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- Kategorie: California 17 - Reise mit Freunden
Besuch in der Natur - Joshua Tree Nationalpark
Wir entflohen heute dem Backofen in die Berge, in den Joshua Tree Nationalpark etwas östlich von Palm Springs.

Der Joshua Tree Nationalpark schützt eine Gegend mit aussergewöhnlicher Vegetation, einerseits natürlich die ikonischen Joshua Trees, dann aber auch vielerlei Kakteen und andere Wüstenbewohner und -pflanzen.

In diesem Bild sind schon einige der interessanten Dinge des Parks zu sehen: auf der rechten Seite einige Yucca, Verwandte des Joshua Trees, davor ein Stück Granit, von dem es weiter im Park noch viele schöne Formationen hat. Links dann ein Cresoste-Bush (Larrea tridentata), eine unscheinbare Pflanze, welche aber hier im Südwesten der USA grosse Flächen bedeckt. Wenn es genügend Wasser hat, verteilen sich die Pflanzen scheinbar willkürlich auf einer Fläche, an Standorten mit wenig Wasser verteidigt jedoch die einzelne Pflanze ihr Territorium rabiat. Sie kann ein Herbizid produzieren, mit dem Konkurrenten in der Nachbarschaft vom Wachsen abgehalten werden. In spanisch wird der Creosote deshalb auch „El gobernador“ genannt. Eine weitere Besonderheit dieses Strauches ist, dass er sich meist über Ableger verbreitet und weniger über Versamnung. Man schätzt, dass bei einzelnen Standorten die Pflanzen genetisch bis zu 9’400 Jahre alt sind. Mitunter die ältesten lebenden Organismen. Und das bei einer unscheinbaren Pflanze ohne besondere Auszeichnungen.

Diese Kakteen erwartet man in der Wüste: Sie können trockene Zeiten überstehen, an einer Stelle bilden sie einen ganzen Garten. Die einzelnen Arme und Finger fallen leicht ab, der Unvorsichtige kann leicht ein kleines Stück der Pflanze im Fell oder an der Kleidung einfangen, dieses ist dann nur sehr schwer wieder zu entfernen. Die Stacheln sind sehr spitz und zudem noch mit kleinen Widerhaken versehen.

Grosse Granitformationen gehören ebenfalls in diese Landschaft. Vor mehr als 100 Millionen Jahren steig Magma bis unter die Oberfläche auf und kristallisierte dort. Als die überliegenden Schichten durch die Erosion entfernt wurden, blieb noch der Granit übrig. Dieser bildet nun schöne, weiche Formationen, einer der Höhepunkte des Besuches.

Die einzelnen Bestandteile des Granites - erinnert sich der Leser noch an den Lernspruch in der Schule? Die einzelnen Körner sind jeweils knapp einen Millimeter gross, eine grobe Sache!

Ein weiteres Bild einer freigelegten Granit-Formation. Bei den grösseren Felsen sind häufig Kletterer unterwegs.

Ein erster Joshua Tree, ein noch junges Exemplar, das noch viel vor sich hat. Zu seinen Füssen stehen einige Kakteen im Schatten.

Auf einer ebenen Stelle des Parks stehen viele Joshua Trees. Die grössten Exemplare erreichen gut 15 m und ein Alter von um die 900 Jahren.

Am Nachmittag kamen dunkle Wolken auf und tatsächlich fiel bald auch etwas Regen. Zwar nur wenig, aber in dieser trockenen Gegend doch sehr willkommen. Mich faszinierte das Licht, welches einige spektakuläre Aufnahmen ermöglichte.

Am Rand des Plateaus gibt es an einer Stelle einen Aussichtspunkt hinunter ins Coachella-Valley, das Tal wo auch Palm Springs liegt. Heute war die Sicht recht gut, da nicht viel Dunst in der Luft war. Das Gewitter hat sich in den Osten verzogen, hier fiel kein Regen.

Dieser Joshua Tree hat sich weit westlich vorgewagt, hier gibt es nur noch wenige Exemplare. Damit auch er einen Blick auf Palm Springs werfen kann, muss er sich gut strecken.

Ein seltenes Bild von Ruth und mir, diesmal beim Betrachten des Coachella-Valley.
