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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Dritte Etappe: Thailand 17
Die andere Seite von Koh Chang
Mein Roller transportierte mich heute auf die andere Seite der Insel. Etwa 50 km auf einer sehr gut ausgebauten Strasse brachten mit auf die knapp 10 km Luftlinie von meinem Hotel entfernte östliche Seite. Leider gibt es im Süden keine Strasse, die auf die andere Inselseite führt, der einzige Weg führt derzeit über den Norden. Mein Hotel liegt im Südwesten der Insel,mein Ziel lag im Südosten. Während die westliche Inselseite sehr touristisch ist, leben im Ostern vor allem Einheimische, nur wenige Hotels stehen auf jener Seite.
Die Natur ist drüben noch weitgehend intakt. Der Regenwald reicht an vielen Stellen noch bis ans Meer. Wenige Häuser und noch viel weniger Hotels verunstalten die Landschaft. Direkt am Meer gibt es einige Palmenhaine, die Kokospalmen sind in allen tropischen Ländern weit verbreitet, die reifen Nüsse fallen ins Meer und schwimmen im Wasser an neue Strände. Eine sehr effektive Art der Verbreitung!
Kleinere Strände gibt es zwar auch hier, doch die Sandstrände im Westen sind viel schöner und grösser, so dass sich die meisten Hotels dort befinden. Damit natürlich auch die Touristen und alles, was damit zusammen hängt.
Im Osten gibt es einiges an Landwirtschaft, so auch riesige Gummiplantagen. Diese geben oft ein schönes Bild ab, doch die Landschaft leidet unter den Monokulturen. Die Bäume stehen ausnahmslos in Reih und Glied, alle mit gleichmässigen Abständen.
Die Rinde der Bäume wird um den halben Baumstamm herum angeritzt, so dass der Saft des Baumes austritt und in den schwarzen Bechern aufgefangen wird. Der so gewonnene Rohkautschuk wird gesammelt und anschliessend weiter verarbeitet. Die Schnitte in der Rinde müssen laufend erneuert werden, die einzelnen Rinnen geben Aufschluss über das Alter der Bäume.
Einen ersten für Thailand typischen Tempel sah ich heute am Ende meines Ausfluges auf der anderen Inselseite. Solche Gebäude gibt es in Thailand sehr oft, in diesem Fall stand er in einer ganz kleinen Ortschaft mit nur wenigen Einwohnern. Offensichtlich sind viele Einheimische gläubig genug, um ihr weniges Erspartes in solchen Protzburgen zu investieren.
Hier entsteht gerade eine Umweltkatastrophe. Die Mangroven werden abgeholzt und durch eine Crevetten-Farm ersetzt. Diese Farmen benötigen sehr viel Land und wenn sie in Betrieb sind, werden die Crevetten mit Futter, meist Meeresfisch, aufgezogen. Damit sie nicht allesamt an Krankheiten sterben, müssen Unmengen von Medikamenten und Antibiotika eingesetzt werden. Wenn die Crevetten nur nicht so gut schmecken würden!
Am Strassenrand bemerkte ich diese Früchte: Betelnüsse, welche in vielen asiatischen Ländern als leichtes Rauschmittel gekaut werden. Die Nüsse sind die Früchte von hohen Palmen, sie werden geerntet und zum Trocknen ausgelegt.
Kein Rauschmittel, sondern sehr schmackhafte Früchte wachsen an diesen Bäumen: Jackfruit, eine meiner Lieblingsfrüchte in vielen tropischen Zonen der Welt. Ich sah noch keine auf dem Markt, hoffe aber, diese noch anzutreffen.
