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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 2: Cairns to Coral Bay
Eine alte Rechnung beglichen, eine weitere bleibt noch offen
100 km von Kunanurra entfernt liegt Wyndham, ein kleiner Hafenort, der heute kaum mehr eine grosse Bedeutung hat. Eine Mine verschifft ihr Produkt noch von hier. Davon später mehr.

Bei unserem letzten Besuch in dieser Gegend im April 2010 wollten wir den Marlgu Billabong besuchen, wegen der damaligen Regenfälle war das mit unserem Auto aber unmöglich, da die Zufahrtsstrasse nicht geteert ist und der Untergrund stellenweise eine richtige Pflotscherei war. Auch mit einem Allrad-Fahrzeug wäre ein Durchkommen kaum möglich gewesen. Heute präsentierte sich die Sache trotz Regenzeit massiv anders: Der Weg war in der Hitze richtig fest gebacken und auch für unser Fahrzeug bestens befahrbar. Von einem kleinen Hügel aus liegt das permanente Wasserloch in der riesigen Ebene. Im Vordergrund zwei schöne Boabs. Diese Rechnung ist hiermit beglichen.

Einer der schönsten Vögel, welche wir je sahen, ist diese Comb-crested Jacana, welche ein feuerrotes Häubchen besitzt. Leider war sie relativ weit weg, so dass auch meine lange Linse stark gefordert war.

Ein Pied Heron flog angesichts der Schweizer Touristen gerade auf, seine gelben Füsse zeigen sich aber auch in diesem Flugbild noch schön.

Black winged Stilts waren heute häufig, doch mit einer schönen Spiegelung im klaren Wasser erwischte ich nur gerade einen einzigen.

Der Rainbow Bee-Eater ist verhältnismässig einfach zu fotografieren: Er sitzt meist an der Spitze eines toten Astes, von wo aus er zu seinen Jagdflügen startet. Mit grosser Sicherheit kehrt er nach kurzer Zeit wieder an seinen Stammplatz zurück. Geduld zahlt sich in diesem Fall aus!

Unser nächster Besuch galt dann Wyndham, nur einige Minuten weiter als der Billabong. Vom 5 River Lookout auf 330 m.ü.M. hat man eine gute Übersicht über die fünf Flüsse, welche hier ins Meer münden. Der Indische Ozean liegt aber noch einige Kilometer weiter draussen, hier sind es lediglich Meeresarme, welche die Flüsse aufnehmen. Trotzdem eine beeindruckende Aus- und Übersicht. Der rote Fleck im Vordergrund ist ein Umschlagplatz für das Produkt der erwähnten Mine.

Ein Blick durch die lange Linse zeigt den Rost und damit ist auch das Produkt klar: Eisenerz! Zum Grössenverhältnis ein Hinweis: Vorne rechts zwischen dem einen Haufen und dem Haus mit dem hellen Dach steht ein Road-Train, der von hier aus ganz klein wirkt.

Ein solcher Roadtrain begegnete uns auf der Rückfahrt: Ein Sattelschlepper mit 4 Anhängern, vollbeladen mit Eisenerz auf dem Weg nach Wyndham. Bergab brettert er mit vollem Tempo während er bergauf kaum Schritt-Tempo erreicht.

In Wyndham wies ein Schild auf die Gefahr von Zyklonen hin. Glücklicherweise bestand heute absolut keine Gefahr. Der Boab rechts des Schildes hat vermutlich schon einige Zyklone erlebt und steht deshalb recht krumm in der Landschaft.

Nun noch zu unserer immer noch offenen Rechnung: Hier ist die Kreuzung, von wo aus die Gibb River Road abzweigt, welche nach Derby in der Nähe von Broome führt. Alles off-road und in dieser Jahreszeit ohnehin unerreichbar. Die Strasse ist gesperrt und die Polizei verteilt heftige Bussen, sollte ein Spinner sich nicht an das Verbot halten. Auf einer nächsten Reise werden wir aber ein 4x4 Fahrzeug mieten und diese Strecke durch die angeblich sehr schönen Kimberlys fahren. Ein Wunsch muss ja auch für die nächste Reise noch offen sein!
