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- Kategorie: Down Under 09/10 - New Zealand
Napier – Die Art-Deco Stadt
Napier gilt als weltweit diejenige Stadt, welche über die meiste Art-Deco Architektur verfügt. Der Hauptgrund liegt in einer Katastrophe im Jahr 1931. Am 3. Februar jenes Jahres ereignete sich ein starkes Erdbeben in dieser Gegend. Viele Häuser fielen ihm zum Opfer. Als Folge des Bebens brachen kurz danach grosse Brände aus, welche viele der noch stehenden Häuser zerstörten.
Bereits nach wenigen Tagen begann schon der Wiederaufbau, die meisten Neubauten entstanden im Art-Deco Stil. Bis heute sind viele der damals neu gebauten Häuser noch vorhanden und bilden ein einzigartiges und kohärentes Stadtbild. Das Erdbeben hob das Land in dieser Gegend um rund 2 m an, wodurch viel zusätzliches Bauland im Süden entstand. Dadurch konnte sich die Stadt weiter ausbreiten. Erdbeben können in einigen Fällen durchaus auch positive Entwicklungen auslösen.

Bei diesem Gebäude wundere ich mich, ob es eher ein Art-Donalds oder McDeco sei. Hier gibt es in vielen Häusern dieser Kette sogenannte McCafes, wo die geschmacklose amerikanische Brühe serviert wird. Ich glaube kaum, dass diese Cafes rentabel sind, denn hier gibt es eine hervorragende Kaffeekultur. Dass fast überall die Espresso-Tassen aus Italien stammen, passt sehr gut zu den italienischen Kaffeemaschinen. Die Espressi, hier als „Short Black“ zu bestellen, sind ausgezeichnet, ebenso wie die Cafe Latte. Letztere sind häufig mit kunstvollen Schaum-Mustern verziert.
Der einzige Wehmutstropfen ist, dass ein Besuch in einem Kaffee sehr viel Zeit verlangt. Zuerst einmal werden and der Theke die Kaffees bestellt, dann nimmt man Platz. Nach zwischen 5 bis 10 Minuten wird einem das Getränk frisch zubereitet und immer sehr heiss an den Tisch gebracht. Nichts für eilige Leute, aber extrem lohnend für Geniesser.
Brigittes Lehrerin meinte auf ihre Frage zur Kaffeekultur, diese sei erst etwa 10 Jahre alt, zuvor sei der Pfütz-o-mat Kaffee wie in den USA üblich gewesen. Starbucks, die grosse US-Kette ist auch hier präsent, allerdings sind die Geschäfte meist leer, während die Cafes an derselben Strasse proppenvoll sind.
