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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 3: Coral Bay to Sydney
Zuerst viel Beschauliches, dann ein Schock

Cervantes ist eine wichtige Station, wo der Rock Lobster verarbeitet wird. Wir wollten uns heute nochmals einen Lobster kaufen, frisch vom Verarbeiter. Im angeschlossenen Fabrikladen verkauft diese Firma schon gekochte Lobster. Heute gab es das ganze Tier zum Znacht. Natürlich nur die essbaren Teile. Die Verkäuferin im Laden sagte mir, dass ich einfach den Kopfteil vom Schwanz ablösen könne, indem ich die beiden Teile in entgegengesetzter Richtung drehe. So gesagt, so getan: Simpel einfach und absolut köstlich, auch auf dem Campingplatz! Heisse Butter und ein trockener Weisswein passen hervorragend dazu.
Von Cervantes nahmen wir die neu eröffnete Küstenstrasse nach Perth, den Indian Ocean Drive. Immer wieder gab es Aussichtspunkte auf den Ozean und die vorgelagerten Sanddünen.

Für einmal weisses Zeugs am Boden, welches mich nicht stört. Obwohl es wie Schnee aussieht, der vom Wind verweht wird, spricht die hiesige Temperatur von 28 Grad gegen diese Annahme. Weisser Sand bildet auf diesem Streckenabschnitt grosse Dünen, der Wind modelliert diese ständig um.

Grasbäume (Xanthorroea preissii) schmücken die Landschaft auf weiten Strecken. Dieses Expemplar mit den beiden Blütenstängeln macht sich gut vor der weissen Düne.

Diese Gegend ist ein Naturschutzgebiet und dementsprechend leben hier viele wilde Tiere: Känguru, Emu und Echidna (eine Art grosser Igel) sind nur einige der Beispiele. Bis auf die Echidna sahen wir sie denn auch in dieser Gegend.

Kurz vor Perth liegt ein kleiner Nationalpark, Yanchep, wo ein Koala Sanctuary eingerichtet ist. Die Tiere sind hier sehr gut zu beobachten, allerdings schlafen sie meist und nur ab und zu gelingt eine Aufnahme eines wachen Koalas. Die meiste Zeit verschlafen sie, da die Verdauung ihrer Nahrung - ausschliesslich Eucalyptus-Blätter - sehr aufwendig ist und viel Zeit braucht. Putzig sind sie aber allemal.

Dann war es aber auch schon vorbei mit der Beschaulichkeit. Wir näherten uns Perth und damit einem höllischen Verkehr. Viel Lärm und Hektik, zumindest nach vielen Wochen im australischen Outback, wo weder Verkehr noch Lärm oder sonst ein Stress herrscht. Höchstens mal die Sorge um die nächste Tankstelle und den notwendigen Nachschub an Diesel. Hier gibt es mehrspurige Autostrassen, Bahnverkehr, Segelregatten auf dem Swan-River und ...

... Hochhäuser, in denen viele Leute arbeiten und wohnen. Ein wahres Kontrastprogramm zum menschenleeren Outback, wo höchstens mal eine Kuh oder ein Schaf auf menschliche Aktivitäten hinweist. Die Zivilisation hat uns wieder fest im Griff. Allerdings nicht für lange, denn nun steht bald eine der längsten Strecken auf dieser Reise an: Die Nullarbor-Wüste, welche uns in die Gegend von Adelaide führen wird.
