- Details
- Kategorie: Teil I: Cruise Trieste nach Durban
Durchfahrt durch den Suez-Kanal
Wir lagen schon die ganze Nacht vor Port Said, der Hafenstadt am nördlichen Ende des Suez- Kanals und warteten auf die Durchfahrt. Diese erfolgt immer im Konvoi, mehrere Schiffe folgen sich in sicherem Abstand durch die Einbahn-Strecken des Kanals. Nach etwas mehr als der Hälfte der Strecke gibt es im sogenannten Bittersee die Möglichkeit, dass sich mehrere Schiffe kreuzen können. Auf gewissen Teilstrecken wird der Kanal auch zweispurig geführt.

Kurz vor 9 Uhr setzte sich unser Konvoi in Bewegung und wir näherten uns Port Said, welches hier in der Distanz zu sehen ist.

Bald schon kam unser Lotse mit seinem Boot angerauscht. Ein Lotse ist für die Durchfahrt obligatorisch, diese kennen den Kanal aus langjähriger Erfahrung. Der Lohn des Lotsen ist in den 250’000 US$ für die Passage unseres Schiffs inbegriffen.

Die Säule an der kleinen Landspitze vor Port Said markiert den Beginn des Kanals, dahinter liegt ein grosser Sandstrand, der heute früh allerdings menschenleer war.

Die Einfahrt in den Kanal zog viele Passagiere auf Deck, wo sie den Moment erleben wollten. Das Wetter spielte mit, der tiefblaue Himmel wölbte sich über einer Landschaft mit knappen 30°. Mit etwas Fahrtwind gut auszuhalten.

Der Suez-Kanal trennte das ägyptische Festland von der Sinai-Halbinsel. Während das Festland bewässert wird und dementsprechend grün und fruchtbar ist, bleibt die Halbinsel ...

... ohne Bewässerung wüstenhaft. Die Fahrt durch den Kanal ist auf 15 km/h begrenzt, damit die Ufer nicht durch die Wellen beschädigt werden. Die typische Durchfahrt dauert etwa 10 Sunden. Schleusen gibt es keine, der Kanal verbindet das Mittelmeer mit dem roten Meer.

Ein Blick zurück zeigt nochmals eindrücklich die unterschiedlichen Landschaften. Auf unser Schiff folgt direkt ein Schlepper, dahinter in sicherer Distanz ein grosses Containerschiff.

In der Näher der grösseren Stadt Ismailia verbindet eine Strassenbrücke die beiden Ufer des Kanals. Diese muss hoch genug sein, damit die grossen Frachtschiffe und auch die riesigen Kreuzfahrtschiffe darunter passen.

Die meisten Passagiere schauten gespannt auf die Passage, ob es auch diesmal reichten würde.

Sogar die höchste Stelle des Schiffs passte erwartungsgemäss problemlos unter der Brücke hindurch. Allzu viel fehlte allerdings nicht mehr.

Auf dem Bittersee kam uns ein Frachter aus China entgegen, welcher Rotoren für Windturbinen geladen hatte. Diese sehen aus der Distanz recht klein aus, doch sollte dieser Eindruck nicht täuschen, jedes Blatt hatte sicher mindestens 75 m Länge.

Der Schüttgut-Frachter wirkt im Vergleich zum kleinen Fischerboot im Vordergrund gigantisch. Er scheint leer zu sein, da der rote Teil des Schiffs im beladenen Zustand unterhalb der Wasserlinie liegen würde.
Gegen 18 Uhr erreichten wir Suez, den südlichen Ort am Kanal, dann war es aber schon dunkel und wir machten uns auf den Weg zum 1’700 Seemeilen entfernten Salalah in Oman, wo wir in einigen Tagen anlegen werden.
In den nächsten Tagen wird es kaum viele Tagebucheinträge geben, da auf hoher See ausser blauem Himmel und hohen Temperaturen nicht viel los sein wird.