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- Kategorie: Cruise Dubai - Rom durch den Suez Kanal 22
Besuch in Neapel, Ende der Cruise und Rückreise
Nach unserem Aufenthalt auf Kreta waren wir nochmals einen ganzen Tag auf See bevor wir am späteren Nachmittag des Folgetages zum ersten Mal wieder Land sahen.

Auf der linken Seite des Schiffs stieg der Ätna aus dem Dunst auf, der grosse Vulkan auf Sizilien.

Später waren durchfuhren wir die Strasse von Messina, welche Kalabrien von Sizilien trennt. Leider war es dann für Bilder schon zu spät, so dass ich dieses aus etwa 50 km Entfernung geschossene Bild publiziere. Auf der rechten Seite liegt die italienische Region Kalabrien und links der Meerenge liegt Sizilien. Der Ätna ist von hier aus schon nicht mehr zu sehen, er liegt auf der anderen Seite des Schiffs.

Um 6 Uhr am 13.4.22 erwischte ich den Sonnenaufgang gerade noch rechtzeitig, bevor der helle Feuerball hinter Capri aufschien. Wir fuhren ganz langsam bis in den Hafen von Neapel, wo wir erst um 8 Uhr anlegen durften.

Im Hafen wurden wir von lauten Schiffssirenen empfangen, die Löschboote nutzten ihre Wasserkanonen für einen herzlichen Empfang des Kreuzfahrtschiffs.

Als wir schon etwas weiter im Hafen waren, kam auf der rechten Seite auch noch der Vesuv in Sicht, die Sonne warf ihr fahles Licht durch einen feinen Schleier auf das Wasser. Ein solcher Empfang lässt ja schon mal Vorfreude auf den Besuch der Stadt aufkommen!

Nach dem Frühstück ging es für mich dann los, noch ein letztes Bild vom 16. Deck in die Stadt und dann Abmarsch! In Neapel brauchte es weder Visum noch sonst viel Kontrolle, lediglich das Covid-Zertifikat wurde überprüft.
Da ich Neapel schon von früheren Besuchen recht gut kannte, wollte ich mich auf die verwinkelten engen Gassen der Altstadt konzentrieren und dort einige Sehenswürdigkeiten ansehen. Und mich einfach etwas treiben lassen sowie den einen oder anderen Cappuccino oder Espresso geniessen. Zum Lunch allenfalls ein Stück neapolitanischer Pizza verschlingen.

Die meisten Gassen in diesem Teil der Stadt sind extrem schmal und häufig von vielen Fussgängern überquellend. Dann immer auch mal wieder eine Vespa im Tempo der gesengten Sau mit lautstarker Hupe und Fahrräder en masse. Autos nur in den etwas breiteren Strassen, aber auch dort mit lautem Gehupe. Dieses Gässlein bildete eine willkommene Ausnahme und eine gute Gelegenheit zum Luftholen. Die Vespas waren am Wegesrand parkiert und für Autos war es hier zu schmal.

Ein Smart hat den Vorteil, dass man damit problemlos parkieren kann, notfalls auch quer zur Fahrspur. Parkplätze sind sonst sehr begehrt und nur nach lautem Hupen und Gestikulieren zu erhalten.

Auch in der Altstadt müssen Autos ab und zu repariert werden. Ein Fiat 500 oder ein Smart kann hier in der Werkstatt gewartet werden, grössere Fahrzeuge müssen wohl ausserhalb versorgt werden.

Neapel hat gefühlt an jeder Ecke mindestens eine Kirche. Dieser schöne Innenraum gehört zu einer eher unbekannten Kirche, welche dementsprechend auch nicht allzu viele Besucher hatte. In anderen Städten hätte diese wohl eine grössere Anziehungskraft.

Die Kuppel von unten fotografiert zeigt die intensive Bemalung sowohl der Wände als auch der Decken.

Einige Souvenir-Händler verkauften ganz spezielles WC-Papier. Was für ein erhebendes Gefühl, sich den Arsch mit Putin abwischen zu können. Doch möchte ich das meinem Allerwertesten zumuten? Biden, Trump, Merkel und auch Salvini stehen zu Auswahl. Auch Berlusconi kann zu diesem Zweck verwendet werden. Die gegnerischen Fussball-Clubs sind da schon harmloser. Ich hätte noch einige weitere Kandidaten, auch aus der Schweiz. Welches ist Ihr Favorit, gerne per Mail an

Ein älterer Herr verkauft in einem kleinen Geschäft allerlei alte Gegenstände. One Man's trash is another Man's treasure.

Wäre dies ein würdiger Eingang zum eigenen Stadthaus? Die Glizinie ist jedenfalls schon in voller Blüte und wartet auf den neuen Eigentümer.

Die grösste Kirche Neapels ist der Duomo. Von aussen zwar beeindruckend gross, doch eher karg.

Innen dann wieder das übliche Gold und auch viel Stuckatur. Geld hatte die Kirche offenbar genügend, als diese Häuser gebaut wurden.

In der Altstadt gibt es nicht nur viele Kirchen, bei vielen Häusern gibt es noch solche kleinen Altare in den Aussenwänden. Diese werden im Gedenken an verblichene Angehörige errichtet. Viele Neapolitaner sind sehr gläubig und überhaupt spielt die Kirche im täglichen Leben immer noch eine wichtige Rolle.

Der berühmte italienische Maler Caravaggio lebte einige Jahre als wegen eines Mordes vom Strafrecht Verfolgter in Neapel und malte hier einige seiner bekanntesten Werke. So auch dieses Bild, die „Madonna della Misericordia“. Darin sind offenbar die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Welche das genau sind, lässt sich in Wikipedia (Klick mich!) nachlesen.

Meine Pizza wollte ich bei Di Matteo geniessen, angeblich die beste Pizza in Neapel. Hier wird sie über die Strasse verkauft und das Viertel der ganzen Pizza wird gefaltet gegessen. Für mich war es noch zu früh, ich war schon kurz nach 10:30 hier. Trotzdem bildete sich schon eine Warteschlange.

Wo die Gasse etwas breiter ist, bieten die lokalen Geschäfte ihre Ware auch draussen an. Gemüse und Früchte waren hier das hauptsächliche Angebot.

Religion ist auch der Treiber hinter dieser Prozession. Mit lautem Trompeten- und Trommel-Krach wurde ein Madonnen-Bild durch das Quartier getragen. Viele Gläubige zogen hinter dem Umzug her.

Fisch und Meeresfrüchte gefällig? Sepia, Crevetten, Krabben, Hummer und auch ein Schwertfisch können hier erstanden werden. Mitten im Quartier und garantiert frisch!

Ein anderer Hauseingang, die Dame des Hauses hat offenbar keinen Tumbler, die Wäsche wird einfach vor den Balkon gehängt. Auto und Motorroller finden ebenfalls im Innenhof Platz.

Dieser Hausaltar ist noch relativ neu, hier wird noch mit frischen Blumen der Toten gedacht.

Eine Seitengasse ist bekannt für ihre Geschäfte mit Krippenfiguren, die hier in allen erdenklichen Varianten erstanden werden können. Grosse Teile des Angebots kommen aus China, auch wenn es in spezialisierten Geschäften durchaus noch lokale Schnitzereien gibt.
Bereits um 17 Uhr musste ich wieder an Bord sein, da unser Schiff um 18 Uhr die Leinen löste und die 180 km bis Civittavecchia unter den Kiel nahm. Die letzte Nacht auf See stand an.

Um 6 Uhr kamen wir im Hafen an, bis wir fest vertaut waren, dauerte es aber noch eine gute Zeit. Nach dem Frühstück konnte ich um 9:30 das Schiff verlassen, mein Gepäck in Empfang nehmen und dann mit einem Sammeltransport die 65 km bis zum römischen Flughafen hinter mich bringen. Um 11 Uhr war ich eingecheckt und musste dann noch bis 15 Uhr warten, bis mein Flieger nach Zürich abhob.
So endete die interessante Cruise durch die unterschiedlichsten Länder, vom glitzernden Dubai über das unfreundliche Jeddah, das eher einfach Safaga in Ägypten bis zum quirligen Neapel. Mit dem Suez-Kanal konnte ich auch diese Pendenz abhacken, diese Durchquerung interessierte mich schon lange.
