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- Kategorie: Winter 18 / 19: 6. Etappe Vietnam und Kambodscha mit Ruth
Eine ausführliche Stadtwanderung in Hanoi

Nach dem Frühstück liessen wir uns mit dem Taxi heute zuerst zum Opernhaus fahren. Leider kann dieses von innen nicht besichtigt werden, es ist lediglich während der Aufführungen zugänglich. So muss ein Bild von aussen genügen. Das Haus wurde von den französischen Kolonialherren zwischen 1901 und 1911 erbaut.

Gerade vis-a-vis des Opernhauses liegt die Börse von Hanoi. Auch hier, genauso wie an der Wallstreet in New York, gibt es eine Figur eines Bullen, dem Symbol für kräftig steigende Kurse. Wie eine Wertpapierbörse mit einem sozialistischen Regime zusammen geht, verstehe ich nicht ganz.

Diese Dame verkauft Früchte direkt von ihrem Fahrrad. Damit kann sie ihr Geschäft je nach Tageszeit und Nachfrage verschieben und hat so immer den jeweils aktuell besten Standort. Quasi ein Migros-Wagen à la Hanoi.

Die St. Josephs-Kathedrale von Hanoi wurde ab 1886 ebenfalls von den Franzosen erbaut, ihr Stil soll an Notre Dame in Paris erinnern. Mir gefällt jene allerdings besser. Aber den Franzosen linderte sie damals sicher etwas das Heimweh. Leider kann auch sie nur von aussen besichtigt werden.

Eine junge Asiatin liess sich von ihrer Freundin vor der Kathedrale fotografieren. Dazu machte sie genauso wie die meisten ihrer Landsfrauen das Victory-Zeichen. Ich habe dies schon oft festgestellt und mich immer gefragt, was wohl der Hintergrund dieser Geste sei. Heute klärte sich dieses Rätsel auf, weiter unten mehr dazu.

Eine weitere ambulante Händlerin mit dem landestypsichen Traggestell für die Früchte: Hier Wasserkastanien, Mangos und kleine Limonen.

Was hier wohl angeboten wird? Abteilung der benötigten Dienste? Ich kann mir keinen Reim darauf machen. Obwohl an der Türe steht, man solle doch bitte eintreten, liessen wir dies bleiben. So neugierig waren wir dann doch nicht.

Scheren, Zangen, Siebe oder irgendwelche Messer gefällig? Alles ist hier zu kaufen. Der bedauernswerte Ladenbesitzer muss sein ganzes Angebot inklusive der Hämmer jeden Tag aus- und wieder einräumen.

Ein typisches Haus in Hanoi: Genau ein Zimmer breit und sehr tief. Es soll Häuser geben, die bis 60 m tief sind! Wie geht man wohl von einem Zimmer ins nächste, gibt es dort auf der Seite der Zimmer noch einen Gang, von welchem die einzelnen Zimmer abgehen, oder sind es alles gefangene Zimmer?

Eine der Sehenswürdigkeiten Hanois ist der Literatur-Palast, welcher auf dem Plan aller Touristen steht. Auch wir gingen selbstverständlich dorthin.

Im zentralen Tempel steht eine Statue von Konfuzius, dem Chef-Verwirrer. Oder steht der Name für etwas anderes? Auch ihm werden viele Opfergaben dargebracht.

Ein ganz interessantes Gebäude stand an unserem Weg. Das Saint-Paul Hospital ist das „Hanoi High Tech and Digestive Center“. High Tech und Verdauung? Wohl eher eine Sprachverwirrung.

Entlang der Mauer rund um das Spital gibt es einen Roller-Parkplatz. Hier stehen auf einer Länge von etwa 200 m Roller Fussstütze an Fussstütze. Pro 30 m Abschnitt ist jeweils ein Wächter zuständig, der den Fahrern ein Ticket ausstellt und für das ordnungsgemässe Abstellen sorgt.

In einem anderen Tempel bemerkte ich diese Figur, welche wohl als Vorbild für die Vorliebe der Asiaten für die Siegesgeste dient. Wann immer die Jungen sich fotografieren, gehört das Victory-Zeichen dazu. Offenbar folgen sie einem religiösen Vorbild!

Mit diesem Bild betreibe ich Shaming: Ein Paar Froggies (Franzosen) riss beim Eingang des Tempels kleine Mandarinen vom Strauch links des Eingangs und ass diese. Schämt euch!

Die Kommunisten behaupten ja, alle Menschen seien gleich. Das stimmt wohl für die meisten, ausser für einige Wenige, die etwas gleicher sind. Ho-Chi-Minh ist sicher der Gleichste unter allen Gleichen. Auf jeden Fall ruht er in einem Mausoleum, von dem alle Besucher einen grossen Abstand halten müssen. Sobald ein Besucher die gelbe Linie am Boden überschreitet, ertönt ein schriller Pfiff eines der weiss gekleideten Soldaten. Diese kommen auch sofort angewetzt und vertreiben die Neugierigen. Gleich ist eben auch im Sozialismus nicht gleich.

Ein Schild vor dem Regierungspalast weist auf ein absolutes Fotografier-Verbot hin. Was machen die Einheimischen?

Und was macht der Schweizer? Was die Einheimischen können, kann auch der Schweizer.
Nach knapp 10 km Wanderung kehrten wir mit einem Grab-Taxi, der asiatischen Variante von UBER zum Hotel zurück.
