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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Fünfte Etappe - Colombia
Ein leicht enttäuschender Ausflug zur Playa Blanca
In 20 km Luftlinie vom Zentrum Cartagenas entfernt liegt die Insel Barú, auf welcher der angeblich schönste Strand in Nord-Kolumbien liegen soll. Bezirzt durch diese Ankündigung machte ich mich heute morgen mit meinem heute wieder legalen Auto unterwegs. Dazu packte ich sowohl Badehose als auch Badetuch ein, man weiss ja nie.
Zuerst einmal führt die Strasse entlang einer ziemlich grässlichen Industriezone mit Ölterminals und grossen Raffinerien, die buchstäblich zum Himmel stanken. Da schon ging mir die Vorfreude auf das Strandleben verloren. Wenn zwischen dem Badestrand und der Industrie nur wenige Kilometer liegen, verspricht das Wasser in Sachen Qualität nicht sehr viel
Auch hier wurde erst vor kurzem eine neue Brück in Betrieb genommen, welche den schmalen Kanal von Pasocaballos überbrückt. Auch hier verspricht man sich viel vom Tourismus, der die Insel Barú bald überrennen soll. Entlang der ganzen Fahrt auf der Insel stehen grössere Grundstücke zum Verkauf. Viele hoffen hier, von der Entwicklung profitieren zu können. Neue Bauprojekte sah ich jedoch keine.
Für heute war hier Schluss, da gerade Flut herrschte. Bei Ebbe kann man hier weiter in Richtung Spitze der Insel fahren, mitten in einen Nationalpark. Heute war der Strandweg unpassierbar, ausser einigen Metern zu Fuss am schönen Strand blieben mir nicht viele Möglichkeiten. Infrastruktur gab es überhaupt keine.
Etwas weiter zurück in Richtung Cartagena gibt es eine Stelle, wo viele Schnorchel-Exkusionen zum nahegelegenen Riff starten. Mir hatte es viel zu viele Leute, welche hinausfahren wollten. Ganze Bussladungen Touristen werden aus der Stadt hierhin gekarrt. Infrastruktur ausser kostenpflichtigen Parkplätzen gab es auch hier kaum.
Ich möchte nicht ausschliessen, dass ich nicht alle Winkel abgesucht habe und dass sich mir das eigentliche Juwel nicht zeigte. Ich fuhr alle einigermassen befahrbaren Seitensträsschen ab, jedoch ohne Erfolg. Von Hinweisschildern hält die lokale Bevölkerung wenig.

Am späteren Nachmittag ging ich mich nochmals in die Altstadt von Cartagena. An der Plaza de la Aduana (Zollplatz) steht eine Statue von Pedro de Heredia, einem spanischen Konquistador, welcher die Stadt 1533 gründete. Das genaue Datum ist in den vergangenen Jahrhunderten vergessen gegangen, heute kursieren zwei unterschiedliche Daten: 20. oder 21. Januar 1533 oder dann der 1. Juni desselben Jahres.
Im Parque Bolívar fand heute kurz vor dem Sonnenuntergang eine Aufführung einer lokalen Folklore-Gruppe statt. Ohrenbetäubender Trommelwirbel und wie Derwische tanzende Frauen prägten die Aufführung.
Am äussersten Ende der Stadtmauer gibt es ein Restaurant / Kaffee, wo ich mir heute für den Sonnenuntergang ein Bier genehmigte. Alleine war ich nicht!
Auf dem Rückweg vom Bier zum Restaurant traf ich auf einen Drogenhändler mit seinem grossen Angebot: Heissen und süssen Kaffee verkaufte er in kleinen Bechern, Süssigkeiten konnte man bei ihm per Stück kaufen. Schliesslich handelte er auch mit Zigaretten. Ein Rundum-Angebot, das kaum mehr Wünsche offenliess.
