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Ans Ende der Welt und noch mehr Kirchen

Am südlichen Ende Apuliens steht die Basilica Pontificia Santa Maria de Finibus Terrae, die Basilika am Ende der Welt.

Direkt nebenan liegt der Leuchtturm am Ende der Welt oder zumindest am südlichen Ende Apuliens.

Dass das römische Reich unterging wird spätestens bei dieser Inschrift klar: A.D. MDCCCLXXXIII steht in der arabischen Zahlenwelt für 1883. So komplizierte Zahlen können nur zum Weltuntergang führen!
Anschliessend an unseren Besuch am Ende der Welt fuhren wir weiter nach Otranto. Es gab zwei Wege, einer folgte mehr oder weniger der Küstenlinie, eine schnellere Strasse verlief mehr im Landesinnern. Wir wählten selbstverständlich die längere Küstenstrasse.

Das ganze südliche Apulien ist eine riesige Karstlandschaft mit unzähligen Höhlen und Tälern. Immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke über die Landschaft.

Otranto wollten wir selbstverständlich ansehen. Die Stadt gilt als eine der schönsten Städte Apuliens. Auch hier ist die ganze Innenstadt mit Steinplatten ausgelegt und makellos sauber.

Das Meer rund um die Stadt sorgt mit seiner blauen Farbe für einen schönen Kontrast zu den hellen Häusern und anderen Mauern.

Eines der imposanten Stadttore, die noch erhalten sind. Diese dicken Mauern schreckten sicher die meisten Feinde ab, jedenfalls war dies ihre Aufgabe.

Im Zentrum der Stadt liegt die Cattedrale di Santa Maria Annunziata, welche ein typisches Beispiel der apulischen Architektur sein soll. Die Kirche ist vor allem für ihren Fussboden bekannt.

Ein nahezu 800 m2 grosses Mosaik bedeckt den ganzen Boden. Die touristischen Besucher können die Bilder lediglich vom Rand aus bewundern, die grösste Fläche ist für sie abgesperrt. Das Mosaik wurde von einem Mönch im 12. Jhdt. gelegt und es ist bis heute weitgehend erhalten.

Ein weiteres Detail aus dem bodenbedeckenden Mosaik. Aus unzähligen verschiedenfarbigen Kalksteinstücken hat der Mönch Pantaleonis dieses Kunstwerk in zweijähriger mühsamer Arbeit erschaffen.

Wenn man nicht nur mit gesenktem Blick auf den Boden starrt, entdeckt man die vergoldete Kassettendecke aus dem 17. Jhdt. Diese hätte ich fast nicht beachtet, wenn mir nicht Paul sein Bild gezeigt hätte …

Der nächste Halt auf der Rückfahrt nach Gallipoli galt in der kleinen Ortschaft Galatina der Cattedrale di Santa Maria Annunziata. Dieses Gotteshaus wurde im 14. Jhdt. erbaut und einige Jahre später nahezu vollständig ausgemalt.

Der ganze Innenraum ist mit Bildern aus dem Leben der Namensgeberin der Kirche ausgeschmückt.

Die armen Kerle, welche diese Bilder über Kopf an die Decke malten, hatten sicher an jedem Feierabend müde Arme. Ich könnte mir diese Arbeit nicht vorstellen!

Mit diesem Bild hatten wir schliesslich genügend Kirchen für den Tag gesehen und fuhren zurück nach Gallipoli zum wohlverdienten Apero am Meer.
