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- Kategorie: Teil II: Südafrika von Durban nach Johannesburg mit Ruth
Zwei weitere Tage im Kruger, Mopani und Shingwedzi
Die nächsten beiden Tage führten uns zuerst nach Mopani, einem Camp etwas weiter nördlich von Letaba. Von dort aus ging es dann nach Shingwedzi, nochmals etwas weiter im Norden.
Die Anfahrt von Letaba nach Mopani nutzten wir wie alle Camp-Wechsel für einen längeren Gamedrive entlang diverser Flüsse mit einigen interessanten Begegnungen.

Es begann mit einem African Coucal, einem Vogel aus der Familie der Kuckuck. Diese Vögel sind eher scheu und sobald ein Auto hält, fliegen sie davon.

Bei einem Fluss, der recht viel Wasser führte, sahen wir eine grössere Herde von Elefanten mit einigen Jungtieren. Sie frassen auf einer Insel das frische, grüne Gras.

Und bald war es Zeit, den Fluss zu überqueren, um wieder das Festland zu erreichen. Für die kleinen Elefäntli war das kein leichtes Unterfangen, sie mussten sich am Schwanz des vorderen Tieres festhalten. Für die grösseren Tiere war die Überquerung kein Problem.

Den bislang einzigen Strauss auf dieser Reise sahen wir auf der Strasse stehen. Ich wartete bis er sich entschied, was er machen wollte. Bald überquerte er die Teerstrasse und kurz danach rannte seine Partnerin aus dem Busch ebenfalls über die Strasse. Zu schnell für mich, um auch sie noch zu fotografieren.

Ein weiterer Vogel sass etwas abseits der Strasse auf einem recht hohen Baum. Die Secretary Bird sind eigentlich Laufvögel, meist stolzieren sie mit ihren langen Beinen durch das hohe Gras auf der Suche nach ihrer typischen Beute: Kleine Schlangen, Eidechsen und auch die gelegentliche Maus oder sonstige Kleinsäuger. Dieser Vogel sass auf dem Baum, weil er dort sein Nest hatte. Die Eier oder gar die schon ausgeschlüpften Jungtiere waren auch mit der langen Linse nicht zu sehen.

Würde der Secretary seine Eier am Boden ausbrüten, würde ein solcher Monitor Lizard diese liebend gerne fressen. Diese grosse Echse liebt Vogel-Eier.

Auf einem kürzlich abgebrannten Stück Mopani-Gebüsch war ein Black-backed Jackal unterwegs. Er rief immer wieder und bald gesellte sich ein weiteres Tier dazu. Offenbar ein Paar. Nach kurzer Zeit gingen sie wieder getrennte Wege und wir fuhren weiter.

Einige hundert Meter weiter war unter einem Busch ein Bau der Jackal. Vier kleine, neugierige Jungtiere wollten sehen, was wir in dieser Gegend wollten. Drei der Tiere waren schon recht gross, das vierte ganz links hingegen zurück geblieben. Ob dieses Tier überleben wird, ist unsicher. Genauso steht es um eines der drei grösseren Jungtiere, dieses hinkte, etwas, das in der Natur ein grosser Nachteil ist.

Kurz nördlich des Mopani-Camp überquert die Strasse den südlichen Wendekreis, den Wendekreis des Steinbocks. Von hier aus sind wir nun für einige Tage in den Tropen. Ein kleines Monument weist hier auf diese geografische Besonderheit hin.

Zwischen Mopani und Shihgwedzi gab es viele Termitenhügel, einige kleiner, andere wie dieser wiederum über zwei Meter hoch. An sich sollten in dieser Gegend auch Aardwark leben, eines der wenigen Tiere, die ich noch nie sah. Diese fressen gerne Termiten, sind aber nacht-aktiv und deshalb sehr schwierig zu sehen. So blieb es eben bei den Termitenhügeln.

Ein Red-crested Korhaan war im frischen Gras auf Nahrungssuche.

Eine Stelle entlang eines Flusslaufs heisst Red Rock Lookout. Ein Fluss hat hier das Grundgestein freigelegt, dies aber nur, wenn er viel Wasser führte. Aktuell war nicht allzu viel Wasser in den Flüssen.

Trotzdem gab es immer wieder schöne Ansichten vom weiten afrikanischen Himmel, der sich in einem Flusslauf spiegelte.

Krokodile ernähren sich häufig von Fischen. Dieser faule Kerl legte sich an den Rand einer betonierten Furt, wo das Wasser des Flusses etwa 15 cm über den Rand hinunterfällt. Er hoffte auf einen Fisch, der sich über die Furt verirrt und ihm direkt ins aufgesperrte Maul schwimmt. Offenbar eine durchaus erfolgreiche Strategie.

An derselben Stelle waren zwei Hamerkop am streiten, immer wieder ertönten ihre Schreie.

Eine weitere Flussansicht. Die meisten Flüsse lagen trocken oder führten sehr wenig Wasser und werden erst bei den nächsten grossen Regenfälle wieder richtig gefüllt.

Der Woodland Kingfisher war auf dieser Reise unser täglicher Begleiter, zwar kaum je zu sehen, aber umso öfter zu hören.
Hier ein Beispiel seines Songs aus dem Internet (ebird.org). Klick hier.

Ein ebenso treuer Begleiter im Kruger ist der Yellow-billed Stork, der häufig am Wasser zu beobachten ist, wenn er auf Beutezug ist.

In einigen Camps wurden in den letzten Jahren solche Nistkästen für Fledermäuse aufgestellt. Diese stehen recht weit von den Wohneinheiten weg und so ist der Gestank der Exkremente nicht sehr störend. Häufig leben die Fledermäuse jedoch auch in den Strohdächern der Bungalows was wegen der Gerüche eher unangenehm ist.

Im Shingwedzi-Camp war das Internet so lausig, dass nicht mal die Kellner ohne einen grossen Tanz aufzuführen die Kreditkarten Zahlung durchführen konnten. Der Empfang war auf einige wenige Stellen beschränkt. In den meisten anderen Camps war das Internet gut, meist mit einer 4G-Verbindung über mein Handy.