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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Zweite Etappe - Namibia
Etosha Nationalpark - Tag 4 - Okaukuejo Camp: Allerhand Viechereien, aber immer noch kein Elefant

Elefanten sah ich auch heute keine, jedoch als erstes auf meiner Ausfahrt ein Black Rhino, ein Spitzmaul-Nashorn. Diese Tiere sind extrem selten und ich weiss nicht, ob ich schon mal ein solches gesehen habe. Umso stolzer war ich heute, dass ich dieses imposante Tier ohne fremde Hilfe entdeckte. Als ich anhielt, machte sich der Koloss auf den Weg und bevor ein weiteres Auto kam, war er im Busch verschwunden. Zufällig war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Statt die öfter befahrene Piste wählte ich eine Nebenstrecke, die kaum je Autos sieht. Es sollte sich lohnen, schon nach wenigen Kilometern sah ich eine riesige Leopard-Schildkröte, der Panzer mass sicher 30 cm in der Länge. Kleinere Exemplare sah ich schon öfter, ein so grosses noch nie.

Hier war ich leider etwas zu spät: Am früheren Morgen rissen Geparden oder ein Leopard einen Springbock. Als ich vorbei fuhr, war das Tier schon weitgehend ausgeweidet, am Rest tat sich ein Schakal gütlich. Die grossen Katzen fressen immer zuerst die Innereien sowie die besseren Teile, den Rest überlassen sie den Schakalen und Hyänen.

Die starken Gewitter während der Nacht hinterliessen auf den Pisten öfter Pfützen, welche den Tieren als Trinkquellen dienten. Diese Zebra-Gruppe stillte ihren Durst an diesen trüben Pfützen. Der Vorteil dieser Pfützen ist, dass hier kein Löwe auf die durstigen Tiere wartet, an den Wasserlöchern muss immer mit den Räubern gerechnet werden. Dann doch noch lieber einen trüben Drink als den Löwen zum Opfer fallen.

In den meisten anderen Parks in Afrika gibt es Impalas, auch Schwarzfersen-Antilopen genannt. Im Etosha-Nationalpark lebt eine Variante davon, diese haben im Gesicht eine schwarze Färbung.

Eine grössere Herde von Black Wildebeest sucht auf diesem Steinfeld nach Nahrung. Einige Kilometer entfernt gibt es frisches Grünzeug, sie ziehen aus unerfindlichen Gründen diese Landschaft vor.

Kraniche sind auch in Afrika eher seltene Gäste. Diesen Blue Crane sah ich heute zum ersten Mal. Ein graziler Vogel mit langen Beinen und einer dezenten blauen Färbung.

Nach all den Tieren sah ich heute zum ersten Mal die Etosha Pfanne unter dem tief-blauen Himmel. Die Vegetation hört auf und bis zum 150 km entfernten nördlichen Rand gibt es nur noch Sand und Salz.

Im Gegensatz zu den Gnus, welche ich früher fotografierte, frassen ihre Geschwister vom frischen, grünen Gras. Die weissen Hörner des linken Tieres stammen von einer Schlammpfütze, in welcher einzelne Tiere sich suhlten. Der Schlamm hilft ihnen, sich von den Parasiten zu befreien.

Das Ende des Landes, dann die Pfanne unter dem blauen Himmel. Die Sonne brannte heute erbarmungslos vom Himmel. Im Gegensatz zu gestern verdunkelten heute keine Gewitterwolken den Himmel.
