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El Valle, die Sommerfrische auf 630 m.ü.M.
Für viele Panameños ist die Ortschaft El Valle eine willkommene Sommerfrische. Auf 630 m.ü.M. liegend, sind hier die Temperaturen viel angenehmer als im feuchtheissen Panama-City. Das war jedoch nicht der Grund für unseren Besuch in der Ortschaft.
Uns interessierte die Lebensweise der ortsansässigen Bevölkerung und wir wollten einen Einblick in das Ortsleben. Am Meer hatten wir dazu bisher keine Gelegenheit, da meist nur Touristen in den Orten am Meer leben. Die Ortschaften, welche wir bisher besuchen konnten, waren Strassendörfer, die an der Panamericana lagen und wegen des vielen Verkehrs über kein eigentliches Dorfleben verfügten.

Ein M/S Pueblo ist der Mercado Super Pueblo, ein Geschäft, welches Lebensmittel verkauft. Diese Bezeichnung tragen die meisten Geschäfte, die wir bisher sahen. M/S schreibt sich auch mit weniger Farbe und man muss ja sparen wo es geht! Das Schild Tigo weist auf einen weit verbreiteten Mobilfunk-Anbieter in Panama hin.

Viele Panameños sind eher auf der beleibteren Seite. Ein Grund dafür sind diese Geschäfte: Panaderia y Dulceria, eine Bäckerei mit angeschlossenem Süssgebäck Laden, bei uns eine Bäckerei / Konditorei. Dieses Geschäft liegt mitten in der Ortschaft, gerade vis-a-vis der Kirche.

Die meisten Sitzbänke im Zentrum weisen interessante Bemalungen auf. Die Bilder unterscheiden sich sowohl vom Motiv, als auch vom Malstil her. Die Beton-Bänke werden aber auch mit noch so raffinierter Malerei nicht weicher, doch fürs Auge wird mit etwas Farbe viel erreicht.

Über die Kirche las ich im Reiseführer den despektierlichen Satz, sie markiere zwar einen wichtigen Referenz-Punkt in der Stadt, sonst aber sei sie nichts besonderes. Uns gefiel sie eigentlich ganz gut, zwar auf den ersten Blick recht einfach, doch gefällt der schlichte Stil. Zudem erinnerte sie mich an die Kathedrale vom Casco Viejo in Panama-City, welche ebenfalls neben einem weissen Hauptschiff über steinerne - und damit dunkle - Türme verfügt.

Ein weiteres Beispiel einer Sitzbank, diesmal mit dem Wiedersehen eines Bekannten, den wir vor einigen Tagen trafen.

Erwischt! Dieser Herr war gerade dabei, eine Sitzbank neu zu bemalen. Auch er verwendet eher grelle Farben für seine Kunst. Auf diesem Bild ist gut zu sehen, wie sich die Panameños an die Maskenpflicht halten. Man sieht praktisch nie Personen ohne Mund- und Nasenschutz. Die Regel besagt, dass sobald man das Haus verlässt, die Maske getragen werden muss. Nicht ganz so eng ist es beim Strandspaziergang, dort bleibt die Maske in der Hosentasche.

An diesem Blumentopf traf ich einen weiteren Bekannten von gestern. Ein Bild eines Carpintero oder Specht verziert diesen Topf.

Die Hausbesitzer legen ihren Kehricht auf diese Metallgestelle nahe bei der Strasse zum Abtransport. Diese Plattform ist etwa 1 m über dem Strassenniveau, so können die streunenden Hunde oder wilden Tiere sich nicht an den Abfällen gütlich tun und den Inhalt der Säcke über eine grösstmögliche Fläche verteilen. Das marine-blaue Schild sagt, dass der Hausbesitzer die Gebühr für die Zeit von Juli bis Dezember 21 bezahlt hat. So wird Transparenz hergestellt!

Wo diese Bank wohl stehen mag? Sehr viele der gängigen Früchte und Gemüse, welche in dieser Gegend wachsen, sind hier dargestellt.

Wenn ich mich vom Standort des letzten Bildes um 90 grad nach Links drehe, wird das Gemüse- und Früchteangebot in der Markthalle von El Valle sichtbar. Alles, was das Herz und der Magen begehren, liegt hier zum Verkauf bereit. Die meisten der Gemüse gibt es auch bei uns, einiges Unbekanntes gibt es aber auch. Kochbananen werden bei uns eher nicht verkauft, auch Yucca und Maniok findet man lediglich in Spezialgeschäften.

Bei der Rückkehr an die Küste über einen anderen Weg führt die Strasse an einem Aussichtspunkt vorbei. Von hier aus ist in der Ferne sogar das Meer zu sehen, heute allerdings wegen starkem Dunst nur schwach. Die bedrohlich aussehenden Wolken hielten übrigens während des ganzen Tages dicht.
