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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Zweite Etappe: Namibia
Zurück am Okavango
450 km und einige Stunden Fahrzeit brachten mich heute vom Zambesi zurück an den Okavango bei Rundu. Am Morgen musste ich mir zuerst den Weg von der Lodge an die Hauptstrasse suchen, was keine einfache Aufgabe war. Immerhin blieb ich nie stecken und erreichte die grosse Piste ohne gröbere Probleme. Unterwegs nahm ich einen Autostopper mit, einen jungen Mann, der nach Katima Mulilo wollte.
Es stellte sich im Gespräch heraus, dass er bei der Polizei arbeitet und für drei Monate in einem Nationalpark als Wildhüter abgestellt wurde. Seine Station war noch gut 110 km westlich von Katima, ich hatte also für den ersten Teil der Strecke einen guten Begleiter. Ich lernte einiges über die Polizei- und Wildhüter-Arbeit. Unter anderem sagte er mir, dass sie gerade letzte Woche drei Elefanten-Wilderer im Park erschossen hätten, diese hätten, als sie entdeckt wurden, umgehend das Feuer eröffnet. Die Polizei hätte zurückgeschossen. Trotzdem sei die Wilderei ein riesiges Problem, Nashörner und Elefanten würden in erschreckender Zahl geschossen.
Ein anderes, grosses Problem sei HIV, Namibia sei das Land mit einer der höchsten HIV-Infektionsraten der Welt. Südafrika, Zimbabwe und Botswana seien noch schlimmer, alleine in Namibia seien 13 % der Erwachsenen HIV positiv. (Zahlen gemäss Unicef, 2012).
Nahezu die gesamte Strecke von Katima Mulilo bis nach Rundu sieht so aus: Strasse und links und rechts je zwischen 5 und 10 m Grünstreifen, dann Busch und / oder kleiner Wald. Bei diesen Strassen ist jede Unterhaltung willkommen, sonst droht der Sekundenschlaf.
Ab und zu führt die Strasse an kleinen Ortschaften vorbei, welche äusserst einfach sind: Mit Stroh- oder Blech gedeckte, einfache Häuser. Ab und zu Ziegen und auch hin und wieder einige Kühe sind die einzige Abwechslung.
Etwa 20 km vor Rundu fand ich eine Lodge direkt am Okavango, wo ich bei einem kühlen Bier den Tag ausklingen liess.
