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- Kategorie: Teil I: Cruise Trieste nach Durban
Endlich wieder ein Landgang - Salalah im Oman
Wie ich schon geschrieben habe, fielen auf dieser Reise einige der geplanten Höhepunkt buchstäblich ins Wasser, da der Krieg im Nahen Osten leider zur Absage unserer Stops in Ägypten und Jordanien führte. Deshalb waren wir länger als geplant ununterbrochen ohne möglichen Landgang auf dem Meer.

Immer, wenn wir in der Nähe eines Landes vorbei fuhren, meldete sich mein Handy mit den Infos zu den Kosten der Verbindungen. Den Vogel schoss Dschibuti am Horn von Afrika ab: Anrufe hätten CHF 3.35 / Minute gekostet, noch kostenintensiver wäre hingegen die Internetverbindung gewesen: CHF 30.00 / MB. Die 5 MB der NZZ Internet-Ausgabe hätte mich demnach CHF 150.00 gekostet. Da ist das Schiffs-Internet doch noch günstiger!
Wir kamen bereits am Vorabend in Salalah an, da wir einen medizinischen Notfall an Bord hatten, der dringend in ein Spital überführt werden musste. Für uns hatte dies den Vorteil, dass wir schon um 7 Uhr hätten losgehen können, was wir aber nicht taten.
Nach dem Frühstück gingen wir an Land und wurden sogleich von einem geschäftstüchtigen Omani in Empfang genommen, er bot uns an, uns die Highlights der Stadt mit seinem Privat-Auto zu zeigen. Dafür wollte er 30 US$ / Person, ein sehr guter Preis. Im Auto stellte er sich als Omar vor, einen Namen, den ich mir in diesem Land gut merken konnte.

Ein erster Halt galt der Sultan Qabus Moschee, welche vom aktuellen Sultan erbaut wurde. Der Sultan Qabus entmachtete seinen Vater und modernisierte das Land in der Folge. Der Vater wurde nach London entsorgt, wo er bald danach starb. Schulen und auch Krankenhäuser entstanden und auch Mädchen durften zur Schule gehen. Qabus selber verstarb ohne Nachkommen, da es offenbar homosexuell war, so dass einer seiner Cousins sein Nachfolger wurde.

Der Innenhof war für alle zugänglich, der Gebetsraum für mich leider nicht, da meine Shorts meine Knie nicht bedeckten. Seis drum.

Märkte gehören immer auch zum Besuchsprogramm: Diesmal ein Lebensmittelmarkt mit Fleisch, Fisch und auch Gemüse. Irgendwie wird man hier zum Vegetarier. In diesem Teil wurde Kamelfleisch verkauft. Die Verkäufer hatten aber nicht viel zu tun, die meisten sassen unbeschäftigt herum und tauschten die lokalen Neuigkeiten aus.

Klein gehacktes Fleisch lag hier im Angebot, schön ungekühlt.

Auch die Fische waren ungekühlt, dieser Händler zeigte mit seinen Mahi-Mahi, einer meiner Lieblings-Fische.

Im Vordergrund ein kleiner Hai, in der Mitte dann Gelbflossen-Thunfisch. Alles auch schön ungekühlt.

Wassermelonen und viele Früchte und Gemüse gab es ebenfalls, auch in dieser Halle mehr Angebot als Nachfrage.

Der Haupteingang zum neuen Königspalast sieht abweisend aus, das Gebäude ist auch nicht zugänglich. Der Sultan selber lebt die meiste Zeit in Maskat im Süden des Oman.

Zum Abschluss gab es dann noch eine Stipvisite im Gewürzmarkt, wo neben scharfen Gewürzen auch allerlei Tinkturen und Wässerchen verkauft wurden.

Oman ist unter anderem auch für seinen Weihrauch bekannt. In einigen Tälern im Landesinnern wachsen die Bäume, welche das Harz absondern, welches in den Kirchen im den sogenannte Brämenkesseln verwendet wird. In diesem Teil des Markts riecht es wie in einer katholischen Kirche.

Etwas ausserhalb des Stadtzentrums entstehen neue Quartiere, welche aus modernen Wohn- und Geschäftshäusern bestehen. Personen waren im Freien nicht zu sehen, die Sonneneinstrahlung war wohl auch den Einheimischen zu stark.

Ein letzter Eindruck eines modernen Geschäftshauses in der Nähe des Hafens, wo uns Omar wieder aussteigen liess.
Als wir uns am Morgen zu ihm ins Auto setzten, erzähle er uns, er hätte im Schiff gefrühstückt. Das Restaurant läge im 14. Stock, was auch stimmte. Ich dachte, erzähl mal weiter Geschichten. Nach unserer Ankunft im Schiff gingen Paul und ich kurz ins Restaurant für einen Salat und ich war bass erstaunt, als plötzlich Omar neben mir am Buffet stand. Mit einem verschmitzten Lächeln meinte er: „See, I told you“. Einerseits mag ich ihm den Lunch gönnen, doch wirft dies eine eher bedenkliches Licht auf das Sicherheitspersonal des Schiffs.