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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 3. Etappe Nassau, Bahamas
Nassau, Bahamas

Heute morgen regnete es in Havanna in Strömen. Bereits in der Nacht gab es ein höllisches Gewitter mit eindrücklichem Blitz und Donner. In den 4 Wochen meiner Reise auf Kuba regnete es lediglich wenig und wenn, dann höchstens ganz kurz. Einen solchen Wolkenbruch erlebte ich zum Glück nicht.

In meinem ersten Beitrag vom 13. Dezember 13 zu meiner Kubareise erwähnte ich meinen Koffer und die Beschädigung durch die Airline. Ein Rad war abgebrochen und ein ganzes Stück der Schale fehlte. Ich meinte damals noch, ich könnte in Kuba ein Klebeband finden, um das Loch zu verschliessen. Damals war ich noch optimistisch, was das Angebot in den Läden betrifft. Ich habe in einigen Hotels nachgefragt, ebenso in einigen Geschäften und erhielt immer negative Antworten. Zum Glück hielt das Innenleben des Koffers während der ganzen Reise, so dass ich nun entweder auf den Bahamas oder dann in Florida einen neuen Koffer kaufen kann.
Ich war schon recht früh am Flughafen, weil ich genügend Zeit für die Zoll- und Passformalitäten haben wollte. Wohl auch etwas aus Vorahnung auf kommende Dinge. Ich sagte dem Taxifahrer, er solle mich am internationalen Terminal aussteigen lassen, was er auch tat. Im Terminal sah ich meinen Flug nirgends ausgeschrieben und dachte schon, ich hätte mich im Datum geirrt. An einem Schalter teilte man mir dann aber mit, der Flug nach den Bahamas fliege nicht vom internationalen Terminal ab, sondern vom nationalen. Eine Vorahnung auf kommende Veränderungen, plant Kuba eine Invasion der Bahamas? Per Taxi wechselte ich das Terminal und fand dort prompt meine Airline.
Das Check-In war problemlos, ebenso die Zollformalitäten. Nach einem kurzen Hüpfer von etwas mehr als einer Stunde landete ich auf den Bahamas, wo die Zollformalitäten diesmal einiges länger dauerten. Die Airline hatte keine Einreiseformulare an Bord und alle Passagiere mussten diese zuerst einmal beschaffen und ausfüllen. Dann am Pass-Schalter anstehen und viele Fragen beantworten. Der für mich zuständige Beamte wollte alle möglichen Dokumente sehen, von der Hotel-Reservation über den Flug in die USA bis zu meiner Weiterreise. Die nächste Hürde war die Inspektion der Koffer. Sämtliche Gepäckstücke mussten auf einen Tisch gelegt werden und wurden einzeln geöffnet und durchwühlt. Als der Beamte meine Medikamente sah, wollte er diese zuerst beschlagnahmen, erst als ich ihm einen Brief meiner Ärztin zeigte, liess er sich davon überzeugen, dass ich diese benötige. So ein Arschloch! Diese Art der Begrüssung von Touristen erlebte ich noch in keinem Land, schon gar nicht in einem Land mit westlichen Standards.
Die Fahrt mit dem Taxi war eine weitere Überraschung, das Auto war links gesteuert, erst nach einiger Zeit fiel mir auf, dass der Fahrer auf der linken Strassenseite fuhr. Die Autos werden als Occasionen aus den USA importiert, die Strassengesetze stammen noch von den ehemaligen Kolonialherren, den Engländern.

Im Hotel setzte ich mich in die Strandbar und genoss zuerst einmal ein kühles Bier, welches von einem schönen Sonnenuntergang begleitet wurde. Bier konnte ich bestellen, ohne den Pass zu zeigen. Die Welt war wieder in Ordnung.
