- Details
- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Rund um Port Macquarie

Ein Tag an der Küste in Australien ohne Strandbild? Unmöglich. Etwas südlich von unserem Campground liegt der Lighthouse-Beach, ein Strand wie aus dem Bilderbuch. Heute sogar mit Surfern und Schwimmern. Die Sonne lachte den ganzen Tag von einem wolkenlosen Himmel, ein ideales Strandwetter.

Der Strand erhielt seinen Namen vom Leuchtturm, der 1879 hier am Tacking Point errichtet wurde. Bevor der Leuchtturm seine Funktion aufnahm, erlitten an diesem Küstenabschnitt mehr als 20 Schiffe Schiffbruch. Grund genug für die Investition.

Kurz vor dem Leuchtturm steht noch ein kleines Stück Küstenregenwald, der mit einem befestigten und teilweise erhöhten Rundweg besichtigt werden kann. Die knapp 1.6 km lange Wanderung führt durch verschiedene Zonen, Hinweisschilder benennen viele der Bäume und anderen Pflanzen.

Immer wieder gibt es Würgefeigen, welche sich an anderen Bäumen festhalten und diese im Lauf der Zeit erwürgen. Schliesslich steht nur noch die Feige, der Wirtsbaum stirbt ab.

Ein grosser Black Skink (ca 30 cm lang) war im trockenen Laub auf der Suche nach Fressbarem. Als er uns bemerkte, blieb er ganz still stehen und erst als wir uns entfernten, setzte er seinen Weg fort.

Eine Institution in Port Macquarie ist das Koala-Hospital, in welchem verletzte Tiere kuriert werden. Das Ziel ist es, die geheilten Koalas wieder in der Wildnis auszusetzen. Einige der Patienten sind jedoch so schwer geschädigt, dass sie nicht mehr in Freiheit entlassen werden können.

Einige der Patienten leben seit vielen Jahren hier, sie waren Opfer von Hunden oder Autos, einige verletzten sich auch bei den häufigen Buschbränden. Im Hospital werden sie gefüttert und versorgt und können so ihren Lebensabend verbringen. Einige geniessen angeblich den täglichen Room-Service.

Dieser Koala hat eine schlimme Geschichte: Er wurde von einem Auto angefahren und erlitt dabei starke Hirnschäden, er ist nahezu vollständig erblindet, kann aber trotzdem noch auf die Bäume klettern. In der Freiheit würde er wohl kaum eine Woche überleben.

Einer der freiwilligen Mitarbeiter im Hospital zeigt mir einen Vogel, den ich noch nie sah. Der Name spricht nicht wirklich für ihn: Tawny Frogmouth, gelbbraunes Froschmaul. Er liess sich in der Astgabel von der Sonne das Gefieder wärmen. Offenbar war dies ein Jungvogel, denn auf einem anderen Baum sassen noch zwei grössere Exemplare, seine Eltern.

Diese Vögel sind nahe Verwandte der Eulen, der stechende Blick ist ein guter Hinweis darauf.
