- Details
- Kategorie: California 17 - Reise mit Freunden
Über den Tioga-Pass zum Mono Lake und in die Ghost-Town Bodie

Vom Yosemite-Valley führt die Strasse über den Tioga-Pass in den Osten der Sierra. Im Tal war heute ein leichter Rauch zu sehen, der von mehreren Waldbränden im Park stammt. Die Strasse zum Glacier-Point war auch heute gesperrt.

Von einem Aussichtspunkt an der Passstrasse sieht man den Half Dome, die Spitze in der Mitte des Bildes. Die Granit-Platten im Vordergrund wurden von den Gletschern nahezu plan geschliffen, welche das Yosemite-Valley noch vor 30’000 Jahre überzogen.

Auf über 2’500 m.ü.M. liegt ein glasklarer See inmitten der grandiosen Hochgebirgslandschaft. Selbst auf dieser Höhe wachsen noch grosse, kräftige Bäume, die meisten davon Koniferen.Die Felsen sind auch hier von den Gletschern geschliffen.

Der Tioga Pass liegt auf 9’954 Fuss oder etwa 3’031 m.ü.M. Auch auf der Passhöhe gibt es noch viele Bäume. Auf der anderen Seite des Passes ändert die Vegetation aber grundlegend: Kaum mehr Bäume, mehrheitlich Gestrüpp und viel wüsten-ähnliche Gebiete. Die Regenwolken vom Pazifik her regnen auf der Westseite der Sierra aus, in den Osten schaffen es nur mehr wenige Tropfen.

Am östlichen Ende der Tioga-Passstrasse liegt der Mono-Lake, ein alkalischer See, dessen Pegel sehr stark gesunken ist, seit in den 1950-er Jahren das Wasser seiner Zuflüsse in grossen, offenen Kanälen in Richtung Süd-Kalifornien umgeleitet wurde. Los Angeles und San Diego brauchen das Wasser, für den See bleibt fast nichts mehr. Erst in den letzten Jahren gelangt wegen einer Politik-Änderung wieder mehr Wasser in den See, so dass der Spiegel in den kommenden Jahrzehnten wieder etwas ansteigen sollte.

Die Hauptattraktion des Sees sind die Tuff-Stein-Felsen, welche vom sinkenden Pegel freigelegt wurden. Diese entstanden durch aus dem Untergrund austretendes Süsswasser mit hohem Kalziumgehalt, welches sich mit den Mineralien im Wasser des Sees zu Kalziumkarbonat verband und so die bizarren Formen bildete. Wäre der Pegel nicht gesunken, wären diese Figuren unter dem Wasserspiegel nicht zu sehen. So gesehen hat der tiefe Wasserstand immerhin für den Tourismus eine positive Auswirkung.


Die weissen Wolken bildeten einen wunderbaren Kontrast zum blauen Wasser des Sees, die wenigen fallenden Tropfen eines kurzen Regens erreichten kaum den Boden, bevor sie verdunsteten.

Etwas weiter nördlich des Sees liegt die ehemalige Goldgräberstadt Bodie, welche heute eine sogenannte Ghost-Town ist. Seit den 60-er Jahren des 20. Jhdts. lebt hier niemand mehr, die Blüte erlebte die Siedlung, als in den 1880 Jahren bis zum 7’000 Menschen hier nach Gold schürften. Heute ist die Stadt ein Park des Bundesstaates Kalifornien. Offenbar wird nur das absolut Nötigste an Reparaturen vorgenommen, um den Eindruck von Verfall nicht zu verfälschen. Ohne Kommentare folgen nun einige Bilder der Stadt.





Wir wollten nicht in der Geisterstadt übernachten und fuhren etwas weiter in den Norden nach Bridgeport. Als wir von Bodie losfuhren, zog sich ein Gewitter zusammen, die Wolken begannen sich auszuleeren und schufen unheimliche Stimmungen.

Sogar ein Regenbogen war zu sehen. Dies im Staat, in welchem es angeblich nie regnet!
