- Details
- Kategorie: Mexico September / Oktober 09
Izamal – Ek Balam – Valladolid
Am heutigen Morgen sahen wir uns nochmals Izamal an, speziell um einige Fotos der schönen Häuser zu machen. Vor allem mit den Details der Häuser könnte ich mich stundenlang verweilen. Türeingänge, Fenster und sonstige Verzierungen an den Häusern sind sehr fotogen. Die allgegenwärtige gelbe Farbe im frühen Morgenlicht gibt der Stadt zudem ein goldenes Aussehen.

Anschliessend fuhren wir zu einer recht neuen Ausgrabung aus der Maya Zeit, welche erst seit einigen wenigen Jahren dem Publikum zugänglich ist. Bereits nächste Woche beginnen wieder die Ausgrabungen an zwei weiteren Gebäuden, die jetzt noch unter dichtem Wald verborgen sind. Als die Spanier in Yucatan einfielen, vergruben die Mayas diese heiligen Städte unter Erde und bald schon bedeckte ein dichter Wald die Strukturen. Die Spanier entdeckten diese interessanten Anlagen dann auch nicht, und so werden sie erst in letzter Zeit wieder entdeckt.
Ek Balam ist vermutlich älter als Chichén Itzà, die wohl bekannteste Maya Stätte. Ek Balam wird nur von wenigen Touristen besucht, da die internationale Bekanntheit noch fehlt. Viele Ceibas, welche bereits den alten Maya heilig waren, wachsen in der Anlage von Ek Balam. Noch heute wird deren Frucht verwendet; sobald sie reif und trocken ist, öffnet sich der Fruchtkörper und eine der Baumwolle ähnliche Wolle tritt heraus. Dieser Inhalt ist auch als Kabok bekannt, er wird unter anderem zum Füllen von Kissen verwendet. Die Bäume wachsen sehr schnell, ihre Stämme sind oft mit eindrücklichen Dornen bewehrt, um aufsteigewillige Tiere abzuwehren.

Findige Mexikaner, welche direkt von den Maya abstammen, bieten für Behinderte einen Transport innerhalb der Anlage mit Dreirad-Fahrrädern an, so war der Besuch auch für mich möglich. Auf die gut 30m hohe Pyramide konnte ich hingegen auch mit dem Fahrrad nicht hinaufsteigen. Vorallem die Fahrt die Treppen hinunter wäre doch eher aufregend gewesen. Auch von unten sieht die Pyramide immer noch recht eindrücklich aus. Unter den Palappas sind Reliefe und Figuren, welche in ganz Yucatan einmalig sind. Durch den Schutz der Bedeckung gegen die Spanier sind diese sehr gut erhalten. In anderen Anlagen wurde diese entweder zerstört oder sind heute in irgendeinem Museum der ehemaligen Kolonialherren.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz zeigte uns mein Fahrer noch eine Chile Art (Chile piquin), deren Frucht nur etwa die Grösse eines Stecknadelkopfes hat. Diese sind aber sogar den Mexikanern zu scharf und Otto mochte diese auch nicht kosten. Der Schock von gestern Abend sass wohl noch zu tief.
Nun sind wir zurück im Hotel "Meson de Marques" in Valladolid, unserem Ausgangspunkt für den morgigen Ausflug nach Rio Lagartos an der nördlichen Küste Yucatans. Wir hoffen morgen erneut viele Seevögel zu sehen, darunter auch einige Flamingos.
