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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 3: Coral Bay to Sydney
Von der Mine in den Zoo
Unsere Idee, heute die Mine in Kalgoorlie ausgedehnt zu besuchen, erwies sich als unmöglich. Lediglich eine kleine Tour zum Aussichtspunkt und in einen der Workshops wurde geführt. Und zum Aussichtspunkt konnten wir selber fahren.

Heute war die Mine im vollen Betrieb, die kleinen Lastwägeli waren emsig am Fahren, leer in die Mine hinein und dann voll wieder hinauf. Aus der Ferne wirken sie ganz putzig. Die technischen Daten sind dann doch ganz beeindruckend und setzen die Dinger ins rechte Licht:
Leergewicht 166 t
Dieseltank 3‘790 l
Stärke 2‘300 PS
Geschwindigkeit 56 kmh
Ladung 225 t (!)
Kosten 4 Millionen A$ (~4 Millionen CHF), 31 davon sind in der Mine aktiv
Der grosse Lader mit der Schaufel, die ich gestern fotografierte, fasst 60 t Gestein pro Mal, nahezu 4 Schaufelladungen passen in einen Laster. Auch nicht sehr gut für Gartenarbeiten geeignet.
Die sogenannte Super-Pit, das Loch, misst 3.5 km x 1.5 km und ist heute 360 m tief. Daraus werden pro Jahr etwa 28 t Gold gefördert. Leider gab es heute keinen Factory Outlet, so gehen wir mit leeren Händen nach Hause, mindestens was das Gold betrifft.

Im Hintergrund sind gerade 4 Lader vollbepackt auf der Rampe, sie transportieren ihr Gut je nach Qualität entweder in die Mahlwerke für goldhaltiges Gestein oder aber auf die Abraumhalden für das übrige Material. Vor dem Fund von Gold war diese ganze Gegend flach, im Laufe der Zeit wurde das ganze Material aus dem Loch hinauf gekarrt, so dass heute dieser gigantische Krater offen liegt. Wie viele Liter Diesel wurden hier wohl schon verbrannt?


Die Eukalypten in dieser Gegend erinnern mich an die Tellerartisten im Zirkus. Richtig? Kopierte die Natur den Zirkus oder der Zirkus die Natur? Natürlich könnte es sich auch um eine Parallel-Entwicklung wie sie Darwin für die Tierwelt beschreibt, handeln.

Western Australia gleicht einem Zoo: Allerhand Getier bevölkert die Gegend, immer wieder neue Arten zeigen sich je nach der Umgebung. Häufig stehen in Australien gelbe Warnschilder an den Strassen, welche vor allerlei Getier warnen, welches zum Problem für den Autofahrer werden könnte. Hier wird für einmal vor Känguru und Emu gewarnt, zudem sind offensichtlich auch Kamele eine Gefahr. Diese wurden im letzten Jahrhundert von den Afghani nach Australien eingeführt und hier zum Bau von Verkehrswegen eingesetzt. Einige wurden einfach freigelassen; sie vermehrten sich in der trockenen Gegend sehr gut, ihnen gefällt das Klima. Heute sind sie in den ariden Gebieten ein grosses Problem, jedes Jahr werden sie in den Northern Territories zu Tausenden gejagt.

Diese Spinne misst von den Vorder- bis zu den Hinterbeinen etwa 8 cm. Sie spannt ihr Netz zwischen grosse Sträucher und wartet so auf ihre Nahrung. Glücklicherweise sahen wir das Netz, bevor wir mit dem Kopf hineingerieten, das wäre ziemlich gruusig!

Unser heutige Campground liegt in den Fraser Ranges, weit ab vom Schuss. Hier gibt es weder Radio- noch Telefonempfang, von Internet ganz zu schweigen. Dafür gibt es hier viele Wildtiere. Diese beiden Galahs machten sich gegenseitig den Hof auf einem grossen Baum.

Emus streiften mitten durch den Campground, sie waren aber immer noch sehr scheu und machten sich unmittelbar aus dem Staub, sobald ich mich näherte.

Auch Kanguruhs waren hier gut vertreten. Sobald sie sich beobachtet fühlten, hüpften sie in der für sie typischen Art davon. Leider stört der Hag im Hintergrund, doch ich konnte leider nicht sämtliche Eventualitäten berücksichtigen, sonst wäre das Bild vom Aufbau her zwar gut, aber wegen der bereits aus dem Bild gehüpften Silhouette sonst nicht brauchbar.
