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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 1. Etappe: Namibia 17 mit Paul
Von Halali nach Namutoni
Unsere nächste - und letzte - Station im Etosha-NP ist Namutoni am süd-östlichen Ende der Pfanne. Hier bauten die Deutschen Kolonisatoren ein Fort, welches sie aber wegen Krieg und Malaria schon bald wieder aufgaben.

An einem Wasserloch etwas abseits der gängigen Piste trafen wir auf eine grosse Herde Giraffen, insgesamt zählte ich 17 Tiere. Wegen des recht hohen Grases rund um das Wasser waren sie sehr vorsichtig und beäugten die Gegend gründlich, bevor sie sich ans kühle Nass wagten. Katzen lieben das hohe Gras.

Ein weiterer Raubvogel, dessen Namen ich nicht weiss, da mein dickes Buch zu Hause liegt. Er hielt schön still, bis ich sein Bild im Kasten hatte.

Diesen Vogel kenne ich hingegen sehr gut: Der Sekretär jagt im hohen Gras nach kleinen Eidechsen, Käfern und anderen Insekten. Wenn ihm der Wind von hinten die Federn am Kopf aufstellt, sieht er interessant aus.

In Osten war die Etosha-Pfanne heute grau-grünlich statt wie üblich einfach gräulich bis sogar weiss. Ob dies wohl an irgend einer Algenbildung liegt, welche nach Regenfällen auftritt? Im Internet fand ich keine schlüssige Erklärung für dieses Phänomen.

Etwas südlich des Fort Namutoni gibt es eine Wasserstelle, an der häufig viele Tiere anzutreffen sind. Kaum jedoch Marabout und Geier in so grosser Zahl. Deren Anwesenheit deutet jeweils auf ein totes Tier in der Gegend hin, welches von den Geiern weggeputzt wird. Die meisten Geier sind White backed Voltures, es gibt auch einige Egyptian Voltures darunter. Die paar grossen schwarzen Vögel, welche wie Totengräber aussehen, sind Marabout, eine Vogel aus der Storchen-Familie. Diese fressen noch die letzten Reste eines toten Tieres, die Knochen und sonstige für andere unverdauliche Teile.

Tatsächlich gab es nicht weit vom Wasserloch entfernt ein grosses totes Tier. Diese beiden Egyptian Voltures warten auf einem Baumstrunk auf ihren Einsatz.

Die Grösse des Kadavers spricht für eine Giraffe, welche in der vorherigen Nacht von Löwen gerissen wurde. Die Geier machen sich über die noch verbliebenen Fleischstücke her. Jeder Knochen wir gründlich abgenagt, keine Faser bleibt zurück.

Auf diesem Bild sind zwei Geparden zu sehen. Links vom Baum in der Mitte steht etwas schwarzes, was auf den ersten Blick wie ein Stück Holz aussieht, in Wirklichkeit aber ein Gepard ist. Der zweite liegt rechts davon im Gras. Die Distanz war viel zu gross und jedes Fahren abseits der Piste ist hier nicht erlaubt. Deshalb muss dieses Bild genügen.

Ich habe das Bild stark vergrössert, so werden die beiden Katzen sichtbar. Die Qualität ist aber sehr bescheiden. Trotzdem …

An einem Wasserloch löschten drei Giraffen simultan ihren Durst, wir machten es ihnen bald nach und fuhren zurück zur Lodge, um auch unsere trockenen Kehlen zu erlösen.
Ein weiterer, sehr intensiver Tag in der Etosha, leider schon der zweit-letzte.
