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- Kategorie: Costa Rica 22
Spaziergang im Regenwald: Echsen und noch mehr Echsen
Wir buchten uns eine weitere Nacht in unserer Lodge und machten am Nachmittag einen geführten Spaziergang im nur mit Führer zugänglichen Teil des Gebiets. Rund um die Lodge gibt es Wege, bei denen es viel zu sehen gibt.

Ein kleiner Specht (Melanerpes pucherani) machte uns schon beim Frühstück seine Aufwartung. Ganz untypisch frass er Stücke der bereitgestellten Bananen. Das ist wohl einfacher, als sich die Maden aus dem harten Holz heraus zu hacken. Und es gibt sicher auch weniger Kopfschmerzen.

Der grüne Basilisk (Jesus Christ Lizard oder zoologisch Basiliscus basiliscus) stand zuoberst auf einem abgesägten Baumstamm. Er posierte für meine Aufnahme und erst als ich soweit war, verschwand er von seinem Hochsitz.

Kurze Zeit später tauchte er auf einem anderen Baum wieder auf, diesmal mit seinem Kopf in der Sonne. Ich musste einfach nochmals auf den Auslöser drücken.

Der grosse grüne Iguana sieht zwar furchterregend aus, doch ist er für uns absolut harmlos. Er ernährt sich fast ausschliesslich pflanzlich. Die gelben Stacheln auf seinem Rücken verleihen ihm jedoch ein urzeitliches Aussehen. So stelle ich mir die Echsen vor dem Kometen-Einschlag in Yucatan vor. Damals verschwanden die Dinosaurier und wenige überlebende Echsen existieren noch heute.

Der Sarapiqui-River läuft direkt vor unserer Lodge vorbei. In der aktuellen Trockenzeit ist er ein kleineres Rinnsal, doch in der Regenzeit ist das Bachbett offenbar ziemlich voll. Teile des Geländes unserer Lodge können dann auch unter Wasser stehen. Viele der Häuser stehen deshalb auf Stelzen.

Eine schmale Hängebrücke überquert den Fluss von der Lodge zum Reservat auf der anderen Fluss-Seite. Wir waren heute bei unserer nachmittäglichen Tour die beiden einzigen Gäste. Unser junger Führer entpuppte sich als sehr guter Späher und Kenner der lokalen Fauna und auch Flora. Eine spannende Tour im ursprünglichen Regenwald.

Zweizehen-Faultiere sind grösser als ihre Verwandten mit den drei Zehen. Doch auch sie hängen gerne kopfüber im Geäst und fressen die Blätter der Bäume. Die meiste Zeit schlafen sie jedoch, da sie nur schwerverdauliche Nahrung zu sich nehmen.

Diese Bananensorte wurde aus Asien eingeschleppt und sie nimmt massiv überhand. Die Ausrottung wurde zwar versucht, doch scheiterte sie offenbar an der Natur, die einfach zu gut für die Pflanzen sorgt, als dass diese erfolgreich vernichtet werden könnten. Die oberen Früchte sind noch nicht reif, sobald sie reifen, platzen sie auf und das weisse Fruchtfleisch mit den kleinen schwarzen Samen erscheint.

Auf dieses Bild bin ich besonders stolz. Es zeigt einen Helmeted Basilisk, der sich an einem kleinen Stamm festhält. Entdeckt habe ich ihn nicht, dies gelang unserem Führer. Mitten im Wald war das Licht äusserst dürftig, doch meine grosse Kamera konnte doch noch ein einigermasses gutes Bild schiessen. Für Fotofans hier die Details: Nikon D850, Objektiv Nikon 80-400 mm mit VR, 1/60 s, 400 mm, F 10 und ISO 25600! Unglaublich, was die modernen Kameras leisten können. Nachbearbeitet habe ich lediglich das Bildrauschen.

Ein Tapier hinterliess im Morast seinen Fussabdruck, doch das Tier selber sahen wir leider nicht.

Eine Kolonie von kleinen Pilzen hilft hier der Natur beim Abbau dieses Baumstammes, der schon lange im Regenwald liegt.

Noch ein weiteres Mal verblüffte mich meine Kamera: Dieser Plattschnabelmotmot (Elektron platyrhynchum) stand im Dunkeln inmitten von Blättern eines Baumes und trotzdem gab es ein recht brauchbares Bild. Nikon D850, Objektiv Nikon 80-400 mm mit VR, 1/60 s, 400 mm, F 10 und ISO 25600! Auch hier wieder lediglich das Bildrauschen bearbeitet.

Genauso wie dieser grosse Iguana fühlte ich mich nach unserem Ausflug. Ziemlich ausgepowert. Nur musste ich nicht wie er auf einem dicken Ast ausruhen, sondern konnte mir an einem Tisch ein Bier genehmigen.
