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Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Zweite Etappe: Namibia
16. Dezember 2016

Mahango Nationalpark

Nur 12 km südlich meiner Lodge liegt der kleine Mahango-Nationalpark, der Teil des grösseren Bwabwata Nationalparks ist. Der Park kann auf zwei Strecken erkundet werden, wobei die eine nur zur Hälfte befahrbar war. Die Parkrangerin erklärte, dass der zweite Teil sehr sandig sei und dass keinerlei Mobilfunk-Verbindung möglich sei. Deshalb rate sie von einer Fahrt mit nur einem Auto ab. Ich folgte ihrem Rat, denn alleine im Sand stecken zu bleiben, entspricht nicht meiner Idee einer interessanten Safari.

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Auf dem Weg zum Parkeingang durchfuhr ich eine bewohnte Gegend, die Einheimischen wohnen in traditionellen Häusern, welche meist aus Holzstämmen und Lehm gebaut sind. Gedeckt sind die Häuser mit Stroh. Ab und zu leider auch mit Wellblech, unter welchem eine brutale Hitze herrschen muss. Aber es ist modern.

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Der Park ist ein Überflutungsgebiet des Okavango, während der Regenzeit sind weite Flächen unter Wasser. Auch jetzt gibt es sehr viele Wasserstellen und in vielen Gebieten steht auch jetzt Wasser. Der Hammerkop ist ein Wasservogel, dessen Federn am Hinterkopf ihm den treffenden Namen gegeben haben.

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Auch heute war der Himmel teilweise bedrohlich, ich erlebte zwar keinen Regen, bei meiner Lodge ging aber ein grosses Gewitter nieder, wie ich nach meiner Rückkehr erfuhr. In dieser Gegend gibt es einige Baobab, teilweise sehr grosse und alte Bäume.

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Sobald die Piste in die Nähe des Okavango führt, sind viele Vögel zu beobachten. Diese Gruppe von Blue Crane, Blaue Kraniche, stocherte im seichten Wasser nach Nahrung.

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Der Frühsommer hier im südlichen Afrika ist die Saison der Geburt. Heute sah ich sehr viele Gruppen von kleinen Impalas, die erst wenige Wochen alt sind. Zwei ältere Weibchen bewachen die Gruppe und stellen sicher, dass keine Katze in die Nähe kommt.

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Eine seltsame Art des Fressens haben die Warzenschweine. Oft knien sie mit den Vorderläufen auf den Boden, um die Schnauze näher beim Futter zu haben. Beim Fressen hängen die Schwänze entspannt nach unten, sobald sie davon rennen, stellen sie diese in die Höhe und erinnern mich dann immer an die Autoscooter meiner Kindheit.

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Auch bei den Gnus gab es Nachwuchs, dieses Kalb ist erst wenige Tage alt und noch unsicher auf den Beinen. Umso wichtiger ist die Gruppe, welches das Jungtier von den Fressfeinen isoliert.

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Von diesem Bienenfresser weiss ich nur den Namen der Gattung, die genaue Bezeichnung müsste ich in meinem Vogelbuch nachschlagen, dieses steht aber leider in meiner Bibliothek in Lieli. Dort erhält es wenigstens keine Gebrauchsspuren. Der Vogel gefällt mir aber auch ohne die Detailkenntnisse.

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Eine Gruppe von Bäumen, welche von den Elefanten gezeichnet sind, hebt sich vor den drohenden Gewitterwolken ab. Die Elefanten sah ich heute leider nicht, dazu ist die Vegetation zu dieser Jahreszeit viel zu dicht.

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Die weiblichen Mitglieder einer Gesellschaft sind nicht nur bei den Menschen geschwätzige Wesen. Diese Sträussinnen haben sich zu einem Schwatz niedergelassen. Wenn sie über Arme und Hände verfügen würden, hätten sie sicher auch Teetassen und Kuchen für das Treffen organisiert.

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Ein Hyppo steht am Land und frisst Gras, etwas, was diese Tiere meist nur Nachts machen. Tagsüber bleiben sie im Wasser oder liegen schlafend am Ufer. Zu den Hyppos gibt es eine schöne afrikanische Geschichte, welche ich hier gerne zitieren möchte (Auszug aus Stefan Loose, Namibia)

„Die Völker des Zambezi erzählen folgende Geschichte: Als der Schöpfer jedem Tier seinen Platz auf der Erde gab, kam ein Hippo-Pärchen und bat ihn, im kühlen Wasser des Zambezi leben zu dürfen, da sie es so sehr liebten.

Gott schaute sie an und grübelte: Ihre Mäuler waren so gigantisch, die Zähne so groß und scharf, überhaupt waren sie so riesig und ihr Appetit unersättlich. Er befürchtete, sie würden alle Fische fressen. Außerdem hatte er gerade eben einem anderen Ungeheuer das Flusswasser als Lebensraum zugewiesen – dem Krokodil. Es konnten doch unmöglich zwei solch riesige, hungrige Tiere in den Flüssen leben!

So wies der Schöpfer die Bitte der Hippos ab und sagte ihnen, sie sollten auf den Feldern und Wiesen leben. Als die Hippos dies hörten, fingen sie bitterlich zu weinen und zu klagen an. Sie flehten Gott so lange an, bis dieser schliesslich nachgab.

Er verlangte den Hippos allerdings das Versprechen ab, dass sie niemals auch nur einen Fisch anrühren würden, wenn sie im Fluss bleiben wollten. Sie müssten sich mit Gras begnügen.

Die Hippos versprachen dies feierlich und stürmten vor Freude grunzend zum Fluss.

Und bis heute reißen die Hippos ihre großen Mäuler weit auf und verstreuen den Dung in der Gegend, um Gott zu beweisen, dass darin nicht ein einziges Stück Fisch oder Gräten enthalten ist.“

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Nach einigen Stunden Fahrt auf Pisten und durch teilweise tiefe Wasserstellen war dieses Schild heute ein willkommenes Signal: Teerstrasse in Sicht!

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