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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 2: Cairns to Coral Bay
Der ganze Untergrund ist Gold!
Heute sind wir in Karratha, einer kleinen Stadt in voller Entwicklung. Hier herrscht richtige Goldgräber-Stimmung. Neue Häuser schiessen wie Pilze aus dem Boden, neue Strassen werden angelegt und bestehende verbreitert. Der Grund für den beeindruckenden Boom ist der Untergrund in Western Australia. Fast kriegt man den Eindruck, dass wo immer man eine Schaufel in den Boden steckt, eine neue Mine aufgeht. Eisen, Blei, Gold, Zinn, Zink, Erdgas, Öl und noch viel mehr kommen in diesem Bundesstaat in schier unglaublichen Mengen vor. Zwar ist nicht alles Gold, aber wertvoll ist es immerhin und Australien verdankt einen grossen Teil seines Reichtums diesen Bodenschätzen.

Am Morgen besuchten wir noch den Hafen von Port Hedland, wo grosse Teile des Eisenerzes aus Newman verschifft werden. Ein Frachter aus China wird hier gerade beladen.

Die Eisenbahn-Züge bringen das Erz aus Newman über nahezu 600 km ans Meer, wo es zuerst mal zwischen gelagert wird, bis der entsprechende Käufer auftritt und ein Schiff losschickt. Gigantische Mengen liegen hier und werden anschliessend mit Förderbändern zu den Verladeanlagen am Quai geschickt.

Als schmaler dunkler Strich ist hier ein Erz-Zug zu sehen, 254 Wagen (las ich im Visitor-Center für den heutigen Zug) fahren zurück zur Befüllung in der Mine.

Ein weiterer Rohstoff, der aus Port Hedland verschifft wird, ist Salz. Vor allem für die chemische Industrie und weitere industrielle Zwecke wird es im Zielland verwendet. Irgendwo las ich, dass es auch zur Strassen-Enteisung diene. Einen Einsatz, den es in diesem Teil Australiens mit Sicherheit nie gibt!
In Dampier, nahe bei unserem heutigen Campground wird ebenfalls Eisenerz verladen, dieses kommt zum grossen Teil aus der Mine in Tom Price, etwa 400 km landeinwärts. Auf unserer letzten Reise besuchten wir die Mine, hier mehr dazu. In Dampier werden pro Jahr etwa 140 Millionen Tonnen Eisenerz verschifft, eine Menge, die ich mir nicht vorstellen kann.

Ein weiterer Rohstoff, welcher 130 km vor der Küste West-Australiens gefunden wurde, ist Erdgas. Hier an Land wird das Gas aufgetrennt und die verschiedenen Bestandteile werden teilweise verflüssigt und dann in dieser Form in Gastanker gepumpt und ins Ausland verkauft. Die Zahlen für das Erdgas sind atemberaubend und wie beim Eisen für mich nicht vorstellbar: 52‘000 t Flüssiggas, sowie 3‘000 t LPG (Gas für die Autos), sowie 130‘000 Fass Kondensat (kann weiter raffiniert werden) und diese Mengen PRO TAG!

Dieses Exponat hilft der Vorstellung: Ein Stück der Pipeline, welche die 130 km vom Off-Shore Gasfeld ans Land überbrückt: Totale Länge: 134.2 km, maximale Tiefe des Meeresgrundes: 125 m, Innen-Durchmesser 1.016 m. Damit wird das Rohgas transportiert, bevor es an Land raffiniert wird.

Beim Eingang zur Raffinerie fand ich ein interessantes Schild, welches auf das Rauchverbot am Arbeitsplatz hinweist. Wer möchte schon zusammen mit den tausenden von Tonnen Gas in die Luft fliegen! Aber stetiger Tropfen höhlt den Stein, deshalb wohl diese Warnung an einer prominenten Stelle!

Bei all dieser Technik könnte man meinen, die Natur hätte keinen Platz mehr: Weit gefehlt! Da die Umgebung dieser Anlage peinlich sauber gehalten werden, gibt es noch im kleinsten Tümpel Leben, zB. hier diesen Eastern Curlew, der mit seinem langen Schnabel nach Essbarem stochert.

Direkt neben der viel befahrenen Strasse entdeckte ich diese schmucke Blume: Die Staatsblume von Southern Australia nennt sich Sturt‘s Desert Pea. Mit ihren roten Blüten und ihrem schwarzen Punkt sind sie äusserst dekorativ, gerade auch in der Industriezone!
