hier gehuldigt, da sich natürlich alle erhoffen, von ihm in den Himmel eingelassen zu werden.

An den Wänden gibt es schöne geschnitzte Bilder, welche offenbar die verschiedenen Höllen darstellen sollen. Damit man diese Bilder versteht, braucht es viel Wissen über diese spezielle chinesische Religion. Mir gefallen die Bilder auch ohne vertieftes Wissen.
Morgen fliegen wir am späteren Nachmittag nach Siem Reap in Cambodia, wo wir uns während zweier Tage die Reste der Khmer-Kultur anschauen wollen. Angkor Wat ist eine der schönsten Tempelanlagen, die ich schon besucht habe. Für Ruth ist es der erste Besuch der Anlagen.
