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- Kategorie: California 17 - Reise mit Freunden
Die Brücke und ziemlich schlechte Sprache
San Francisco zeigte sich heute von der leider beinahe typischen Sommer-Seite: Hochnebel und immer ein leichter Nieselregen in der Luft, Autofahren mit Licht und meist eingeschalteten Scheibenwischern. Nicht sehr beschaulich.

Ich wollte meinen Reisegefährten den für mich schönsten Anblick der Golden Gate Bridge bieten, als wir am Aussichtspunkt auf der nördlichen Seite ankamen war die Sicht doch nicht sehr erhebend. Das einzige, was auf die Brücke hinwies war der gedämpfte Lärm der Autos und ab und an das tiefe Tuten des Nebelhorns. Zu sehen war nichts.

Als wir wieder etwas hinunter fuhren, zeigte sie sich immerhin im Nebel und einige der Nebelschwaden sorgten noch für ein interessantes Bild. Von der Stadt hinter der Brücke war nichts auszumachen.

Besser dann schon der Blick vom Vistapoint auf der Südseite aus, dort war immerhin das ganze Bauwerk zu sehen. Die Brücke konnte dieses Jahr ihren 80-sten Geburtstag feiern. Ich wage mir nicht vorzustellen, auf wie vielen Bildern sie im Laufe ihres Lebens schon verewigt wurde. Vermutlich in den letzten 5 Jahren so oft wie in der gesamten bisherigen Zeit. Die Mobile Phone - Fotografie macht dies problemlos möglich. Jeder Tourist trägt ein solches Gerät bei sich und nutzt es ausgiebig.

Beim neu errichteten Visitor-Center steht ein Stück eines der beiden Trägerkabel, welches das ganze Gewichte der Brücke trägt. Ein Kabel misst 2’331 m bei einem Durchmesser von 92.4 cm. Das Innere besteht aus einzelnen Drähten, von denen pro Kabel 27’572 einzelne verarbeitet wurden, insbesamt nahezu 129’000 km! Jedes Kabel wiegt 22.26 Tonnen. Unvorstellbare Masse. Die Kabel wurden auf den Trägern zusammengewoben (?) und anschliessend verkleidet. Eine sehr interessante und lesenswerte Beschreibung des ganzen Baues findet sich auf Wikipedia (Klick mich!).

Als wir zum Nachtessen nach Sausalito fuhren, hielt ich nochmals am nördlichen Vistapoint an, da sich gerade eine interessante Sicht anbot. Der nördliche verschwand verschwand mit dem obersten Drittel im Nebel und die Fahrbahn löste sich in Weiss auf.

Nun zum betrüblicheren Teil des Tages: Zu Füssen des südlichen Endes der Brücke liegt das Fort Point. Dieses wurde um das Jahr 1850 zur Verteidigung der Meerenge errichtet und nie von fremden Mächten angegriffen. Nun droht über steigende Meeresstände erstmals ein Angriff. Der Nationalpark informiert auf einer Tafel über die Gefahr und schreibt die steigenden Wasserstände richtigerweise der globalen Erderwärmung zu, welche weitestgehend vom Menschen verursacht wurde. Eine Aussage, welche gemäss der aktuellen Trotteltruppe im Weissen Haus nicht stimmt. In den entsprechenden Bundesagenturen und wissenschaftlichen Institutionen wurden offenbar sämtliche Daten zum Klimawandel gelöscht und Hinweise von den Webseiten entfernt. Hier wird die Wahrheit sicher auch bald fake-isisert.

In den Touristenläden bei der Fishermans Wharf, einem Hotspot der Fremden-Industrie wird der aktuelle Bewohner des Hauses ziemlich eindeutig verurteilt.

Eine noch klarere Botschaft vermittelt dieser Veteran. Er sitzt im Rollstuhl und tut mit Fingergesten sowie entsprechenden Schildern seine Meinung klar kund. Sein Geschäftsmodell scheint aufzugehen, die meisten Passanten legen die eine oder andere Noten in den bereitstehenden Becher.
