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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 2. Etappe Cuba
Zurück in Havanna - Der Kreis ist geschlossen
Nach 3’800 km unfallfreier Fahrt in Kuba schloss sich heute Nachmittag der Kreis unserer Reise in Havanna. Wir sahen die meisten Gebiete der Insel, welche auf der Strasse erreichbar sind. Die Rückgabe des Autos war absolut problemlos, nach einer Viertelstunde war die ganze administrative Operation abgewickelt. Wir schafften es sogar, den Tank bis auf wenige Liter leer zu fahren, hier in Kuba werden die Autos voll ausgeliefert und müssen leer zurück gegeben werden. Die erste Tankfüllung wird zu einem recht hohen Preis verrechnet.
Die letzte Nacht in Varadero war sehr windig, auch am Morgen wühlte der Wind das Meer auf und trieb grosse Wellen an den Strand. Zuerst wollten wir noch eine Stunde an den Strand, um noch etwas zu lesen. Der kühle Wind machte dies jedoch nahezu unmöglich. Kurz vor Mittag machten wir uns schon auf den Weg nach Havanna, eine Fahrt von nur 140 km.
Kubas grösste Brücke führt auf dem Weg nach Havanna kurz nach Matanzas über eine Schlucht. Von einem schön gelegenen Aussichtspunkt mit Restaurant gibt es einen guten Blick auf das Bauwerk.
Auch die Autobahnen in Kuba leiden unter Verschleiss und fehlenden Hinweisschildern. Findige Autofahrer behelfen sich mit Ästen, welche sie als Warnung für ihre Kollegen in die Löcher im Belag stecken.
Kuba verfügt über etwas eigenes Öl, welches an der nördlichen Küste der Insel gefördert wird. Einige dauernd nickende Pumpen fördern das schwarze Gold aus der Tiefe. Das Öl ist anscheinend von relativ schlechter Qualität, es wird deshalb ausschliesslich in Kraftwerken verfeuert. Das meiste andere Öl kommt seit der Zeit von Hugo Chavez in Venezuela aus diesem südamerikanischen Land. Wie lange dies noch so weiter geht, ist alles andere als klar. Wenn Venezuela die Lieferungen einstellt, steht Kuba vor grossen Problemen. Das ist sicher mit ein Grund, weshalb sich zur Zeit Kuba und die USA annähern und nächstens wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen wollen.
Ein uralter Opel fährt noch als Privatwagen in Havanna. Mein Vater hatte ein solches Auto, als ich etwas älter als 10 Jahre alt war. In meiner Erinnerung war unser Modell hellgrau, es kann jedoch auch sein, dass meine Erinnerung in den vergangenen Jahren verblichen ist.
Im Zentrum von Havanna gibt es ein Museum der Revolution. Hier werden Waffen ausgestellt, welche einerseits von den Rebellen um Fidel Castro für ihre Attacken auf das Regime Batistas verwendet wurden, andererseits aber auch das eine oder andere Artefakt des Angriffes in der Schweinebucht. Im Glaspalast ist auch die Granma ausgestellt, jenes Schiff, mit welchem Fidel, Che und weitere Rebellen einst im Südosten des Landes landeten und dort die Revolution starteten.
Das Zentrum Havannas verfügt einige grosse Hotels. Auf dem Dach des Parque Central gibt es eine Poolbar, von welcher aus sich ein schöner Blick auf die Plaza Central werfen lässt. Das dritte Haus von rechts ist das Hotel Inglaterra, in welchem wir bei diesem Aufenthalt logieren. Zentral gelegen und mit viel Geschichte ausgestattet. So war es hier, wo sich Ry Cooder mit einigen Musikern Kubas traf und wo Ruben Gonzales nach vielen Jahren wieder einmal in die Tasten des Klaviers griff. Aus diesem Treffen entstand später der Buena Vista Social Club, welcher die kubanische Musik definitiv auf der musikalischen Weltkarte etablierte. Heute werden die Songs der CD von nahezu allen Musikgruppen in Kuba gespielt.
Beim Parque Central sind immer viele Touristen, die Besitzer schöner Oldtimer bieten von hier aus Rundfahrten mit ihren Schmuckstücken an. Diese sind teilweise in einem sehr guten Zustand und makellos gepflegt.
Vom zentralen Platz aus führt der Paseo de Martí hinunter zum Malecon, der Strasse entlang des Meeres. Viele Leute sind in dieser schattigen Allee zu Fuss unterwegs.
Am Abend waren wir bei Brunos Freunden Bea und Simon zum Nachtessen eingeladen. Die beiden wohnen in einem grösseren Mehrfamilienhaus am Malecon westlich der Stadt. Der Malecon war am Abend gesperrt, da das Meer immer noch sehr stark aufgewühlt war und immer wieder grosse Wellen über die Ufermauer schwappten. Vom Wohnzimmer aus konnte ich ein Video aufzeichnen, welches das erregte Meer zeigt. Die Spritzer der Wellen erreichen manchmal bis zu 15 m!
Das Video ist hier:
