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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Gewitter und Regen sowie ein hübscher Vogel
Gestern Abend brach kurz nach 18 Uhr ein gigantisches Gewitter los, so dass der Strom auf dem Campground ausfiel. In unserem Camper waren wir zum Glück nicht von externem Strom abhängig und konnten in Ruhe essen. Gegen 20 Uhr war das Netz wieder aufgeschaltet.

Heute morgen schien die Sonne von einem schön blauen Himmel, wie wenn das gestrige Unwetter nie stattgefunden hätte. Einige kleine Wölkchen am Horizont waren alles, was übrig blieb.

Von unserem Campground ging eine Strasse für 20 km bis zum Bruce Highway, der Strasse, welche Cairns mit dem Süden des Kontinents verbindet. Mit diesem Hinweisschild sollen die Autofahrer vom Schnellfahren abgehalten werden, da die in dieser Gegend lebenden Kassowaries sonst bald ausgerottet sind. In der ganzen Gegend soll es nur mehr 40 dieser Vögel geben und ab und zu wird einer von ihnen von unvorsichtigen Rasern überfahren. Wir hielten uns selbstverständlich an die Geschwindigkeitsvorschriften.

Dieses Schild wies auf die Anwesenheit der Vögel hin und tatsächlich …

Ein Kassowary mit seinem Jungtier zeigte sich neben der Strasse. Bei diesen Vögeln übernimmt das Männchen das Ausbrüten und Aufziehen des Jungen. Als ich zuerst anhielt, verschwanden die beiden Vögel im dichten Gebüsch, ein wenig warten sollte sich aber auszahlen. Bald schon kamen sie wieder hervor und liessen sich ablichten.

Der Altvogel hat seltsame schwarze Federn und ein ebensolches Horn auf dem Kopf. Die Farben am Nacken sehen wie künstlich aus, ich habe sie aber nicht geändert.

Tully war heute die erste Stadt am Bruce Highway nachdem wir diesen wieder erreichten. Tully gewann vor Jahren den Goldenen Stiefel als Auszeichnung für die Stadt mit dem höchsten jährlichen Regenfall ganz Australiens. Durchschnittlich regnet es hier 4.17 m im Jahr, den Rekord stellte Tully 1950 mit 7.93 m auf. Dies ist die Höhe des Stiefels! In der Schweiz regnet es im Vergleich pro Jahr im Schnitt 1’537 mm oder 1’537 Liter pro Quadratmeter. In Indien wurden 1861 in Cherrapunji sogar 26’461 mm innerhalb eines Jahres gemessen.

Der Stiefel ist begehbar, von oben sieht der Frosch eher bedrohlich aus, es sieht beinahe so aus, als ob er den Fotografen fressen will!

Tully freut sich am Preis, sogar die städtischen Papierkörbe sind mit dem Stiefel geschmückt. Der Regenrekord bringt immerhin ab und an Touristen in die Stadt. Sonst ist hier während des Jahres nicht viel los. Ab Juni bis in den späten August wird hier Zuckerrohr verarbeitet, die entsprechende Anlage kann dann im Betrieb besucht werden. Heute war sie geschlossen.
