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- Kategorie: Cruise rund um Island und Grönland 23
Landgang im Norden von Island - Akureyri
Heute klappte es, wir legten um kurz nach 7 Uhr in Akureyri an und konnten das Schiff verlassen. Um 09:30 machte ich mich auf den weg in das Städtchen. 20’000 Einwohner leben hier und machen die Stadt so zur zweit-grössten Stadt Islands.

Unser Schiff wird am Hafen mit dicken Seilen festgezurrt, damit auch bei hohem Seegang nichts passiert. Leider war das Wetter auch heute nicht speziell gut, ab und an leichter Nieselregen bei immerhin 9° C. Also nun doch noch typisches Nordland-Wetter.

Die kleine Ortschaft zeigt sich von einem gegenüberliegenden Hügel sehr gut. Auf der Rückfahrt von einem Ausflug fotografierte ich das Zentrum noch von hier aus. Zwei grosse Kreuzfahrtschiffe lagen heute vor Anker, es können aber auch bis zu 5 Schiffen gleichzeitig hier sein. Die Gegend ist bei Touris sehr beliebt.

Zuerst machte ich mich auf den Weg ins Zentrum, um einen Eindruck von der Stadt zu erhalten. Auch hier an einigen Häusern starke Farben.

Die Stadtkirche lag auf einem Hügel, auch ihre Türme sind von den allgegenwärtigen Basalt-Felsen inspiriert. Der Aufstieg war heute von hier aus nicht möglich, die Treppe ist noch bis Ende 2023 in Reparatur und für den Umweg hatte ich keine Zeit. Die Zeichnung der Treppe wirkt aber täuschend echt.

Bei diesen kühlen Temperaturen im Hochsommer haben einige Frauen auch Mitleid mit den städtischen Abfall-Kübeln an den Strassenlaternen. Sie stricken denen wärmende Überzüge.

Die Hauptstrasse der Stadt weist für einen Samstag einen sehr dichten Verkehr auf. Autos gab es nahezu keine, Elektro-Trottis standen einige herum.

Ein Haus speziell für Ruth. Blau muss es sein!

Auch etwa 60 km südlich des Polarkreises gibt es Gelaterias. Allerdings erst ab 12 Uhr geöffnet. Ich kann mir nicht vorstellen, in diesen Breiten und bei siesen Temperaturen im afreien ein Glacé zu essen. Dazu ist mir das Klima zu rauh. Gab es nicht einmal einen Spruch bezüglich einer guten Sales-Person: Sie könnte sogar einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen. Hier sinngemäss ein Glace einem Arktis-Bewohner.

Lasagne im Freien gefällt? Die Bänke waren heute Vormittag ebenfalls noch unbenutzt, später werden sie aber wohl ausgiebig genutzt.

Dieses Geschäft war gut besucht. Offenbar herrscht auch hier ein grosser Bedarf nach allerlei Pülverli und Sälbeli. Mit gefiel vor allem die Architektur des Gebäudes.

Ein modernes Kunst- und Konferenzzentrum liegt direkt am Hafen. Schöne, luftige Architektur mit interessanten Holzverzierungen am kalten Beton. In diesem Gebäude war auch das Tourismus-Büro untergebracht, wo es allerlei Prospektmaterial zur Stadt und zur Umgebung gab.

Aus Holz gefertigte Skulpturen gab es in allen erdenklichen Varianten.

Auch an den sonst kahlen Wänden gab es hölzerne Figuren oder Masken. Leider keinerlei Erklärungen zu Bedeutung der Kunstwerke.

Um 11 Uhr buchte ich mir eine Tour zu einem etwa 50 km entfernen Wasserfall, dem Godafell. Wasserfall Gottes. Auf dem Weg dorthin fuhren wir am Stadttheater vorbei. Hier findet offenbar jährlich eine Aufführung statt, welche viel Publikum aus ganz Island anziehen soll.

Auf der knapp stündigen Fahrt zum Wasserfall fuhren wir mit einem Bus über einen Pass und dann eine längere Strecke über eine Hochebene. Unser Reiseleiter erläuterte, dass hier dank der Mitternachtssonne bis zu dreimal hährlich das Gras geschnitten werden kann. Der Boden ist sehr fruchtbar, da es sich fast ausschliesslich um Vulkan-Asche handelt. Im Hintergrund einige der unzähligen Wasserfälle Islands.

Der Godafell Wasserfall ist zwar nicht sehr hoch, das Wasser fällt nur gerade 10 m in die Tiefe. Beeindruckend ist hingegen seine Breite: 158 m breit fliesst der Skjálfandafljót über die Steinstufen. Auch dieser Fluss entstammt einem Gletscher, deshalb sein weissliches Wasser.

Auch nach dem Fall schäumt das Wasser immer noch sehr wild, wenn es durch die enge Schlucht rauscht.
Als ich am früheren Nachmittag zurück auf dem Schiff war, reichte die Zeit noch gut für eine Runde im Kraftraum.
Um 20:00 legten wir heute Abend los, damit wir morgen um 7 Uhr an unserer nächsten Station anlegen können.