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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Erste Etappe: South Africa
Das einst gefürchtete Kap ist nicht mehr so gefährlich
Das Kap der Guten Hoffnung, während Jahrhunderten einer der gefüchtetsten Orte der Welt für die Schifffahrt und Schiffsfriedhof erster Güte, ist heute nicht mehr so gefährlich. Die moderne Schifffahrt mit den aktuellen Navigationsinstrumenten kommt mit den Gefahren viel besser zurecht. Nur wenige cm bis m unter der Wasseroberfläche gibt es hier viele Felsen, welche den Segelschiffen früher zum Verhängnis wurden. Die hier vorherrschenden Winde drückten die Schiffe oft nahe an die Küste, hin zu den Gefahren, auch wenn sie das Kap weit umsegeln wollten.
Von unserem Hotel aus waren es heute knapp 50 km bis zum südlichsten Punkt auf der Kap-Halbinsel.
Auf dem Weg hinunter zum Kap war in der nächsten Ortschaft, in Hout Bay, eine Bushaltestelle von weissem Zeugs eingedeckt. Zwar kein Schnee, aber der weisse Sand sah beinahe so aus. Nur die Temperatur wollte irgendwie nicht zum Bild passen.
Am eigentlichen Kap der Guten Hoffnung machen alle Touristen ein Bild mit sich und dem Schild, welches die Koordinaten anzeigt. Ich machte statt dessen lieber ein Bild mit den Touristen.
Das Schild - für einen kurzen Augenblick ohne Touristen - zeigt die Position an. Dazu die Information, dass es sich hier um den süd-westlichsten Punkt Afrikas handelt. Das Kap selber ist nicht der südlichste Punkt Afrikas, dieser liegt noch etwa 100 km östlich von hier beim Cape Agulhas. Dieses werden wir in den nächsten Tage vielleicht noch besuchen.
Vom Kap geht ein Fussweg hinauf zum Leuchtturm auf dem höchsten Punkt der Gegend. Mit dem Auto konnten wir bis zum Parkplatz hinauf fahren und dann die letzten 1.2 km noch bis zum Leuchtturm auf 250 m.ü.M. hochsteigen. Auf dem Weg begegnete mir diese interessante Raupe, etwa 5 cm lang mit einer spannenden Färbung.
Vom Parkplatz ist der Leuchtturm schon gut zu sehen, der Wanderweg hinauf verläuft oft zwischen Büschen. Der Leuchtturm selber war im Sinne seiner ursprünglichen Funktion von Beginn weg eine Fehlinvestition, da er nachts offenbar meist im Nebel verdeckt war. Schon bald wurde deshalb ein zweiter Turm nur 80 m über dem Wasser an der Spitze der Halbinsel errichtet, der besser geeignet war. Als Touristenmagnet eignet sich der alte Turm aber immer noch hervorragend, die Investition hat sich schliesslich doch noch ausgezahlt.
Vom Turm aus ist der gewundene Fussweg vom Parkplatz schön zu sehen. Die Landspitze oben im Bild ist das eigentliche Kap der Guten Hoffnung. Die Herkunft des Namens ist übrigens nicht ganz klar, aus der Zeit der Entdeckung fehlen heute die schriftlichen Aufzeichnungen.
Auf dem Rückweg vom Kap liegt die Ortschaft Simon’s Town, wo heute die Afrikanischen Pinguine eine Kolonie haben. Erst 1982 wurde das erste Paar gesichtet, bald schon kamen mehr und mehr, so dass die Kolonie heute gut 2’500 Tiere gross ist. Im November sind die Tiere gut zu sehen, da sie dann ihr Federkleid wechseln. In drei Wochen werfen sie die alten Federn ab und die neuen wachsen nach. In dieser Zeit können sie nicht ins Wasser gehen und entsprechend auch nicht fressen. Etwa die Hälfte ihres Gewichtes löst sich so auf wundersame Weise auf. Eine solche jährliche Prozedur würde auch manchem Besucher gut tun!
Schon mitten im Federwechsel ist dieser arme Kerl. Besonders schön sind die Tiere so nicht anzusehen.
Hier scheint der Prozess schon beinahe abgeschlossen zu sein, nun müssen die Federn noch wasserdicht gemacht werden, was eine gewisse Zeit beansprucht. Dazu arbeiten sie eine Art Wachs in die Federn ein, welches von einer Drüse produziert wird.
