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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
West Coast National Park nördlich von Capetown
Etwa 100 km nördlich von Capetown liegt der West Coast Nationalpark am Atlantik. Ich machte mich heute früh auf den Weg dorthin, weil ich mir einige Begegnungen mit interessanten Tieren versprach. Insbesondere hoffte ich auf Wasservögel, welche in der Lagune angeblich überwintern. Sogar aus Sibirien reisen die Wintergäste an.
Nicht nur in Zürich gibt es die Sihlhochstrasse, welche einfach im Nirgendwo endet. Auch in Kapstadt gibt es solche Planungsleichen. Die Autobahn endet an mehreren Stellen in der Luft. Wir müssen uns also nicht gross schämen, auch andere haben dieselben Probleme!
Kaum war ich im Park sah ich schon die ersten jungen Strausse. Von den Eltern war hingegen weit und breit nichts zu sehen. Ein eher ungewohntes Bild. Ungwöhnlich ist auch, dass die jungen Vögel unterschiedlich gross sind. Stammen sie von denselben Eltern ab oder sind sie Teil eines Kindergartens?
Schildkröten sah ich heute gleich mehrere, diese hier las ich von der Strasse auf und bugsierte sie ins trockene Gras, wo ich sie noch schnell fotografierte, bevor sie wieder verschwand. Die Geschwindigkeit auf den Teerstrassen ist auf 50 km/h begrenzt, doch viele Einheimische halten sich nicht daran. Eine Schildkröte kann leider nicht ausweichen, wenn ein Schnellfahrer daherkommt.
Ein Straussenpaar, diesmal ohne Junge. Dabei handelt es sich sicher nicht um die Eltern derjenigen Vögel, die ich am Morgen sah, zwischen den beiden Sichtungen lagen etwa 25 km!
Auf einem grossen Granitsockel steht ein altes Haus, welches heute als Museum genutzt wird. Von hier aus gibt es einen wunderbaren Blick über die Lagune. Der starke Wind machte die Fortbewegung auf der Ebene zu einer mühsamen Sache! Im Museum wird die Entstehung der Lagune erläutert und es gibt auch einiges an Informationen über die menschliche Besiedlung der Gegend. Bereits vor Ankunft der Weissen war die Gegend teilweise bewohnt.
Noch nie sah ich diese Antilopen-Art: Es handelt sich um sogenannte Bontebok, sehr elegante Tiere. Nussbraue Köpfe, fast schwarze Flanken und schneeweisse Bäuche. Dazu leicht gebogene Hörner. Diese Antilopenart ist sehr selten, nur noch um die 2'000 Tiere soll es davon geben.
Bis auf einige Strausse sah ich heute kaum Vögel, von einem der zahlreichen Birdhides sah ich immerhin eine Gruppe von Flamigos, jedoch waren diese zu weit weg, als dass ich sie fotografieren konnte. Sonst waren weite Teile der Lagune trocken, die Vögel aus dem Norden sind noch auf der Reise, sie kommen in einigen Wochen hier an. Die Fischgründe an der Westküste Südafrikas sind äusserst fischreich, so dass die vielen Vögel genügend Nahrung vorfinden.
Zwischen dem Nationalpark und Capetown liegt ein Atomkraftwerk, welches gefährlich nahe an der Küste gebaut wurde. Nicht auszudenken, was bei einem Tsunami passieren würde - Fukushima lässt grüssen: Hier gibt es noch nicht mal eine Schutzmauer zwischen Wasser und Reaktor-Gebäuden! Das Kraftwerk liegt gerade mal 30 km vom Zentrum Kapstadts entfernt. In der Stadt und den umgebenden Gemeinden leben etwa 3.8 Mio. Menschen.
Der heutige starke Wind war ganz im Sinne der Kite-Surfer, welche sich am Strand nördlich von Capetown in den Wellen tummelten. Der Tafelberg war am späteren Nachmittag mit einer Wolkenkappe versehen, was die Surfer jedoch nicht von ihrem Hobby abhielt. Mit der adäquaten Ausrüstung versehen, lässt sich auch das kalte Wasser längere Zeit aushalten.
