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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 2: Cairns to Coral Bay
Gaudí in Australien?
Die Northern Territories sind voll mit Termiten-Hügeln. Links und rechts der Strasse von Daly Waters nach Katherine, unserem heutigen Etappenort, stehen unzählige solcher Hügel in allen Formen und Farben. Die Farbe hängt offensichtlich mit der Farbe des Untergrundes zusammen, da die Termiten die umliegende Erde als hauptsächliches Baumaterial einsetzen. Die unterschiedlichen Formen werden vermutlich durch die Unterart der Termite bestimmt, von denen es etwa 2'800 gibt. Wikipedia weiss noch viel mehr Interessantes zu berichten.

Bei dieser Art Termiten stand offensichtlich der spanische Architekt Gaudí Pate, denn die Bauten erinnern irgendwie an seine weltberühmte Sagrada Familia in Barcelona. Oder ist es etwa gar umgekehrt?

Diese Termiten verfolgen einen ganz anderen Baustil: Aufeinander getürmte Kugeln bestimmen hier das Bild. Interessant wäre zu wissen, wie viele Termiten (in Tonnen) in den Northern Territories insgesamt hausen. Die Zahl muss gigantisch sein!

Bei Daly Waters steht ein Baum oder vielmehr das Gerippe eines Baumes, in welchen der Engländer John McDouall Stuart am 23. Mai 1862 sein Zeichen, ein grosses „S“ einritzte. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, da die Borke des Baumes im Laufe der Zeit stark verwittert ist.
John Sutart war der erste Weisse, der zwischen 1861 und 1862 den australischen Kontinent von Adelaide im Süden bis nach Darwin im Norden durchquerte. Der Stuart-Highway trägt noch heute seinen Namen in Erinnerung an diese ausserordentliche Tat. Er legte pro Tag etwas mehr als 10 km im Schnitt zurück und dies im absolut unbekannten Gebiet, ohne Kenntnis der Geografie. Ein kleines Problem, wie es Brigitte mit ihrer grossen Zehe hat, wäre für ihn und seine Mannschaft absolut tödlich verlaufen. Antibiotika waren damals natürlich noch völlig unbekannt.
Da ich schon von Brigittes Problem spreche, hier der aktuelle Stand: Heute besuchten wir das Spital in Katherine, wo sich eine Pflegerin des Fusses annahm. Offensichtlich verheilte die Wunde soweit sehr gut, die Entzündung ging fast vollständig zurück. Von nun an kann Brigitte die Wundpflege selber vornehmen, was der Krankenkasse viel Geld uns uns viel Zeit spart. Im Notfall können wir natürlich jederzeit wieder ein Spital aufsuchen, in jedem grösseren Ort gibt es ausgezeichnete Gesundheitsvorsorge.

Bereits beim Morgenessen war heute viel los: Dieser Australian Bustard wollte nicht warten, bis ich mit meiner Kamera bereit war und nahm Reissaus. Glücklicherweise erwischte ich doch noch ein schönes Flugbild. Diese Trappe ähnelt stark dem Kory Bustard, welchen wir von unseren Afrika Reisen her gut kennen. Hier ein Kory Bustard bei den Moru Kopies, Serengeti, Tanzania, welchen ich 2009 fotografierte.

Bereits vor einigen Tagen trafen wir einige Australien Bustards, damals waren sie aber relativ weit weg. Immerhin hat der Leser so ein Bild der Vögel.

Einige Papageien vollführten schon am frühen Morgen ihr lautes Konzert. Diese Crimson Rosella lärmt beim Landeanflug, um die bereis am Boden sitzenden Kollegen zu vertreiben.
