- Details
- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 8. Etappe Bali
Noch ein letztes Töfftüürli auf Bali
Heute genoss ich noch ein letztes Mal meinen Scooter. In der warmen Luft ist es ein Vergnügen, lediglich mit einem T-Shirt, Short und Helm bekleidet die Gegend zu geniessen. Vorausgesetzt natürlich, man stürzt nicht. Die maximale Geschwindigkeit bei dem dichten Verkehr ist selten höher als 50 km/h, aber auch so wäre ein Sturz sehr unangenehm.
Mein erster Halt machte ich bei einem Barber-Shop. Ich liess mir ein letztes Mal auf dieser Reise eine neue Frisur machen. In diesem Salon trugen beide Coiffeure Gesichtsmasken, ein seltsamer Anblick. Da beide ihre Masken schon vor meiner Ankunft trugen, nehme ich an, es habe nichts mit mir zu tun. Wie üblich, ein guter Schnitt, eine knappe halbe Stunde Arbeit für knapp 2 CHF.
Anschliessend fuhr ich nochmals zur Südspitze Balis und konnte dort von einem schönen Aussichtspunkt aus eine Panorama schiessen. Heute wäre die Stimmung in Tanah Lot sicher besser gewesen, ich mochte aber nicht nochmals 80 km fahren. Zumal heute mein letzter Tag auf der Insel war.
Bevor ich zum Hotel zurückkehrte, zog es mich nochmals nach Kuta, ich wollte noch einige meiner T-Shirts ersetzen. Diese leiden bei dem vielen Waschen auf den Reisen immer stark, und hier in Asien konnte ich diese für einen kleinen Preis ersetzen. Schliesslich schädigte ich noch die Schweizer Uhrenindustrie und kaufte mir für wenig Geld eine schöne, mechanische Omega.
Den Nachmittag verbrachte ich mit einem für mich langen Spaziergang am Strand, je gut 2 km in beide Richtungen. Die Wolken verdichteten sich laufend und exakt beim Wendepunkt setzte wieder ein Gewitter-Regen ein.
Ein Paar suchte im Strand in der Brandungszone nach Muscheln, immer wenn sich das Meer zurückzog, lasen sie die kleinen Muscheln auf.
Die Frau zeigte mir stolz ihre Ausbeute: Kleine Müschelchen, zwischen einem und anderthalb Zentimeter gross. Diese werden gekocht und gegessen. Ich nehme an, dass sie sie auch verkaufen, konnte mich allerdings mit den beiden nicht genügend unterhalten, da sie kaum English sprachen und mein Indonesisch leider inexistent ist.
Ein Kugelfisch wurde mit der Flut angeschwemmt, er war wohl schon einige Tage nicht mehr lebendig. Niemand interessierte sich mehr für ihn.
Beim Nachtessen in meinem kleinen Hotel unterhielt ich mich länger mit dem Kellner, da nicht sehr viele Gäste anwesend waren. Insbesondere tauschten wir unsere Namen aus und als er mir seinen nannte, erinnerte ich mich wieder an die Regel der traditionellen Namen auf Bali. Er erklärte mir das Prinzip nochmals ausführlich. Das erste Kind heisst immer Wayan, dann folgen Made und Nyoman, den Abschluss macht Kutut. Das fünfte Kinde beginnt mit dem Namen wieder von vorne, also Wayan. Diese Namen unterscheiden nicht zwischen Mädchen und Jungen. Heute haben aber viele junge Balinesen durchaus auch andere Namen. In Wikipedia fand ich eine gute, jedoch nur in Englisch verfügbare Erklärung, welche den ganzen kulturellen Hintergrund erläutert. Dort las ich auch von mehreren Varianten der einzelnen Namen.
Nun ist auch mein Bali-Aufenthalt zu Ende, morgen fliege ich kurz nach Mittag nach Singapur und von dort dann am späten Abend über Frankfurt zurück in die Schweiz. Eine lange, interessante und erlebnisreiche Reise kommt so zu einem Abschluss. Ich wollte noch meinen Sitzplatz auf dem langen Flug von Singapur nach Frankfurt ändern, doch liess dies Lufthansa nicht zu. Glücklicherweise kenne ich eine Freundin, Corinne, welche Zugang zu den entsprechenden Reservationssystemen hat und dies im Handumdrehen für mich erledigte. Ich werde mit einem Airbus A380 in der Business im Oberdeck fliegen und wollte einen Sitzplatz am Gang haben. Vielen Dank, liebe Corinne!
