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- Kategorie: Fast ein Tagebuch
Familiensinn bei einem eher hässlichen Tier?
Hyänen sind nicht gerade meine Lieblingstiere, die Tüpfelhyäne erst recht nicht. Wenn am späten Abend ihre Geheule über die Landschaft zieht, läuft es mir oft kalt den Rücken hinunter. Ich kann mir gut vorstellen, wie sich dieser Ton für die in der Wildnis lebenden Tiere anhört, die durch keinen Elektrozaun geschützt sind.
Am späteren Nachmittag entdeckten wir in der Nähe unseres Camps Mopani eine Hyäne, welche in einem Entwässerungskanal unter der Piste ihr Lager hatte.

Als erstes sahen wir die Hyäne, die gerade gähnte, das furchterregende Gebiss entblösst. Die starken Zähne können fast jeden Knochen einfach durchbrechen. Ich bin froh, dass die die Autotüre zwischen mir und dem Tier war.

Bald schon näherte sich ein Jungtier aus dem Bau der Mutter, das zweite getraute sich nur kurz an die Luft und zog sich gerade wieder zurück. Neugierig strich das Kleine um die Mutter, offensichtlich ohne die geringste Angst vor dem Gebiss zu haben.

Die Mutter begann das Kleine zu lecken, was sie der Jungster sehr gefallen liess.


Mutter und Kind in trauter Zweisamkeit. Mit sich und der Welt zufrieden.

Wie du mir, so ich dir. Der Kleine leckt die Pfote der Mutter, während sie den Kopf liebkost.

Der Kleine schien nicht genug zu bekommen, immer wieder änderte er seine Stellung, damit die Mutter eine andere Stelle „bearbeiten“ konnte.

Ganz neugierig musterte der Kleine seine Umgebung und uns, während er sich von der Mutter behandeln liess. Diese liess sich durch unsere Gegenwart nicht ablenken.

Ganz zufrieden nutzt die Mutter den Kopf des Kleinen nach getaner Arbeit als Ruhekissen.
Dieses Erlebnis rückt das nicht sehr schön anzusehende Tier in ein neues Licht. Die Hyäne ist offenbar nicht nur ein erbarmungsloser Jäger und Aasfresser, sondern auch ein ausgesprochenes Familientier! Den Jöö-Faktor hat das Tier aber dennoch nicht.
